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Produkt-Bild: Die Kunst des Liebens

Die Kunst des Liebens von Erich Fromm

Broschiert von Ullstein Tb
Angebote bei Amazon: ab EUR 2,99

4,5 Punkte, empfehlenswert.
4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3548367844, Erscheinungsdatum: Mai 2005, Auflage: 1
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5 Kundenrezensionen:

mein absolutes lieblingsbuch
5 Punkte 5 von 5 Punkten
in diesem buch steckt so viel. man kann es gar nicht auf einmal verdauen. auf jeder seite, ja in jedem satz sind so wertvolle dinge, die ich bisher in noch keinem anderen buch gefunden habe. mich erstaunt es immer wieder, wie ein mensch solche einsichten bekommen kann. ich kann die zum teil schlechteren bewertungen absolut nicht verstehen. ich könnte so schnell kein buch nennen, das diesem hier das wasser reichen könnte..ein wirklich wertvolles buch! schade dass man nur 5 sterne vergeben kann.
Weltverändernd....leicht zu verstehen...perfect für alle die sich für Psychologie interessieren
5 Punkte 5 von 5 Punkten

Dieses Buch beschreibt die Facetten der Liebe.

Mütterliche Liebe, Romantische Liebe, Liebe zu Gott, Sexueller Liebe...
Es geht aber auch um die Gesellschaft in der wir leben und um uns selber.
Dieses Meisterwerk lässt sich nicht schnell in 5 Sätzen erklären.

Es ist spanend und vieles ist wahr. Erich Fromm wiederlegt einige Thesen von Freud.

Dieses Buch hat mein Leben verändert, ich fühlte mich immer unverstanden aber nun habe ich verstanden warum das so war und habe viel verändert.

Hinten im Buch gibt es sogar einen praktischen Teil wie man wirklich lernen kann zu lieben. Es ist nicht einfach aber es ist definitiv die Grundlage für die echt Liebe...

LESEN!!!!
Eine ethische Betrachtung
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Eine ethische Betrachtung

Zunächst wird vom Autor die Liebesfähigkeit des Menschen unter die Lupe genommen. Denn Liebe wird häufig mit Abhängigkeit verwechselt und führt dann zu dem Ergebnis: "Ich liebe dich, weil ich dich brauche".
Richtigerweise sollte es aber in einer harmonischen Beziehung heißen: "Ich brauche Dich, weil ich dich liebe".

Wichtig ist auch die ethische Grundhaltung im Leben: Die Fähigkeit und Bereitschaft, Liebe und Fürsorge für den Mitmenschen zu empfinden und diese in die Tat umzusetzen. Dabei geht es um die Elternliebe und um die Nächstenliebe.

Mit dem von Jesus aufgestellten Gebot "Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst" geht Fromm auch auf die Eigenliebe ein. Er stellt dabei das "wie Dich selbst" in den Vordergrund: Nur ein Mensch, der sich selbst akzeptiert, kann diesen Zustand der Liebe auch glaubhaft auf andere übertragen.

Mit seiner Ansicht über die Grundhaltung des Menschen gegenüber der Liebe als Lebenseinstellung weicht Erich Fromm sicherlich von der heutigen gesellschaftlichen Norm ab: So definiert er Homosexualität als eine Art von Liebesunfähigkeit. Auch kommt er zu dem Ergebnis, das jeder Mensch mit der richtigen Einstellung einen beliebigen anderen lieben und ehelichen könne (wie es im Mittelalter der Fall war).

Dabei lässt er jedoch die romantische Liebe weitestgehend außer acht. Auf die Kunst des Kennenlernens, des Kommunizierens, des sich Verliebens, des sich Interessantmachens und des Verführens wird in diesem Buch weniger eingegangen.
Insofern beinhaltet das Buch eher eine ethische Betrachtung der Liebe. Als solches ist es aber durchaus lesenswert.
Auch nach Jahren noch klasse
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Erich Fromm schreibt über die verschiedenen Formen der Liebe. Elternliebe, Gottesliebe, Nächstenliebe etc. und beschreibt jede Form in allen Einzelheiten. Man lernt, sich selbst zu erkennen und besser in seiner eigenen Liebesfähigkeit zu verstehen. Ein wahrhaft tolles Buch!
Besser kann man es mit Worten für den Logiker nicht ausdrücken
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Was Liebe wirklich bedeutet ist für uns alle schwer zu erfassen, geschweige denn zu leben. Erich Fromm ist es aus meiner Sicht bisher am besten gelungen, für den logisch analytisch denkenden Menschen Liebe, und was es heisst sie täglich zu leben, in Worte zu fassen.
Dr. Martina Violetta Jung
© 1998-2010 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften
Produkt-Bild: Haben oder Sein: Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft

Haben oder Sein: Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft von Erich Fromm

Taschenbuch von Deutscher Taschenbuch Verlag
Angebote bei Amazon: ab EUR 4,59

4,5 Punkte, empfehlenswert.
4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 342334234X, Erscheinungsdatum: Juli 2005, Auflage: N.-A., Nachdr.
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5 Kundenrezensionen:

Nicht nur Erich Fromm hat etwas zu Sagen
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Ich wurde von Amazon aufgefordert eine Rezension zu schreiben, nicht das erste Mal. Weshalb soll ich dazu beitragen die Umsätze zusteigern? Denn jede Art der Beurteilung eines Buches, ist stets eine vollkommende subjektive Wertung und ist für den Interessierten Leser wertlos. Da einige Faktoren unterschiedlich, dennoch ausschlaggebend sind, welchen Anspruch der Leser hat und welches Wissen er bereits besitzt und welche Zielsetzung er verfolgt. Und die gleichen Bedingungen liegen bei mir vor. Deswegen ist eine Wertung eher surrealistisch und kann nicht ausschließlich als Entscheidungsgrundlage für oder gegen ein Kauf eines Buches ausreichen. Bestenfalls sollte der Autor selbst derjenige sein.
Wie geht's weiter?
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Das ist die Frage, der sich jeder Mensch in der heutigen Gesellschaft stellen muss. Wir stehen an einem Wendepunkt der menschlichen Evolution, verschiedene Möglichkeiten, den neuen Weg zu finden, zeichnet der Autor hier auf, nachdem er eine präzise Diagnose gestellt hat.
Überraschend , ja sogar erschreckend ist die Tatsache, dass das Buch auch nach mehr als dreissig Jahren immer noch hochaktuell ist (bis auf die geschichtlichen Tatsachen um den Kalten Krieg usw.), und dass der Zahn unserer schnellebigen Zeit in keinster Weise an seiner Pertinenz genagt hat, ja im Gegenteil sogar, viele Tatsachen haben sich seither noch deutlicher herauskristallisiert.
Angesichts der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise (2009) wäre es doch eine Überlegung wert, aus Fromms Ideen zu schöpfen, zum Wohle des Menschen und der Menschheit.
Haben oder Sein von Erich Fromm
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Das Buch ist verständlich geschrieben. Es stellt unser heutiges kapitalistische System in Frage. Fromm hat recht, denn weiter so führt in den Abgrund.
Mehr Wachstum auf Kosten der Umwelt und des Wohlseins des Menschen kann nicht die Lösung sein. Im letzten Kapitel stellt Fromm den "neuen Menschen" dar,
der mehr auf das Sein als das Haben fixiert sein sollte. Ein heute aktuelles Buch aus den 70er Jahren.
Klassische naive Utopie der Siebziger Jahre
1 Punkte 1 von 5 Punkten
Der Psychoanalytiker Erich Fromm versucht in »Haben oder Sein« eine Analyse bzw. Kritik der westlich geprägten Industriegesellschaften und entwickelt die Utopie einer neuen Gesellschaft, die nicht mehr auf dem Prinzip des "Habens" (am Konsum orientiert) gegründet ist, sondern in der Menschen überwiegend ihr Leben auf das Prinzip des "Seins" (am Sozialen orientiert) bauen. Dabei sind die beiden Lebensweisen für Fromm letztlich antagonistisch. Alle "negativen" Tendenzen unserer Gesellschaft ordnet er dem "Haben" zu, alle "positiven" dem "Sein". Wenn die Menschheit überleben und in eine glänzende Zukunft schreiten will, so muss sie nach Fromm das momentan dominierende "Haben" aufgeben und sich dem Prinzip des "Seins" zuwenden. Allerdings müssten sich dann die Menschen erst im großen Stil ändern, denn mit den heute real existierenden Menschen ist diese neue Gesellschaft, in der alle friedlich zusammenleben, teilen, verzichten, einander lieben und verstehen, nicht zu erreichen. So skizziert Fromm im letzten Teil des Buches denn auch den "neuen" Menschen, nennt die Voraussetzungen dafür und gibt Empfehlungen, mit welchen Maßnahmen die neue Gesellschaft entstehen könnte.
Leider handelt es sich hier nur wieder um eine weitere Ausgabe einer naiven Heilslehre mit klassischem "Schwarz-Weiß"-Schema. So simpel gestrickt, wie Fromm uns hier weismachen möchte, ist die Welt nun doch nicht. "Haben" und "Sein" sind beides ureigene Aspekte nicht nur der menschlichen Natur: Das Beschaffen und Sichern von Resourcen ("Haben") ist Grundlage jedes Lebens ("Sein"). Alle Lebewesen sind per Evolution darauf ausgerichtet, hier möglichst effektiv zu sein. Diejenigen, die dabei besser sind, haben die größere Wahrscheinlickeit zu überleben. Diese Erkenntnis ist sogar metaphorisch im Begriff des "Hamsterns" verdichtet. Fromms Utopie ignoriert einfach die evolutionsbiologischen Grundlagen der menschlichen Natur, die auch in den Siebzigern schon zum Teil bekannt waren, die aber damals niemand wahrhaben wollte, weil dies nicht dem linken Zeitgeist entsprach.
Alle Utopien, die darauf gründen, dass die gewünschte neue Gesellschaft erst einen neuen Menschen voraussetzt, sind zum Scheitern verurteilt. Es ist tatsächlich erklärungsbedürftig, warum sich die Menschen hier immer wieder als erstaunlich lernresistent erweisen. Aus der Erfahrung aller bisher gescheiterten kollektivistischen Utopien müsste man doch irgendwann einmal die Konsequenz ziehen, dass Menschen nicht belehrbar sind und man daher nicht auf einen "neuen" Menschen hoffen kann. So haben auch alle diese Utopien - so gut sie gemeint sein mögen - einen totalitären Kern, denn da die Menschen offensichtlich freiwillig nicht so werden wollen, wie das Modell voraussetzt, müssen sie halt durch Erziehung dahin gebracht werden, notfalls dann auch mit Gewalt.
Genau diese Tendenzen kann man dann auch in Kapitel 9 des Buches mühelos wiederfinden. In diesem Abschnitt macht Fromm einige Vorschläge, wie eine "Sein"-basierte Gesellschaft zu erreichen wäre. Der erste entscheidende Schritt auf dieses Ziel hin ist für den Autor die Ausrichtung der Produktion auf einen "gesunden und vernünftigen Konsum". Ganz davon abgesehen, dass er niemals eine gültige Definition liefern kann, was denn ein "gesunder und vernünftiger Konsum" sein soll - wer soll diese Produktion ausrichten und überwachen? Fromm will natürlich niemals Menschen dazu zwingen, das zu verbrauchen, was der Staat für das beste hält (S. 204). Nein, es kann nur dazu kommen, wenn die Menschen ihren Lebensstil ändern wollen. Und das wird nur eintreten - so Fromm -, wenn man ihnen eine Form des Konsums anbietet, die ihnen attraktiver erscheint als die gewohnte und das wiederum - zitiert von derselben Seite - bedarf eines langsamen Erziehungsprozesses, in dem die Regierung eine wichtige Rolle spielen muss. Mit anderen Worten: Eine zentrale Instanz (die sich selbstverständlich nie irren kann) "erzieht" die Menschen so, dass ihnen das von oben Gewünschte so schmackhaft erscheint, dass sie meinen, es sei ihr eigener Wunsch (man nennt das Gehirnwäsche). Das sind die klassischen Elemente eines totalitären Systems. Interessant ist, dass Fromm diese totalitären Elemente in viel üblerer Weise in seiner Utopie implementieren möchte, als sie jemals in den von ihm so harsch kritisierten westlichen Industrienationen verankert waren bzw. sind, und dies nicht einmal merkt.
Dieses 9. Kapitel enthält aber noch mehr dieser diffusen Forderungen, Widersprüche und totalitären Elemente. Es würde den Rahmen sprengen, sie hier alle zu diskutieren. Das ganze Buch ist in dem Geist geschrieben, dass die Menschen nicht selbst wissen, was für sie gut ist, und man sie dahin führen muss. Nur der Autor und seine Geistesverwandten haben offensichtlich das Wissen, was gut und was schlecht für die Menschen ist - Irrtum ausgeschlossen. Das alles wird freundlich und gut gemeint präsentiert, aber dahinter versteckt sich verhalten arrogante Respektlosigkeit gegenüber den meisten Menschen, die ihr Leben in den westlichen Industriegesellschaften leben und es auch durchaus für lebenswert halten.
Fazit: »Haben oder Sein« kann bestenfalls als Zeitdokument für den Geist der Sechziger und Siebziger Jahre herhalten, gewiss nicht als Erkenntnisquelle und schon garnicht als wünschenswertes Gesellschaftsmodell.
Haben und Sein
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Erich Fromm arbeitete in seiner Schrift "Haben und Sein" u.a. sehr gut heraus, dass es beim großen ost- westlichen Systemwettbewerb im 20. Jahrhundert hauptsächlich darum ging, wer das bessere Haben organisieren könnte und warum deshalb die zeitweiligen gesellschaftlichen Aufbruchsversuche zwischen Elbe und Werra und Wladiwostok schon zum Scheitern verurteilt waren, bevor sie Wirklichkeit werden mussten. Nach ihm erfordert der systematische Umbruch aller gesellschaftlichen Verhältnisse auch einen Wandel im Verhalten der Menschen, soll die Gattung Mensch nicht allein schon wegen der systemübergreifenden, umweltzerstörerischen Nutzung erschöpflicher Energieträger als Missgeburt der kosmischen Evolution auf dem Abfallhaufen der Geschichte landen.
Rudolf Reddig
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Produkt-Bild: Anatomie der menschlichen Destruktivität

Anatomie der menschlichen Destruktivität von Erich Fromm

Taschenbuch von rororo
Angebote bei Amazon: ab EUR 3,99

5 Punkte, sehr zu empfehlen!
5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3499170523, Erscheinungsdatum: Februar 1977, Auflage: 22
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5 Kundenrezensionen:

Der Klassiker zur Destruktivität sowohl beim Einzelindividuum (Psychopathologie) als auch in ganzen Gesellschaftsgebilden
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Was sind die Hintergründe und Ursachen menschlicher Destruktivität? Ein wichtiges und interessantes Buch, das auch auf Gebiete wie Ethnologie und Geschichte (zB auch Çatal Hüyük) eingeht, kurze psychologische Biographien von Heinrich Himmler und Stalin enthält, sowie eine ausführliche über Adolf Hitler, und vieles mehr.
Der erste Teil ist recht öde (der Anhang über Freud ebenso) und kann zur Not durchaus übersprungen werden. Ansonsten ist das Buch sehr gut, es klassifiziert und erklärt alle Arten von Destruktivität, und zeigt Wege (die auch nachdrücklich empfohlen werden), sie zu minimieren.
Fleißarbeit
5 Punkte 5 von 5 Punkten
In seiner fast sechshundert Seiten starken Arbeit fasst Erich Fromm viele wissenschaftliche Analysen zur menschlichen Destruktivität zusammen. Hier geht es im ersten Teil vor allem um die Frage "Ist der Mensch von Natur aus böse?". Wie sehr doch unsere europäische Kultur von dieser These geprägt ist, sieht man erst nach Fromm's facettenreicher Beleuchtung der unterschiedlichsten Studien. In vorliegendem Buch findet sich auch Fromms Kritik an Philip Zimbardos Vorgehen im Stanford-Prison-Experiment. Fromm führt den Leser zu einem tieferen Verständnis der menschlichen Natur und zeigt, unter welchen Umständen sich die Fähigkeiten des Menschen zum Guten wie zum Schlechten entwickeln können.

Die Frage nach der Natur des Menschen ist dabei nicht nur aus psychoanalytischer Sicht
interessant: Wer an das Böse im Menschen glaubt, wird damit auch Macht- und Kontrollinteressen zu legitimieren wissen, wenn er diese These vertritt. Ein anderer Aspekt ist
erkenntnistheoretischer Natur: viele Handlungen, Rituale oder auch moderne experimentelle
Beobachtungen (Stanford-Prison-Experiment, Milgram-Experiment) werden allzu leicht falsch gedeutet, wenn man nicht tief genug blickt.

Zuletzt bleibt wie immer der große persönliche Nutzen, wie bei allen Publikationen Fromms ? hier hat man sich allerdings auf eine streng wissenschaftliche Arbeit einzustellen: es kostet ein wenig mehr Mühe beim Lesen, lohnt sich aber umso mehr. Noch ein Wort zum Alter des Buches: viele Studien sind tatsächlich schon älteren Datums und selbstverständlich ist der Umfang an Material in den letzten 30 Jahren erheblich erweitert worden. Meiner Meinung nach ändert diese nichts an dem Wert der Publikation, da die zentralen Thesen (anders als in den Naturwissenschaften) ?aus sich selbst heraus? leben, klar werden und nachvollzogen werden können.
Weshalb sind manche Menschen bösartig destruktiv?
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Der Psychologe Erich Fromm zeigt in diesem Buch die Gründe von destruktivem( zerstörerischem) Verhalten auf und beschreibt detailliert anhand von ausführlichen Studien die Persönlichkeit von Hitler, Stalin sowie Himmler. Destruktive Persönlichkeitsstrukturen und deren individuelle und soziale Ursachen führen dazu Leben entweder absolut zu kontrollieren oder zu zerstören und kennzeichnen das Agieren eines destruktiven Menschen.
Woher kommt die Unfähigkeit zu lieben, Empathie zu empfinden und sich sozial zu verhalten?
Im ersten Teil des umfangreichen Buches befasst sich Fromm mit Instinkt- und Trieblehren und in diesem Zusammenhang mit Freuds Aggressionsbegriff, setzt sich mit Konrad Lorenz auseinander und verdeutlicht die Unterschiede im Denkansatz von Freud und Lorenz. Des weiteren thematisiert er die Vertreter der Milieutheorie und die Behavioristen um dann die Unterschiede zwischen Triebtheorien und Behaviorismus herauszuarbeiten.
Im zweiten Teil lotet Fromm die Befunde aus, die gegen die Thesen der Instinkt- und Triebforscher sprechen, beleuchtet dabei neurophysiologische Betrachtungen , das Aggressionsverhalten von Tieren und stellt anthropologische Erkenntnisse vor.
Schließlich verdeutlicht er im dritten Teil die verschiedenen Arten von Aggression sowie Destruktivität und ihre jeweiligen Voraussetzungen.
Fromm grenzt gutartige von bösartiger Aggression ab. Zur gutartigen Aggression zählen u.a. die unbeabsichtigte und die spielerische Aggression und solche , die aufgrund von Freiheitsmangel entsteht. Ausführlich werden dann die Prämissen für bösartige Aggression dargestellt, um letztlich den destruktiven Charakter, der immer auch ein sadistischer ist, zu beschreiben.
Sadismus( und Masochismus) stellen , so Fromm, als sexuelle Perversion nur einen Bruchteil des großen Bereichs Sadismus dar, bei dem kein sexuelles Verhalten im Spiel ist. Das nicht sexuelle sadistische Verhalten zielt darauf ab körperlichen Schmerz bis zum äußersten, auch wenn er zum Tode führt zuzufügen. Folter ist das Instrument des körperlichen Sadismus.
Seelische Grausamkeit, der Wunsch einen anderen Menschen zu demütigen und seine Gefühle zu verletzten, ist nach Ansicht des Psychologen noch weiter verbreitet als körperlicher Sadismus. Diese Art des sadistischen Handelns ist für Sadisten viel weniger riskant, denn dabei kommt keine physische Gewalt , sondern " nur" Worte zur Anwendung. Seelisches Leiden kann aber ebenso intensiv oder noch intensiver als körperliches Leiden wirken. Ein Charakterzug des Sadisten besteht darin, dass er stets nur von Hilflosen, nicht von Starken stimuliert wird. Für den sadistischen Charakter gibt es nur eine bewundernswerte Eigenschaft und das ist die Macht. Den Mächtigen bewundert und liebt er. Er duckt sich gerne vor ihm, verachtet den Machtlosen, der sich nicht wehren kann und wünscht ihn zu kontrollieren und zu beherrschen.
Der sadistische Charakter ist durch Angst vor dem Leben gekennzeichnet, so Fromm.
Sadistische Menschen sind liebesunfähig, weil Liebe für solche Personen ein unsicheres Terrain ist. Geliebt werden setzt voraus , dass man selbst Liebe erwecken kann und Lieben schließt das Risiko ein abgelehnt zu werden und zu scheitern.
Der sadistische Charakter kann nur " lieben", wenn er andere beherrscht, das heisst, wenn er Macht über den Gegenstand der Liebe hat. Ein Sadist fühlt sich stets impotent, unlebendig und machtlos. Deshalb möchte er, dass er den Wurm als den er sich fühlt in einen Gott verwandeln.
Bei allem sind Sadisten immer unterwürfig und hochgradig feige. Sie können töten und quälen, dennoch bleiben sie ungeliebte, isolierte, angstvolle Menschen, die eine höhere Macht benötigen, der sie sich unterwerfen können.Dies wird an den Beispielen Hitler, Stalin und Himmler verdeutlicht.
Die Ursachen bösartig destruktiven Verhaltens liegen nach Fromm in psychosozialen Fehlentwicklungen. Durch den Mangel an Liebe entsteht Empathielosigkeit und ihre sadistischen Auswirkungen.
Fromm wirbt mit seinem Buch dafür, die gesellschaftspolitischen und familiären Bedingungen so zu verändern, dass zukünftig die Würde der Menschen seitens der Attacken sadistischer Charaktere nicht mehr angetastet wird. Menschen , die in ihrer Kindeit geliebt und akzeptiert werden, mutieren nicht zu Destrukteuren.

Sehr empfehlenswert!
Ein entschärfender Tatsachenbericht über Aggression und Gewalt.
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Welche Person, die halbwegs mit Objektivität und Werkzeugen der Hinterfragung ausgestattet ist, ärgert es nicht, wenn man immer vorgekaut bekommt, dass der Mensch ein Sadist ist, weil er tierische Triebe besitzt, und sich alles mit evolutionären Fakten erklären lässt.
Das geht einem einfach auf die Nerven, vor allem da auch ein 10-jähriges Kind auf den Schluss kommen könnte, dass dies aufgrund des Instinktivismus ist, der uns Menschen zu schlimmsten Schandtaten verleitet, des "tierischen Triebs", den wir trotz iPhone und Computer besitzen.
Dass aber der Trieb der Gewalt, der uns Menschen bei Todesgefahr oder Hunger zu einer gewissen Form der Gewalt oder zum Weglaufen verleitet, nichts mit dem Sadismus zu tun hat oder der gräßlichen Gewalt in Kriegen, Krisen und anderen Grausamkeiten, beschreibt Erich Fromm in seinem Buch mehr als gut.
Der Mensch tendiert in lebensbedrohlichen Situationen dazu, wegzulaufen, sogar großteils wegzulaufen, die Gewalt kommt nur zum Vorschein, wenn man nicht weglaufen kann.
Diese Art der Gewalt, hat tatsächlich etwas mit unseren Verwandten vor zigtausenden von Jahren zu tun, aber nicht mit dem spezifischen menschlichen Sadismus.
Fromm beweist, dass Sadismus als solcher erst mit dem Aufbauen der hierarchischen Machtstrukturen- und Eliten entstanden ist, und nicht mit Tieren zu tun hat, dementsprechend nicht in unserer Genetik verankert ist und daher auch nicht allegemein als Grund, auf den sich viele ausreden, benutzt und eingeführt werden kann.
Und das machen viele, sie geben für schlimmste Verbrechen diesen Grund an, damit sie sich besser fühlen, da der Mensch Fakten will, und keine differenzierende Sichtweise, die er mit diesem vorzüglichen Buch serviert bekommt.
Der Sadismus kann nicht einfach so als ein Faktum beschrieben werden, er entsteht aus vielen Gründen, hat aber mit den menschlichen Jägern des Neolithikums, die ihrer Beute Respekt zollten und nicht wussten was Sadismus oder Krieg ist, wenig zu tun.
Hier entkräftet Fromm auch Konrad Lorenz, der glaubt, aus tierischem Verhalten etwas über die vielschichtige menschliche Gewalt herleiten zu können, ohne zu bedenken, dass die Tiere so etwas ähnliches wie Sadismus wohl kaum kennen.
Wie will dann Konrad Lorenz den Sadismus darstellen, wenn er nur über Tiere forscht?
Garnicht, er geht auf das nicht ein, dies tut Fromm dagegen schon.
Auch die lächerliche Meinung der Behavioristen, die nur die Umwelt und die Sozietät als Ganzes sehen, und die menschliche Psyche in ihren unendlich vielen Formen einfach negieren, wird hier gründlichst zersägt, und dass ist auch gut so.
Das ich dieses Buch weiterempfehle ist klar, manche Sachen sollte man sogar als Interessierter in diesem Bereich gelesen haben.
Der Mensch begeht nicht nur Mord, wenn er nichts kriegt, und der Mensch ist nicht nur lieb und ruhig, solange er mit Materiellem befriedigt wird.
Diese Auffassung der Behavioristen und Triebtheoretiker wird endgültig in den Wind geschossen.
Ein Buch, dass versucht mehr als nur eine Richtung zu beschreiben und hinter der keine Ideologie steht, denn genau dass sind im Endeffekt die anderen Theorien, =Ideologien.
Fünf von Fünf Sternen, sage ich dazu nur.
Gut und Böse
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Viele Psychologen und Biologen haben versucht, den Menschen auf rein biologische und mechanische Kategorien zu reduzieren. Im Gegensatz zu ihnen stellt Erich Fromm Gut und Böse in den Mittelpunkt seiner Theorie. Er sieht er den Menschen als Teil der Gesellschaft, die ihn prägt und die wiederum von den Taten des einzelnen geprägt wird. So kann nicht nur ein Mensch psychisch krank werden, sondern auch eine ganze Gesellschaft. Für mich war dieses Buch ein ungeheures Erlebnis, wie eine Offenbarung. Es stellt das Grauen, das Entsetzliche, das ein Mensch dem anderen antut, wahrhaftig dar, wenn diese Darstellung auch noch so furchtbar ist. Dieses Gefühl des Ausgeliefertseins des einzelnen an eine Gesellschaft, die durchaus nicht vom Guten geprägt ist. Ein Ausgeliefertsein, das in der frühen Kindheit beginnt und für die meisten niemals endet. Das sich in der Furcht vor Autoritäten und den die Gesellschaft prägenden Konventionen äüßert. Das zur inneren Abkapselung von der Umgebung und schweren seelischer Deformationen führen kann. Erich Fromm beschreibt die damit verbundenen Charaktersyndrome wie Narzissmus, Sadismus und Nekrophilie ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Vor allem nicht über ihre weite Verbreitung in der heutigen Gesellschaft. So ist verbaler Sadismus, also z.B Häme und Spott oder die Diskrimierung von Aussenseitern - man denke dabei nur an seine Schulzeit - weithin akzeptierte Praxis. Narzisstischer Größenwahn ist für die meisten Politiker und Wirtschaftsbosse Grundlage ihrer Karriere.
Anders als in der antiken Sage von der Büchse der Pandora, deren Inneres die Hoffnung für immer gefangen hält, ist die Gesellschaft, die den Menschen gefangen hält, nicht unveränderbar. Aber nichts, aber auch gar nichts wird sich verändern, wenn man nicht anfängt, die Wahrheit zu sagen, und sei sie noch so schrecklich. So gesehen ist die Anatomie der menschlichen Destruktivität ein sehr empfehlenswertes Buch.
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Produkt-Bild: Vom Haben zum Sein: Wege und Irrwege der Selbsterfahrung

Vom Haben zum Sein: Wege und Irrwege der Selbsterfahrung von Erich Fromm

Broschiert von Ullstein Tb
Angebote bei Amazon: ab EUR 8,06

5 Punkte, sehr zu empfehlen!
5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3548367755, Erscheinungsdatum: Mai 2005, Auflage: 1., Aufl.
Zoom ± Produkt-Bild: Vom Haben zum Sein: Wege und Irrwege der Selbsterfahrung

Aus der Amazon.de-Redaktion


"Wage zu denken, sapere aude", schreibt Fromm, beruft sich auf Kant und ist dabei aktueller denn je. Es gelte, "den großen Schwindel" zu durchschauen, der die Reklame wichtiger macht als das Produkt. Man müsse verstehen lernen, dass sich hinter "mancher Berühmtheit ein mittelmäßiger, dafür aber narzisstischer, aggressiver, angetrunkener oder obszöner Schlagzeilenlieferant" verbirgt. Gleiches gelte für den Massenmarkt des Seelenheils, auf dem Selbsterfahrung und Selbstverwirklichung zum Discountpreis angeboten werden und das eigentliche Original kaum mehr auszumachen sei.
Ist ein Schalk, wer Arges denkt und an der Lauterkeit der Kriegspolitik der Bush-Administration zweifelt? Naiv und leicht täuschbar zu sein, "ist unverantwortlich, besonders heute, wo Lügen zu einer Katastrophe führen können, weil sie für echte Gefahren wie auch für reale Möglichkeiten blind machen", schrieb Fromm vor mehr als 30 Jahren. Und weiter: "Häufig bieten sich jene, die den Menschen ausbeuten, als Vaterfiguren an und werden auch als solche gerne angenommen. Man zieht es vor, Menschen zu gehorchen, die es angeblich gut meinen, als sich selbst einzugestehen, dass man aus Angst und Ohnmacht gehorcht."
"Schlechte oder triviale Gesellschaft" solle man daher meiden und sich von dem Irrtum verabschieden, es gebe ein "Leben ohne Anstrengung und Leiden" genauso wenig, wie es ein Ideal gebe, spontanen Impulsen immer und überall zu folgen und dadurch glücklich zu werden. Konzentration, wach sein, Meditation, Gewahrwerden und Psychoanalyse sind die Mittel gegen die Illusion. Und schöpferisches Maßhalten. Dinge, die kein Mittel für größere Lebendigkeit und Produktivität sind, sondern nur dem "passiv-rezeptiven" Konsum dienen, brauchten wir nicht. "Ich bin, was ich bin" oder Vom Haben zum Sein: Also geht der steinige Weg tieferer Selbsterkenntnis. Auch hier gelte es, wachsam zu sein und übergroße Intellektualisierung, Narzissmus und Besitzstrukturen mit Hilfe der großen Denker der Menschheit zu überwinden. Denn, und hier zitiert Fromm Meister Eckhart: "Wie kann einer überhaupt leben, ohne in der Kunst des Lebens und Sterbens unterrichtet worden zu sein?"
"Fromm und gut oder gierig und schlecht": Unter dieser Überschrift könnte das Buch auch stehen. Sie wäre allerdings mehr zynisch als richtig und sagte mehr aus über den in seine Zeit verstrickten und skeptischen Rezensenten als über das Buch, das für manchen modernen Leser etwas unbequem daherkommt. Statt die Freiheit klar und programmatisch geschlossen in der politischen Freiheit von etwas zu suchen, in der Freiheit von Feudalismus, Kapitalismus, Imperialismus etc., gilt bei Fromm der religiöse Satz "Der Mensch kann frei sein, selbst wenn er in Ketten liegt" in einer besonderen Art und Weise. Über das Mittel der Massensuggestion liegt der Mensch nun an den Ketten unsichtbarer Zwänge. Wie er sich aus eigener Kraft befreien kann, dazu gibt Fromm zahlreiche Empfehlungen. --Dr. Stefan Rusche
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5 Kundenrezensionen:

Erichs Fromms Lebenswerk
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Dieses Buch greift schon in den 70er Jahren die Probleme unserer Zeit sowohl die des einzelenen Menschen zum Glück oder Unglück als auch die aktuellen Probleme der Zeit beispielsweise der Finanzkrise im Kern auf. Es sollte eine Pflichtliteratur in der Schule zusammen mit Fromms "Die Kunst des Liebens" sein.
Mehr als nur eine Ergänzung!
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Es wird gesagt, dass dieses Buch nur eine Ergänzung zu "Haben und Sein" sei. Das ist es nicht!
Es ist mehr. Auch das Lesen dieses Buches ohne vorher "Haben und Sein" gelesen zu haben ist möglich, wenn auch mit einbußen. Erich Fromm geht in diesem Werk viele Themen an:
Zunächst geht er auf die "Irrwege der Selbsterfahrung" ein. Er spricht von verschiedenen esoterischen Gruppen, die mit der Realität nicht viel gemein haben und wohl eher das Ziel verfolgen Geld zu machen.
Im weiteren Verlauf macht er einige Vorschläge für den richtigen Weg zur Selbsterfahrung: "Wach sein", "Gewahrwerden", "sich konzentrieren". Diese Vorschläge hören sich zunächst simpel an, sie sind jedoch der Grundstein für den weiteren Weg. Ohne sie ist er nicht zu beschreiten.
Im darauffolgenden Kapitel geht Fromm auf die Begrenztheit der Psychoanalyse ein und zeigt mit größmöglicher Kompetenz Fehler in verschiedenen Schulen der Psychoanalyse auf (vorzüglich Freud).
Nach diesem Kapitel ist sozusagen die Grundmauer errichtet. Nun geht Fromm auf die Gründe für die Orientierung am Haben ein. Durch das Verständnis dieser komplexen Zusammenhänge erlangt der Leser eine ganz neue Sicht der Dinge und erkennt seine eigene Habensorientierung.
Gerüstet mit dieser Erkenntnis kann der Leser nun Fromms "Lösungsvorschlag" annehmen und sich erklären lassen wie man diese Orientierung in die falsche Richtung ablegen kann.
Ein fantastisches Werk, das Interessierten 150 Seiten Spannung und "Aha-Erlebnisse" bringen wird.
Teilweise, aufgrund des komplexen Themengebiets, nicht leicht verständlich, aber auch für Laien zumutbar.
Sehr zu empfehlen!
Absolut unerlässlich zu "Haben oder Sein"
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Den Wert dieses Buches kann man gar nicht hoch genug schätzen (genau wie bei allen anderen Büchern Fromms auch). Jeder der "Haben oder Sein" gelesen hat, sollte im Anschluss unbedingt dieses Buch lesen, in dem Erich Fromm die Richtung zu einem richtigen und guten Leben weist.
Die Zerrissenheit zwischen Haben oder Sein
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Erich Fromms ersteres Buch, "Haben oder Sein", begleitet mich seit 25 Jahren.
Umsomehr hat es mich gefreut, das es zu dieser Thematik sozusagen eine Fortsetzung gibt. Besonders berührt in diesem Buch, "Vom Haben zum Sein", haben mich die Kapitel über das Gewahrwerden und die Achtsamkeit. Weiter bin ich auch noch nicht. Das ist kein Buch, das man liest wie Trivialliteratur. Ich studiere dieses Buch. Ich streiche, mir wichtige Aussagen an, um mit Freunden darüber zu diskutieren. Oder ich schreibe mir Sätze heraus, die mir in dem Moment besonders wichtig sind, und hänge sie an die Wand. Diese beiden Bücher von Erich Fromm helfen mir, über Besitzdenken und Seins-Werdung klarer zu werden. Und dieser Prozess ist niemals beendet.
Geniales Buch!
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Wer "Haben und Sein" gelesen hat, sollte dieses Buch nicht verpassen! Aber sicher auch für diejenigen zu empfehlen, die Fromm noch nicht kennen! Erich Fromm wie immer - einfach supergenial!
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Produkt-Bild: Die Furcht vor der Freiheit

Die Furcht vor der Freiheit von Erich Fromm

Taschenbuch von Deutscher Taschenbuch Verlag
Angebote bei Amazon: ab EUR 2,70

4,5 Punkte, empfehlenswert.
4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3423350245, Erscheinungsdatum: März 1993, Auflage: Neuaufl.
Zoom ± Produkt-Bild: Die Furcht vor der Freiheit

5 Kundenrezensionen:

Gibt es noch Freiheit
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Ist unser Wille wirklich frei ???
Warum haben wir Furcht vor der Freiheit.
Fromm stellt auf entsetzende Art und Weise fest, dass der freie und eigenständig aus dem Gruppenzwang ausbrechende Mensch meistens zu einem vereinsamten Menschen wird. Er belegt und erläutert die eingrenzenden Faktoren eines Vater Staates der mithilfe seines Wasserträgers Kirche die Menschheit zu Konformisten geisselt. Diese NORMkonformität führt vor allem zur Unfreiheit des Geistes und assimiliert und absorbiert jedwedigen Ansatz von Generalismus da sie den Spezialismus als ultima ration an das Volk ( Untertan ) weiter gibt. Fromm's Aussichten sind düster aber er zeigt auch Lichtblicke und Ansätze wie man den Grad zwischen den Wänden dieser Riesenmüllpresse übersteht um nicht total zu vereinsamen. Luther der Scharlatan behauptete tolldreist der Mensch sei von Geburt auf schlecht und könne nur über den Glauben geläutert und frei werden.Auch hier setzt er gezielt den Samen der Unfreiheit von Geburt an indem er ein bindendes Gesetz dem Menschen aufzwingt anstatt ihn sanft mit gesunden Richtlinien zur eigenen inneren Selbsterkenntniss zu führen. Das ganze ist eine erschreckende Bestätigung einer von Aldous Huxley getätigten Aussage die zu diesem Buch nicht treffender sein könnte.

"Es ist absolut möglich, dass sich ein Mensch außerhalb des Gefängnisses befinden kann und dennoch gefangen ist; dass er frei aller körperlichen Fesseln ist und dennoch psychologisch unfrei --- dazu gezwungen, so zu denken, zu fühlen und zu handeln, wie es die Vertreter des Staates oder gewisser privater Interessen innerhalb des Staates von ihm verlangen. Die Natur eines solchen psychologischen Zwanges ist dergestalt, dass diejenigen, die ihm unterworfen sind, glauben, sie handelten auf Grundlage ihrer eigenen Initiative. Das Opfer von Verstandes-Manipulation weiß nichts von seiner Rolle als Opfer. Für ihn sind die Wände seines Gefängnisses unsichtbar, und er selbst glaubt, frei zu sein. Dass dies nicht stimmt, ist aber nur für die anderen Menschen offensichtlich. Sein Sklaventum ist rein objektiv." --- Wiedersehen mit der schönen neuen Welt, Aldous Huxley, 1958

Der freie Mensch hat dies erkannt und für diese Menschen gibt es anstatt Isolation die Kommunikation und das Internet. Der freie Geist findet seinen Weg, weil das kommende Zeitalter des Wassermanns Individualität und nicht EGO in den Vordergrund stellt.
Wer kann erkennen, dass er gefangen ist?
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Der Mensch lebt in einem Gefängnis, das er selbst durchbrechen muss, dessen Mauern er aber in der Gesellschaft nicht mehr erkennen kann, da er mit ihnen aufgewachsen ist.
Seit Generationen werden diese Prinzipien weiter vererbt und die Last des modernen Menschen scheint schier unerträglich zu werden, da mit der Zeit die Ursachen der Gefangenschaft nicht mehr erkannt werden können und demzufolge eine erdrückende Ohnmacht herrscht.
Erkenntnis sei der erste Weg zur Besserung - und da bleibt dieses Buch auch stehen - eine psychoanalytische Darstellung der Freiheit aus verschiedenen Blickwinkeln.
Die Ursache der Unfreiheit des Menschen sehe ich aber im mangelnden Bewusstsein der Menschheit und wie man diese Tatsache verändern kann, darüber herrscht großes Schweigen.
Warum ist der Mensch nicht fähig, wirklich frei sein zu können und warum macht er immer dieselben Fehler?
Eine Analyse kann dieses Problem nicht lösen - der umfassende Blickwinkel aus existenzieller Sicht fehlt.
Die eigentliche Befreiung ist eine Synthese - deshalb bleibt das Buch auf der Stufe des Wissens und nicht der Weisheit stehen.
Trotzdem lesenswert, weil es zum Umdenken zwingt und den einen oder anderen aufrüttelt, sich befreien zu wollen.
"Wir sind zu Konformisten geworden"
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Erich Fromms wurde im Jahre 1900 als einziger Sohn orthodoxer jüdischer Eltern in Frankfurt geboren. Während seines Studiums machte er die Bekanntschaft mit zwei Autoren, die sein Leben bestimmen sollten: Sigmund Freud und Karl Marx. Im Frankfurter Institut für Sozialforschung leitete er die psychoanalytische Forschung. Von den Nationalsozialisten vertrieben, kehrte er Deutschland den Rücken.

In Die Furcht vor der Freiheit" untersucht Fromm sowohl die Ursachen des Faschismus als auch die Unzulänglichkeiten der modernen Demokratie.

Unterschiede zum Vorbild Freud.

Erich Fromms Interesse galt schon früh den Auswirkungen der Psychoanalyse auf die Gesellschaft. Im Gegensatz zu seinem Lehrer hält er den Menschen primär für ein gesellschaftliches Wesen", welches nicht nur durch seine biologischen Faktoren, sondern auch durch die Kultur bestimmt wird. Den menschlichen Charakter deutet er als Reaktion auf seine Erfahrungen und nicht umgekehrt. Der Gesellschafts-Charakter wird ähnlich dem individuellen Charakter durch die Triebe des Menschen einerseits, aber auch durch das Gesellschaftssystem andererseits bestimmt: Kurz, der Gesellschafts-Charakter internalisiert äußere Notwendigkeiten und spannt auf diese Weise die menschliche Energie für die Aufgaben eines bestimmten ökonomischen und gesellschaftlichen Systems ein". Eltern erziehen ihre Kinder - wenn auch unbewusst - im Geiste des Charakters, den die Gesellschaft repräsentiert.

Der Kampf des Menschen um die Freiheit.

Um frei zu sein, musste der Mensch zunächst gegen die Natur, die Kirche und dann gegen den Staat kämpfen. Diesen Kampf bezeichnet Fromm als die Freiheit ,von' etwas. Die so gewonnene Freiheit gab dem Menschen das Gefühl von Unabhängigkeit, Macht und Stärke. Aber Fromm zeigt auch die dunklen Seiten der Freiheit: Die Freiheit hat ihm (dem Menschen) zwar Unabhängigkeit und Rationalität ermöglicht, aber sie hat ihn isoliert und dabei ängstlich und ohnmächtig gemacht". Denn die Kräfte, die ihn unterdrückten, boten ihm auch Schutz und Geborgenheit.

Wie reagiert der Mensch auf diese Situation?

Wie so oft im Leben gibt es zwei verschiedene Wege: die positive Aufarbeitung und die negative Flucht vor der Angst. Unter den Fluchtmechanismen unterscheidet Fromm zwischen der Flucht ins Autoritäre, der Flucht ins Destruktive und der Flucht ins Konformistische. Die Flucht ins Autoritäre führt in den Sadomasochismus. Ziel des Masochismus ist das individuelle Selbst loszuwerden, sich selbst zu verlieren; oder anders gesagt: die Last der Freiheit loszuwerden". Der sadistische Trieb jedoch möchte Herrschaft über andere ausüben. Der Sadist liebt die Macht und verachtet die Schwäche. Die Grenze zwischen Sadismus und Destruktivität beschreibt Fromm wie folgt: Der destruktive Mensch möchte das Objekt zerstören ... Der Sadist dagegen möchte sein Objekt beherrschen, daher erleidet er einen Verlust, wenn dieses verschwindet". Bei der Wahl des dritten Fluchtwegs hört der einzelne auf, Selbst zu sein: er gleicht sich völlig dem Persönlichkeitsmodell an, das ihm sein Kultur anbietet". Statt eigene Gedanken zu fassen, lässt sich der Mensch von außen vorformulierte Dinge einflößen.

Der Nationalsozialismus.

Der Faschismus hatte nicht nur ökonomische Gründe. Aber was konnte die atavistischen Kräfte der Menschen wecken, von deren Existenz so Fromm wir nichts wussten oder von denen wir zumindest annahmen, sie seine schon lange ausgestorben". Die Kleinbürgerschicht, die sich aus Rechtsanwälten, Soldaten, Krämern usw. zusammensetzte, wurde von Inflation und Depression, dem Zusammenbruch der Monarchie und dem Verfall ihrer gesellschaftlichen Stellung schwer getroffen. Dem Gefühl von Ohmacht und Bedeutungslosigkeit folgte die Flucht ins Autoritäre. Diese psychologischen Bedingungen waren nicht die ,Ursache' des Nazismus. Sie waren nur die menschliche Basis, ohne die er sich nicht hätte entwickeln können", erläutert Fromm. Er vor dem Krieg auch die Triebstruktur deutscher Arbeiter und Angestellten untersucht und festgestellt, dass sie trotz des Sieges 1918 dem aufkeimenden Faschismus keinen Widerstand entgegensetzten würden, da sie durch Rückschläge demotiviert waren.

Die moderne Demokratie.

Moderne Demokratie und Kapitalismus bieten keinen Schutz vor Isolation und Angst. Im Gegenteil, ältere Menschen, Kinder, Kranke, sie alle werden von der Gesellschaft nur zu bereitwillig in die Einsamkeit verbannt. Arbeiter und Angestellte kennen das Gefühl der Angst um den Arbeitsplatz; auch gut dotierte Manager und Politiker fühlen sich zuweilen einsam. Der moderne Mensch flüchtet in den Konformismus und gibt sein selbst auf. Beispiel Werbung: der Einzelmensch lässt sich von der Masse lenken. Wir sind zu Konformisten geworden, die in der Illusion leben Individuen mit eigenem Willen zu sein." Fromm fällt in seiner neuen Heimat Amerika auf, dass bereits die Kinder zum Lächeln erzogen werden. Dies geschieht jedoch nicht aus Philanthropie, sondern um in den Augen der Anderen als liebenswürdig zu gelten. In unserer Gesellschaft hält man ganz allgemein nicht viel von Gefühl", kritisiert Fromm.

Fromm sucht nach den Gründen dieser Entwicklung und spannt den Bogen von der modernen Demokratie bis zur Reformation. Durch die Reformation wurde das mittelalterliche ständische Gesellschaftssystem für die städtischen Mittel- und Unterschichten sowie für die Bauern brüchig. Luther, der zeitlebens ein ambivalentes Verhältnis gegenüber der Autorität aufwies, bezeichnet den Menschen als von Grund auf schlecht; nur der Glaube kann zur Erlösung führen. Calvins Menschenbild ist ebenfalls pessimistisch. Er glaubte an die Vorbestimmung des Menschen und nahm ihm nicht nur sein Schicksal aus der Hand, sondern teile die Bevölkerung auch in gut und böse ein. Dazu Fromm: Der einzelne war sich selbst überlassen; alles hing nur mehr von seinen eigenen Anstrengungen ab, nicht von der Sicherheit seines traditionellen Standes ... Das Kapital ,hatte aufgehört, Diener zu sein, und war zum Herrn geworden'". Luther und Calvin hatten die Grundlage für den Kapitalismus geschaffen. Der Einzelne arbeitete nicht mehr unter äußerem Zwang, sondern gehorchte einer inneren Überzeugung.

Obwohl sich der weitaus größte Teil des Buches mit der negativen ,Freiheit von etwas' befasst, erläutert Fromm auch, wie man ein glückliches Leben führen kann. Wenn es uns gelingt zu einer positiven ,Freiheit zu etwas' zu gelangen, können wir dem Leben ein Ziel geben. Die positive Freiheit besteht im spontanen Tätigsein des gesamten integrierten Persönlichkeit", schreibt Fromm. Unter gesamter integrierter Persönlichkeit versteht er die Balance zwischen emotionalen und intellektuellen Bereichen, zwischen der Vernunft und der Natur. Das Leben ist für ein tätiges und schöpferisches Individuum" sinnvoll.

Fazit: Auch nach über sechzig Jahren ist Werk Fromms beachtens- und lesenswert.
Die Erkenntnis von Abhängigkeiten
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Die Erkenntnis von Abhängigkeiten

Für viele Menschen mutet die Unfreiheit wie ein Käfig an, in dem sie gefangen gehalten werden. Nach Erich Fromm jedoch ist sie für die meisten eher wie ein Dach über dem Kopf, das sie vor Unbill und Gefahren schützt. Sie begeben sich bewusst in Abhängigkeiten.
Das muss nicht automatisch schlecht sein: Kinder beispielsweise brauchen die Eltern, die auf sie aufpassen und an denen sie sich orientieren können. Auch die Religion ist für viele Menschen Trost und zugleich Inspiration.

Viele Menschen jedoch machen sich von bösen Mächten abhängig, von Diktatoren, radikalen Glaubensströmungen, von Menschen, die ihre Macht benutzen, um ihre gewaltsamen Ziele durchzusetzen.
In seiner Angst wird der Mensch dann zum Jünger schlechter Propheten und zum willigen Werkzeug bei der Ausführung ihrer Befehle.

Darüber hinaus ist das Prinzip der Abhängigkeit praktisch immer verbunden mit einem Prinzip des Sado- Masochismus: der unterdrückte, bevormundete und geknechtete Mensch hat immer ein starkes Bedürfnis, seine Minderwertigkeit an anderen, schwächeren Menschen auszuleben und zu kompensieren.
Selbst Diktatoren unterwerfen sich dem Schicksal und der Vorhersehung. Ganz am Ende der Unterdrückungskette stehen die Andersdenkenden, die Andersgläubigen, die Schwachen und Behinderten.

Die Theorie Erich Fromms bringt dem Leser ein großes Stück weit unsere Gesellschaft näher, denn das Prinzip der Abhängigkeit und des Sadismus lässt sich auch in die gegenwärtige Zeit übertragen.
Seine Analyse befähigt den Leser, Abhängigkeiten zu erkennen und sich - im besten Fall - von ihnen zu befreien.
Von Erich Fromm 1942 im Exil geschrieben, hat sein Werk bis heute nichts von seiner Aktualität eingebüßt.
Furcht vor der Freiheit hinter unbekannten Mauern?
4 Punkte 4 von 5 Punkten
°
Freiheit ist für viele einer der wichtigsten Werte und dennoch ist es schwierig, sich eine Freiheit außerhalb der eigenen Mauern vorzustellen, die durch Erziehung, Gesellschaft etc. in uns drin verankert wurden. Ein wenig paradox also, daher eine Empfehlung für Fromms Buch, das diese ?Furcht vor der Freiheit? greifbarer macht. Fromm schreibt ziemlich verständlich, bleibt allerdings leider mehr beim Analysieren und Feststellen des Ist-Zustands. Gute Anregungen zum Nachdenken also, doch wie es danach für jeden selbst weitergeht bleibt offen. 4 Sterne, da ohne allzu konkrete Lösungsvorschläge und weil seine ?Kunst des Liebens? und ?Haben oder Sein? vergleichsweise lesenswerter sind.

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Märchen, Mythen, Träume: Eine Einführung in das Verständnis einer vergessenen Sprache von Erich Fromm

Taschenbuch von rororo
Angebote bei Amazon: ab EUR 0,66

4 Punkte, empfehlenswert.
4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3499174480, Erscheinungsdatum: Oktober 1981, Auflage: 19
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4 Kundenrezensionen:

Tiefe Einblicke in das Innere der Psyche
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Tiefe Einblicke in das Innere der Psyche

In diesem Buch begibt sich der renommierte Gesellschafts- und Psychoanalytiker in die intime Welt der Träume und Gefühle. Da das Träumen seit Urzeiten dem Menschen eigen ist, werden zunächst die Symbolik der Träume untersucht und dabei die Mythen und Sagen der jeweiligen Völker herangezogen. Diese geben bereits wichtige Anhaltspunkte für die jeweilige Traumdeutung (welche Bedeutung hat ein Vogel, ein Baum, eine Schlange in der jeweiligen Kultur).

Am wichtigsten jedoch ist der Zugang zum Unterbewusstsein: im Traum reflektiert der Mensch innere und äußere Einflüsse seines Lebens und stellt dabei seine eigenen Regeln auf. Im besten und schönsten Fall sind das Regeln jenseits von Zwängen und Schwerkraft.

Der Weg ins Unterbewusste beinhaltet jedoch auch den Zugang zu seelischen Abgründen. Vor allem wiederkehrende Angst- und Albträume sind Anzeichen von -häufig längst vergessenen- Zurücksetzungen und Verletzungen. Dabei bietet sich dem verletzen Menschen jedoch auch die Möglichkeit, seine Vergangenheit erneut aktiv zu durchleben und aufzuarbeiten. Seelische Wunden können dann verheilen oder zumindest vernarben.

Erich Fromm gibt in seinem Buch tiefe Einblicke in die Traumdeutung. Er bezieht sich dabei auch auf andere Autoren wie C.G. Jung und Sigmund Freud und erläutert zahlreiche Fallbeispiele. Aufgrund der Komplexität des Themas ist "Märchen, Mythen, Träume" kein einfaches Buch, aber dennoch sehr informativ und auf alle Fälle lesenswert.
Einführung in das Verständnis einer vergessenen Sprache
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Der Psychoanalytiker Erich Fromm befasst sich damit, inwieweit
man in Träumen Zugang zu den vergessenen Symbolen, zu einer
unbewußten Sprache der Seele, der Instinkte, des Wissens unserer
Altvorderen durch die Träume vorzudringen vermag und sich ihnen wiederfindet. Fromm versteht die Traumsprache als eine Kunst, die es zu erlernen gilt, dazu braucht man Kenntnisse, Erfahrung, Talent und Geduld und ich glaube es kann auch ganz schön sein, mit anderen Menschen, auch mit seinem Psychiater über seine Träume zu sprechen, denn ich glaube dem Fachmann kann so ein Traum viel über den Seelenzustand des Träumenden verraten. Ein Psychoanalytiker hilft, die Symbole zu verstehen
der Träumer trennt das Tagesgeschehen von den Märchen und Mythen
und gemeinsam schauen sie was die Mythen und Märchen im Alltagsleben zu bedeuten haben. Sinnvoll ist es ein Traumtagebuch zu führen
Für Einsteiger genau richtig
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Ein kleines Taschenbuch mit viel Inhalt gibt eine gute Grundlage für alle weiterführende Traumdeutungs-Literatur. Mehr noch, dies ist eigentlich eine Einführung in das menschliche Unterbewusstsein. Fromm schreibt anschaulich und führt zahlreiche, leicht verständliche Beispiele an.
Man liest das Buch gern, zügig und mit steigendem Interesse.
eine allgemeinverständliche Einführung in die Traumdeutung
3 Punkte 3 von 5 Punkten
Dieses Buch ist eine -auch für Laien verständliche- Einführung in die ganzheitliche Trauminterpretation. Erich Fromm beschreibt sowohl die Geschichte der Traumdeutung als auch die Traumdeutung von Freud und Jung. Insgesamt ist das Buch sehr anschaulich geschrieben und enthält auch viele praktische Beispiele von Träumen und deren Auslegung. Jedoch muß man an einigen wenigen Stellen zweimal hinsehen, da er Fachbegriffe benutzt, die er nicht erklärt. Auch hätte der Teil der Traumdeutung noch etwas ausführlicher sein dürfen. Das Buch erweckt auf jeden Fall Neugierde auf weitere Literatur.
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Die Kunst des Liebens von Erich Fromm

Taschenbuch von Deutscher Taschenbuch Verlag
Angebote bei Amazon: ab EUR 3,00

5 Punkte, sehr zu empfehlen!
5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3423361026, Erscheinungsdatum: März 1998, Auflage: 12., Aufl.
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5 Kundenrezensionen:

Liebe durch das Tätigsein einer produktiven Charakterorientierung
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Erich Fromm, am 23. März 1900 als Sohn eines jüdischen Weinhändlers in Frankfurt am Main geboren, war Psychoanalytiker, Philosoph und Sozialpsychologe. Mit dreizehn Jahren begann sich Fromm intensiv mit Talmudstudien und Schriften von Ernst Bloch zu beschäftigen. In Frankfurt studierte er zwei Semester Jura, bevor er in Heidelberg Soziologie, Psychologie und Philosophie studierte. In München studierte er darüber hinaus Psychologie und Psychiatrie. 1934 emigrierte er zusammen mit dem Institut für Sozialforschung nach New York und eröffnete dort eine psychoanalytische Praxis. Fünf Jahre später trat er aus dem Institut aus, um gegen eine vollwertige Aufnahme Theodor W. Adorno`s zu protestieren. Ein Jahr später erhält Fromm die amerikanische Staatsbürgerschaft.

Mit seinem Buch "Die Furcht vor der Freiheit" wird er zum bedeutenden Vertreter der Neo-Psychoanalyse, wo er die Thesen Sigmund Freud`s auf andere Weise interpretiert. Als Professor wird er fortan für Psychologie in Vermont tätig. Während dieser Zeit erscheint sein Buch "Psychoanalyse und Ethik". Nach seiner Umsiedelung nach Mexiko, wo er eine eigene Praxis eröffnet, erhält er eine ausserordentliche Professur für Psychoanalyse an der Staatsuniversität in Mexiko City. 1956 erscheint sein Buch "Die Kunst des Liebens", das schnell grosse Popularität gewinnt. Sieben Jahre später eröffnet Fromm das mexikanische psychoanalytische Institut. 1974 siedelt er nach Muralto, ins Tessin über. Hier stellt er zwei Jahre später sein wohl wichtigstes Werk "Haben oder Sein" fertig. Erich Fromm stirbt am 18. März 1980 im schweizerischen Muralto.

Erich Fromm beschreibt in seinem Werk "Die Kunst des Liebens" das menschliche Problem der Liebe als Auffassung des Menschen, selbst geliebt zu werden, anstatt zu lieben und lieben zu lernen. Hinter der Einstellung, dass man nichts lernen müsse, um lieben zu können, stecke die Annahme, es gehe bei dem Problem der Liebe um ein Objekt, nicht um eine Fähigkeit, die man sich erarbeiten muss. Diese Einstellung sei zum Einen durch die moderne Konsumkultur bedingt. Der Mensch sehe seinen Mitmenschen als Objekt mit verschiedenen attraktiven Eigenschaften, die ihn auf dem Personalmarkt begehrenswert machen. Dabei hänge dies wiederum von der jeweiligen Mode ab, die in der Gesellschaft vorherrsche. Der gewünschte Gegenstand ist also vom Standpunkt seines gesellschaftlichen Wertes aus begehrenswert. Menschliche Arbeitskraft und Energie werden zu Gebrauchsgütern. Das Verlieben zwischen zwei Menschen geschieht dann, wenn das gegenseitige Gefühl vorhanden ist, dass man das beste Objekt gefunden hat, das für sie in Anbetracht des eigenen Tauschwerts auf dem Markt erschwinglich ist.

Die Erfahrung des menschlichen Abgetrenntseins beschreibt Fromm als die essentielle Angstquelle des Menschen. Hilflos zu sein, ohne jede Möglichkeit, die Welt und Mitmenschen mit den eigenen Kräften zu erfassen. Dass die Welt über den Einzelnen herfallen kann, ohne dass dieser darauf reagieren kann. Das Bewusstsein der menschlichen Getrenntheit ohne die Wiedervereinigung durch die Liebe treibe den Menschen zu verschiedensten orgiastischen Zuständen. Der Mensch sei ein Wesen, das sich mehr und mehr von seinem natürlichen Ursprung entfernt hat und seither immer intensivere Bedürfnisse entwickelt hat, Mittel und Wege zu finden, dem Getrenntsein zu entrinnen. So sucht er sich dieses Entrinnen in verschiedensten orgiastischen Zuständen. In einem vorübergehenden Zustand der Exaltation verschwindet die Aussenwelt und damit auch das Gefühl, von ihr abgesondert zu sein. Auch der sexuelle, menschliche Orgasmus hat in diesem Kontext heute einen hohen Stellenwert für die Menschen, ist er doch ähnlich eines Trancezustandes durch gewisse Drogen, bei dem man alles um sich herum vergisst. Die meisten Menschen suchen sich diesen Zustand günstigerweise in der Konformität mit Gruppen, der dadurch gefördert wird, dass die Unterschiede zwischen den Individuen mit der Zeit ausgemerzt werden, die Polaritäten zwischen den Geschlechtern immer mehr verschwinden. Dazu kommt, dass man heute unter anderem als einzelnes Atom des Gefüges reibungslos funktionieren muss, damit die Gesellschaft in ihrer speziellen Kultur funktionieren kann.

Fromm`s Meinung nach sei die reife Liebe ein aktives Tätigsein, das durch eine produktive Charakterorientierung entstanden ist. Dabei bleibt die eigene Integrität und Individualität erhalten. Es ist der Akt des Gebens, dem die Grundelemente von Fürsorge, Verantwortungsgefühl, Achtung vor dem anderen und Erkenntnis innewohnen. Die tätige Sorge für das Leben und das Wachstum dessen, was man liebt. Die charakterliche Tiefe eines Menschen zu erkennen und so zu betrachten, wie sie wirklich ist und sie nicht aus dem Grunde liebt, weil diese bestimmten Vorgaben entspricht oder sie einen Nutzen gebracht hat, den ich nun kompensieren muss. Fromm sagt aber auch, dass es dem Menschen wohl nie gelingen werde, den Charakter eines Menschen ganz zu erfassen. Dazu käme, dass der Mensch ein Wesen von Widersprüchen sei. Der einzige Weg zu Erkenntnis sei der Akt der Liebe, in dem man dem anderen etwas von seiner Lebendigkeit gibt. Wie etwa Freude, Verständnis oder Hilfsbereitschaft. Reife Liebe folge nicht dem Prinzip der häufig auftretenden, infantilen Liebe, wobei man jemand liebt, weil man selbst geliebt wird, sondern dass man geliebt wird, weil man jemanden liebt. Nicht, weil man jemanden liebt, weil man ihn braucht, sondern ihn braucht, weil man ihn liebt.

Als eine wichtige Bedingung, einen anderen Menschen lieben zu können, beschreibt Fromm die Liebe zum persönlichen Selbst, das untrennbar mit der Liebe zu allen anderen Wesen verbunden sei. Die Bejahung des eigenen Lebens, des eigenen Glücks und Wachstums und der individuellen Freiheit sei die Wurzel der Liebesfähigkeit. Dazu zieht Fromm die "Nächstenliebe", wie sie anschaulich in der Bibel existiert, heran. Zu lieben und zu geben ohne Narzissmus und Egoismus und sich mit seinen Mitmenschen als Einheit zu fühlen. Fromm erläutert desweiteren die paradoxe Logik in Bezug auf die Gottesvorstellung und deren Analogie auf die menschliche Liebe. Der Widerspruch sei eine Kategorie des menschlichen Geistes und nicht an und für sich ein Element der Wirklichkeit. Um sein Nichtwissen zu wissen, sei das Höchste. Um sein Wissen nicht wissen, sei krankhaft. Für diese Philosophie ist es nur konsequent, dass der höchste Gott keinen Namen hat. Was man nicht sieht, was man nicht hört, was man nicht fängt, das ist chaotisch zun Einen verbunden. Wie im indischen, sokratischen und taoistischen Denken ist die höchste Stufe, zu der das Denken führen kann, das Wissen, dass man nichts wisse. Ein Wissender rede nicht, ein Redender wisse nicht. Der Geist könne nur in Widersprüchen wahrnehmen und das Denken könne letztendlich nur dazu führen, dass es keine endgültige Antwort geben kann. Als einzige Möglichkeit, Gott zu erfassen beschreibt Fromm wie auch in der menschlichen Liebe zueinander den Akt und das Erlebnis des Einsseins mit ihm, was letztendlich dazu führt, dass man sein Leben nicht auf das Denken, sondern auf das richtige und bewusste Handeln ausrichtet.

In der Praktik beschreibt Fromm die Liebe als eine Kunst, die ständig praktisches Üben von Disziplin, Konzentration und Geduld erfordert. Dem heutigen Konsummenschen fehle es oft an diesen wichtigen Eigenschaften. Er kann nur noch schwer mit sich allein sein, ohne beispielsweise gleichzeitig Radio zu hören, zu Rauchen oder zu trinken. So wird er unruhig oder gar ängstlich. Fromm geht es dabei um Aufmerksamkeit. Sich mit dem ganzen Wesen auf das zu richten, was man gerade tut. Dazu gehört auch Zuhören zu können. Die Disziplin sei grundlegend für eine funktionierende Beziehung zwischen zwei Menschen, damit man ohne das Gefühl des Abgesondertseins sich nahe sein kann und wieder voneinander entfernen kann. Weiterhin beschreibt Fromm hier den Menschen als ein Wesen ohne das Interesse, die geistigen Prozesse des anderen Menschen zu beobachten, da dieser sich die Funktionsweisen der gesellschaftlichen Gruppierungen zur Norm macht und weiss, solange er nicht davon abweicht, dem anderen Menschen keine besondere Beachtung mehr schenkt.

Zuletzt beschreibt Fromm den Glauben als unumgängliche Voraussetzung für die Entwicklung im Menschen zu einer produktiven Charakterorientierung. Als ein Löslösen und Erwachen. Der rationale Glaube ist eine Überzeugung, die im eigenen Denken und Fühlen verwurzelt ist. Der Glaube an die Vision als ein vernünftiges Ziel, das sich anzustreben lohnt. Der Glaube erfordere Mut und die Bereitschaft, Schmerz und Enttäuschung hinzunehmen. Da Gefahrlosigkeit und Sicherheit im Leben nie ganz gegeben sind, kann der Glaube helfen. Etwas zu riskieren und den Sprung zu wagen, für die Werte alles aufs Spiel zu setzen. Glaube im Sinne der Zuversicht und des Vertrauens. Sich jemandem hinzugeben mit der Hoffnung, dass man durch seine Liebe auch in der Person Liebe erwecken kann.

Fazit: Einige Ausführungen wirken definitiv überholt, andere aber sind gerade in der heutigen Zeit aktueller denn je. Das Buch ist für jeden bewussten Menschen das Lesen wert.
...ein Buch zum verlieben...
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Wer glaubt diese Buch gibt uns Tips oder Ratschläge um uns zu verlieben wird entäuscht sein. Wer es aber liebt über sein Denken und sein Lieben nachzudenken, und bereit ist sein Denken darüber immer und immer wieder umzustoßen, nur um es wieder von Neuem aufzubauen, der wird in diesem Buch einen Begleiter finden. Fromm öffnet uns die Augen für Dinge die uns, im Nachhinein selbsverständlich erscheinen, die wir aber verlernt haben zu sehen. Man lernt dabei sich selbst und seine Umwelt mit andern Augen zu sehen und aus so vielfälltigen Blickwinkeln zu betrachten - so vielfälltig wie die Liebe nun mal ist.
Eine ethische Betrachtung
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Eine ethische Betrachtung

Zunächst wird vom Autor die Liebesfähigkeit des Menschen unter die Lupe genommen. Denn Liebe wird häufig mit Abhängigkeit verwechselt und führt dann zu dem Ergebnis: "Ich liebe dich, weil ich dich brauche".
Richtigerweise sollte es aber in einer harmonischen Beziehung heißen: "Ich brauche Dich, weil ich dich liebe".

Wichtig ist auch die ethische Grundhaltung im Leben: Die Fähigkeit und Bereitschaft, Liebe und Fürsorge für den Mitmenschen zu empfinden und diese in die Tat umzusetzen. Dabei geht es um die Elternliebe und um die Nächstenliebe.

Mit dem von Jesus aufgestellten Gebot "Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst" geht Fromm auch auf die Eigenliebe ein. Er stellt dabei das "wie Dich selbst" in den Vordergrund: Nur ein Mensch, der sich selbst akzeptiert, kann diesen Zustand der Liebe auch glaubhaft auf andere übertragen.

Mit seiner Ansicht über die Grundhaltung des Menschen gegenüber der Liebe als Lebenseinstellung weicht Erich Fromm sicherlich von der heutigen gesellschaftlichen Norm ab: So definiert er Homosexualität als eine Art von Liebesunfähigkeit. Auch kommt er zu dem Ergebnis, das jeder Mensch mit der richtigen Einstellung einen beliebigen anderen lieben und ehelichen könne (wie es im Mittelalter der Fall war).

Dabei lässt er jedoch die romantische Liebe weitestgehend außer acht. Auf die Kunst des Kennenlernens, des Kommunizierens, des sich Verliebens, des sich Interessantmachens und des Verführens wird in diesem Buch weniger eingegangen.
Insofern beinhaltet das Buch eher eine ethische Betrachtung der Liebe. Als solches ist es aber durchaus lesenswert.
Der Klassiker
5 Punkte 5 von 5 Punkten
"Die Kunst des Liebens" ist Fromms populärsten Buch. Wer hier aber eine Gebrauchsanweisung für Liebe und Partnerschaft sucht, wird enttäuscht werden. Fromm ist Sozialpsychologe. Außerdem zeigt er uns mit seinem unnachahmlichen Stil, dass Psychologie und Philosophie keine Geheimwissenschaften sind, er entkleidet, holt die kaum fassbare Liebe aus dem Nebel der märchenhaften Wunschwelten, er verneint die Mystik der "Liebe" und versucht, sie als das zu kennzeichnen, was sie jenseits vom Klischee der Romantik oder ihrer Verneinung in der Technokratie der "Moderne" ist: Ein Wunder. Ein Wunder, dem man sich durchaus nähern kann.

Fromm hat hier in sehr verständlicher Form den kritischen, undogmatischen Marxismus mit den revolutionären Ideen Sigmund Freuds verbunden. Das Populäre am Buch wird oft kritisiert. Das wäre zu viel Unterhaltung, zu wenig Fakten. Kann so etwas noch Wissenschaft sein? Ich nenne es einen gelungenen Spagat, denn sicher kennt die Frommsche Bibliografie tiefer gehende Analysen und Erkenntnisse als dieses Werk. Wer aber Fromm kennen lernen, seine Sprach- und Denkbegabung erkunden will, ist hier völlig richtig. Ein Buch für die Masse. Sicherlich. Aber mit sattsam Klasse!
"Wo keine Liebe ist, kann kein Mitgefühl sein" ( Fromm)
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Der Psychoanalytiker Erich Fromm(1900-1980) befasst sich in diesem Buch mit der Kunst des Liebens.
Es gab eine Zeit, wo die meisten jungen gebildeten Menschen diese Schrift, neben bestimmten Romanen Hesses als Pflichtlektüre betrachteten.
Fromm ahnte, dass die wenigsten Menschen imstande sind die Fähigkeit zum Lieben zu entwickeln, zu einer Liebe, die Reife, Selbsterkenntnis und Mut umfasst.
Der Autor befasst sich zunächst mit der Theorie der Liebe und hebt hervor, dass die Fähigkeit zur Liebe als eine Handlung des Gebens von der charakterlichen Entwicklung der Person abhängig ist. Voraussetzung hierfür ist eine vorherrschend produktive Orientierung. In dieser Haltung habe der Mensch seine Abhängigkeit, seine narzistische Allmacht und das Verlangen andere auszubeuten überwunden und zeitgleich den Glauben an seine eigenen menschlichen Kräfte gefunden, d.h. den Mut, sich zur Erreichung seiner Ziele allein auf die eigenen Kräfte zu verlassen.
Fromm konstatiert, dass in dem Maße, in dem diese Eigenschaften fehlen, man sich davor fürchte, sich selbst zu geben- also auch zu lieben.
Fromm thematisiert in seinem Buch nicht nur die romantische, sondern auch die Liebe zwischen Eltern und Kind, die Nächstenliebe, die Selbstliebe und die Gottesliebe.
Für den Psychoanalytiker ist die Liebe eine aktive Kraft des Menschen, durch die er sich zur Welt in Beziehung setzt und durch die er die Welt zu seiner Welt macht. Der Autor verdeutlicht, dass die eigene Liebesfähigkeit erste Liebe beim Du erzeugt. Sobald Menschen sich verlieben, lieben sie das Leben. Besagte Liebe zum Leben ist die Grundvoraussetzung für gegenseitige Anziehung.
Leider glauben die meisten Menschen, Liebe kommt erst durch ein Objekt zustande und nicht aufgrund einer Fähigkeit. Fromm zeigt , dass es allein um die Fähigkeit geht, die man durchaus kultivieren kann.
Man muss sich bewusst werden, dass dann, wenn man nur eine einzige andere Person zu lieben glaubt und alle anderen Mitmenschen einem gleichgültig sind, es sich in Wirklichkeit nicht um Liebe handelt, sondern stattdessen um eine fatale sybiotische Beziehung, die letztlich bloß einen erweiterten Egoismus darstellt.
Um die Liebe wirklich erleben zu können, muss man voneinander getrennt sein. Im Gegensatz zu der symbiotischen Vereinigung ist die reife Liebe eine Vereinigung bei der die eigene Integrität und Individualität erhalten bleibt, resümiert Fromm. Bei der echten Liebe bleiben die Bezogenheit auf den anderen und die Integrität erhalten.
Dass Liebe und Gewalt sich ausschließen, dürfte jedem klar sein. Liebe nämlich ist Erkennen und weil dies so ist , ist sie auch Respekt vor dem anderen.
Es ist eine Illusion zu meinen die Liebe würde Konflikte zwischen den liebenden Personen ausschließen. Liebe ist kein Ruheplatz, sondern gemeinsames Streben und Arbeiten.
Für die Existenz der Liebe, so Fromm, gibt es stets nur einen Beweis: " Die Tiefe der Bindung sowie die Lebendigkeit und Kraft in jedem Liebenden. Das allein ist die Frucht, an der man die Liebe erkennen kann."
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Produkt-Bild: Authentisch leben (HERDER spektrum)

Authentisch leben (HERDER spektrum) von Erich Fromm

Taschenbuch von Verlag Herder
Angebote bei Amazon: ab EUR 3,50

4,5 Punkte, empfehlenswert.
4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3451056917, Erscheinungsdatum: Juni 2006, Auflage: 6
Zoom ± Produkt-Bild: Authentisch leben (HERDER spektrum)

5 Kundenrezensionen:

Pflichtlektüre für die Schule
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Dass dieses Fromm Buch nicht mehr aufgelegt wird ist fast unverantwortbar, weil sich darin viele wesentliche aspekte auf den punkt gebracht finden, die das moderne Leben des modernen Menschen ausmachen: Dass er nur noch eine von den "Man" (Heidegger) erfundene Marionette der Oberflächlichkeit und Lebensmonotonie ist. Es hört sich zwar radikal an, doch wie Fromm sagt: Wenn alle an derselben krankheit leiden, wird es nicht als Krankheit erkannt. Ichbin davon überzeugt, dass wenn die Menschen mit dem in dem Buch enthaltenen gedankengut konfrontiert würden, sie aus ihrer "verschuldeten Unmündigkeit" (Kant) aufwachen würden. Auf den Punkt gebacht: Ist das Leben, so wie es gelebt wird lebenswert? Fromm kritisiert und analysiert nicht nur, sondern er macht auch Verbesserungsvorschläge, wie man ein authentisches Leben leben kann und sollte, um die psychische Gesundheit zu erhalten und Lebensfreude umzusetzen. Einleitend weißt er auf die Existenzweise des Seins hin, wie in "Haben oder Sein" ausführlich erklärt, die eine auf die Erfarhung und Selbstverwirklichung ausgerichtete Lebensweise ist, und nicht wie im Haben auf das Horten von und leben für tote Materie ist. Was das Wesen des Menschen ausmacht ist seine Möglichkeit zur Selbstbestimmung; er kann seine Geschichte selbst schreiben wenn er die Zügel in die Hand nimmt. Doch: "Was für das Denken und Fühlen gilt, das gilt auch für das Wollen. Die meisten Menschen sind überzeugt, dass ihre Entschlüsse die ihren sind und dass es sich um ihr eigenes Wollen handelt, wenn sie etwas wollen, solange sie nicht von einer äußeren Macht offen zu etwas gezwungen werden. Aber das gehört zu den großen Illusionen, die wir uns über uns selber machen. Sehr viele unserer Entschlüsse sind nicht wirklich unsere Entscheidungen, sondern sie werden uns von außen suggeriert. Wir bringen es fertig, uns einzureden, es handele sich um unsere eigenen Entscheidungen, aber in Wirklichkeit verhalten wir uns so, wie es die anderen von uns erwarten, und das tun wir aus Angst vor der Isolierung und weil wir unser Leben, unsere Freiheit und unsere Behaglichkeit unmittelabr bedroht fühlen." (S. 102) Erich Fromm ist zweifellos ein wichtiger Vordenker für eine utopische Gesellschaftsordnung und auch wenn es eine solche ideale nicht gibt, so ist sicher, wenn die Menschen mit dieser kritischen Denkweise aufgezogen werden würde, dann hätte unsere ziviliserte Gesellschaft eine andere Form. Viele VEränderungen werden folgen. Fromm war und bleibt ein Pionier für diesen Weg!
Kaum umzusetzen
3 Punkte 3 von 5 Punkten
"Authentisch leben" von Erich Fromm.
Authentisch sein wäre nicht schlecht. Viele in meinem Umfeld meinen aber bereits, authentisch zu leben. Ich prsönlich gebe zu, unauthentisch zu sein. Das Buch öffnet einem zwar das ein oder andere Auge, doch vergleiche ich es mal ganz naiv mit Religion. Man kann jedem Anweisungen geben, um ein besserer Mensch zu werden. Erich Fromm hat mich somit leider an einen bekannten Geistlichen erinnert, denn die 2 haben eine gemeinsame Eigenschaft:
Für beide scheint alles so einfach und unkompliziert zu sein, dabei erzählen sie mir Dinge, die für mich teilweise wirklich nicht machbar sind.
Was Erich Fromm schreibt, ist meiner Meinung nach eher ein Ideal, von dem wir doch alle wissen, dass es so etwas in der Realität nicht gibt.
Nicht nur die "Kunst des Liebens"
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Authentisch leben

Wer von Erich Fromm nur "Die Kunst des Liebens" kennt, hat viel versäumt!
Ich finde dieses Buch ausgezeichnet. Gerade heute erscheint es mir sehr aktuell und wichtig, da es in dieser Welt der ständigen Medienüberflutung mit Banalitäten immer schwieriger wird man/frau selbst zu bleiben, zu sich zu stehen, authentisch zu leben eben.
Lebenshilfe
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Ich halte das Buch von Erich Fromm für unumgänglich für jeden,
der dabei ist, sich selbst zu erforschen und die eigenen Möglichkeiten,
die in uns stecken, zu realisieren.
Allein schon der Ansatz: "Wenn wir Entscheidungen treffen und
nicht bloß Erwartungen von außen erfüllen (Fassadenidentität ablegen)
war mich der zündende Funke. Ich kann das Buch unbedingt Empfehlen.
Wer bin 'ich'?
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Das Thema ist spannend: Wie kann ich in einer pseudo-freien Gesellschaft, die aber durch Fernsehen und mediale Werte doch eigentlich streng begrenzt ist, ich selbst sein? Wie kann ich anders sein als die anderen, ohne am Anders-Sein zu leiden oder ohne mich auf ein vorgefertigtes 'Anders-Sein' einzulassen? Wie kann ich herausfinden, wer ich bin? Bin ich nicht nur das, was andere in mir sehen wollen?
Fromm, der Freuds Psychoanalyse gut kennt und überwunden hat, geht als Sozialanalytiker an diese Fragen heran, umschreibt sie uns, reflektiert das 19. und das 20. Jahrhundert: welche Probleme hatte die Gesellschaft vor den Weltkriegen - welche danach? Was bedeutete dies für das Individuum? Welchen Einfluss hat die Psychoanalyse auf unser Verständnis vom modernen Menschen?
Das Buch enthält mehrere etwa 10-seitige Aufsätze von Erich Fromm, es ist 2000 zum ersten Mal erschienen, verlegt von einem der ehemaligen Mitarbeiter Fromms.
Ich persönlich fand die Aufsätze anregend - vermisste in ihnen aber die eigene geistige Wurzel einer Idee. Fromm referiert, er fasst sehr nett zusammen, zitiert unzählbar viele Quellen... aber es fehlt am Ende sein Fazit, seine eigene Linie.
Gerade bei solchen Aufsätzen erwarte ich als Leser von meinem Autor schon eine eigene Stellungnahme: was denkt denn nun Herr Fromm, woher heutzutage authentische Individualität stammen kann?
Dies verrät er uns aber nicht.
Einerseits mutig, solche Aufsätze ohne ganz eigenes Fazit zu verfassen, auch eine schöne Anregung zum Weiterdenken - aber in allerletzter Konsequenz doch nicht ganz befriedigend - für mich jedenfalls. Daher von mir ein Lob für die Thematik und das Problembewusstsein, die vielen Zitate und die einordnenden Gedanken - aber ein kleines Minus für die fehlende eigene Stellungnahme: 4 Sterne.
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Produkt-Bild: Haben oder Sein

Haben oder Sein von Erich Fromm

Taschenbuch von Dtv
Angebote bei Amazon: ab EUR 4,50

4,5 Punkte, empfehlenswert.
4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3423361034, Erscheinungsdatum: 1998
Zoom ± Produkt-Bild: Haben oder Sein

5 Kundenrezensionen:

Nicht nur Erich Fromm hat etwas zu Sagen
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Ich wurde von Amazon aufgefordert eine Rezension zu schreiben, nicht das erste Mal. Weshalb soll ich dazu beitragen die Umsätze zusteigern? Denn jede Art der Beurteilung eines Buches, ist stets eine vollkommende subjektive Wertung und ist für den Interessierten Leser wertlos. Da einige Faktoren unterschiedlich, dennoch ausschlaggebend sind, welchen Anspruch der Leser hat und welches Wissen er bereits besitzt und welche Zielsetzung er verfolgt. Und die gleichen Bedingungen liegen bei mir vor. Deswegen ist eine Wertung eher surrealistisch und kann nicht ausschließlich als Entscheidungsgrundlage für oder gegen ein Kauf eines Buches ausreichen. Bestenfalls sollte der Autor selbst derjenige sein.
Wie geht's weiter?
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Das ist die Frage, der sich jeder Mensch in der heutigen Gesellschaft stellen muss. Wir stehen an einem Wendepunkt der menschlichen Evolution, verschiedene Möglichkeiten, den neuen Weg zu finden, zeichnet der Autor hier auf, nachdem er eine präzise Diagnose gestellt hat.
Überraschend , ja sogar erschreckend ist die Tatsache, dass das Buch auch nach mehr als dreissig Jahren immer noch hochaktuell ist (bis auf die geschichtlichen Tatsachen um den Kalten Krieg usw.), und dass der Zahn unserer schnellebigen Zeit in keinster Weise an seiner Pertinenz genagt hat, ja im Gegenteil sogar, viele Tatsachen haben sich seither noch deutlicher herauskristallisiert.
Angesichts der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise (2009) wäre es doch eine Überlegung wert, aus Fromms Ideen zu schöpfen, zum Wohle des Menschen und der Menschheit.
Haben oder Sein von Erich Fromm
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Das Buch ist verständlich geschrieben. Es stellt unser heutiges kapitalistische System in Frage. Fromm hat recht, denn weiter so führt in den Abgrund.
Mehr Wachstum auf Kosten der Umwelt und des Wohlseins des Menschen kann nicht die Lösung sein. Im letzten Kapitel stellt Fromm den "neuen Menschen" dar,
der mehr auf das Sein als das Haben fixiert sein sollte. Ein heute aktuelles Buch aus den 70er Jahren.
Klassische naive Utopie der Siebziger Jahre
1 Punkte 1 von 5 Punkten
Der Psychoanalytiker Erich Fromm versucht in »Haben oder Sein« eine Analyse bzw. Kritik der westlich geprägten Industriegesellschaften und entwickelt die Utopie einer neuen Gesellschaft, die nicht mehr auf dem Prinzip des "Habens" (am Konsum orientiert) gegründet ist, sondern in der Menschen überwiegend ihr Leben auf das Prinzip des "Seins" (am Sozialen orientiert) bauen. Dabei sind die beiden Lebensweisen für Fromm letztlich antagonistisch. Alle "negativen" Tendenzen unserer Gesellschaft ordnet er dem "Haben" zu, alle "positiven" dem "Sein". Wenn die Menschheit überleben und in eine glänzende Zukunft schreiten will, so muss sie nach Fromm das momentan dominierende "Haben" aufgeben und sich dem Prinzip des "Seins" zuwenden. Allerdings müssten sich dann die Menschen erst im großen Stil ändern, denn mit den heute real existierenden Menschen ist diese neue Gesellschaft, in der alle friedlich zusammenleben, teilen, verzichten, einander lieben und verstehen, nicht zu erreichen. So skizziert Fromm im letzten Teil des Buches denn auch den "neuen" Menschen, nennt die Voraussetzungen dafür und gibt Empfehlungen, mit welchen Maßnahmen die neue Gesellschaft entstehen könnte.
Leider handelt es sich hier nur wieder um eine weitere Ausgabe einer naiven Heilslehre mit klassischem "Schwarz-Weiß"-Schema. So simpel gestrickt, wie Fromm uns hier weismachen möchte, ist die Welt nun doch nicht. "Haben" und "Sein" sind beides ureigene Aspekte nicht nur der menschlichen Natur: Das Beschaffen und Sichern von Resourcen ("Haben") ist Grundlage jedes Lebens ("Sein"). Alle Lebewesen sind per Evolution darauf ausgerichtet, hier möglichst effektiv zu sein. Diejenigen, die dabei besser sind, haben die größere Wahrscheinlickeit zu überleben. Diese Erkenntnis ist sogar metaphorisch im Begriff des "Hamsterns" verdichtet. Fromms Utopie ignoriert einfach die evolutionsbiologischen Grundlagen der menschlichen Natur, die auch in den Siebzigern schon zum Teil bekannt waren, die aber damals niemand wahrhaben wollte, weil dies nicht dem linken Zeitgeist entsprach.
Alle Utopien, die darauf gründen, dass die gewünschte neue Gesellschaft erst einen neuen Menschen voraussetzt, sind zum Scheitern verurteilt. Es ist tatsächlich erklärungsbedürftig, warum sich die Menschen hier immer wieder als erstaunlich lernresistent erweisen. Aus der Erfahrung aller bisher gescheiterten kollektivistischen Utopien müsste man doch irgendwann einmal die Konsequenz ziehen, dass Menschen nicht belehrbar sind und man daher nicht auf einen "neuen" Menschen hoffen kann. So haben auch alle diese Utopien - so gut sie gemeint sein mögen - einen totalitären Kern, denn da die Menschen offensichtlich freiwillig nicht so werden wollen, wie das Modell voraussetzt, müssen sie halt durch Erziehung dahin gebracht werden, notfalls dann auch mit Gewalt.
Genau diese Tendenzen kann man dann auch in Kapitel 9 des Buches mühelos wiederfinden. In diesem Abschnitt macht Fromm einige Vorschläge, wie eine "Sein"-basierte Gesellschaft zu erreichen wäre. Der erste entscheidende Schritt auf dieses Ziel hin ist für den Autor die Ausrichtung der Produktion auf einen "gesunden und vernünftigen Konsum". Ganz davon abgesehen, dass er niemals eine gültige Definition liefern kann, was denn ein "gesunder und vernünftiger Konsum" sein soll - wer soll diese Produktion ausrichten und überwachen? Fromm will natürlich niemals Menschen dazu zwingen, das zu verbrauchen, was der Staat für das beste hält (S. 204). Nein, es kann nur dazu kommen, wenn die Menschen ihren Lebensstil ändern wollen. Und das wird nur eintreten - so Fromm -, wenn man ihnen eine Form des Konsums anbietet, die ihnen attraktiver erscheint als die gewohnte und das wiederum - zitiert von derselben Seite - bedarf eines langsamen Erziehungsprozesses, in dem die Regierung eine wichtige Rolle spielen muss. Mit anderen Worten: Eine zentrale Instanz (die sich selbstverständlich nie irren kann) "erzieht" die Menschen so, dass ihnen das von oben Gewünschte so schmackhaft erscheint, dass sie meinen, es sei ihr eigener Wunsch (man nennt das Gehirnwäsche). Das sind die klassischen Elemente eines totalitären Systems. Interessant ist, dass Fromm diese totalitären Elemente in viel üblerer Weise in seiner Utopie implementieren möchte, als sie jemals in den von ihm so harsch kritisierten westlichen Industrienationen verankert waren bzw. sind, und dies nicht einmal merkt.
Dieses 9. Kapitel enthält aber noch mehr dieser diffusen Forderungen, Widersprüche und totalitären Elemente. Es würde den Rahmen sprengen, sie hier alle zu diskutieren. Das ganze Buch ist in dem Geist geschrieben, dass die Menschen nicht selbst wissen, was für sie gut ist, und man sie dahin führen muss. Nur der Autor und seine Geistesverwandten haben offensichtlich das Wissen, was gut und was schlecht für die Menschen ist - Irrtum ausgeschlossen. Das alles wird freundlich und gut gemeint präsentiert, aber dahinter versteckt sich verhalten arrogante Respektlosigkeit gegenüber den meisten Menschen, die ihr Leben in den westlichen Industriegesellschaften leben und es auch durchaus für lebenswert halten.
Fazit: »Haben oder Sein« kann bestenfalls als Zeitdokument für den Geist der Sechziger und Siebziger Jahre herhalten, gewiss nicht als Erkenntnisquelle und schon garnicht als wünschenswertes Gesellschaftsmodell.
Haben und Sein
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Erich Fromm arbeitete in seiner Schrift "Haben und Sein" u.a. sehr gut heraus, dass es beim großen ost- westlichen Systemwettbewerb im 20. Jahrhundert hauptsächlich darum ging, wer das bessere Haben organisieren könnte und warum deshalb die zeitweiligen gesellschaftlichen Aufbruchsversuche zwischen Elbe und Werra und Wladiwostok schon zum Scheitern verurteilt waren, bevor sie Wirklichkeit werden mussten. Nach ihm erfordert der systematische Umbruch aller gesellschaftlichen Verhältnisse auch einen Wandel im Verhalten der Menschen, soll die Gattung Mensch nicht allein schon wegen der systemübergreifenden, umweltzerstörerischen Nutzung erschöpflicher Energieträger als Missgeburt der kosmischen Evolution auf dem Abfallhaufen der Geschichte landen.
Rudolf Reddig
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Produkt-Bild: Den Menschen verstehen: Psychoanalyse und Ethik

Den Menschen verstehen: Psychoanalyse und Ethik von Erich Fromm

Taschenbuch von Deutscher Taschenbuch Verlag
Angebote bei Amazon: ab EUR 7,98

5 Punkte, sehr zu empfehlen!
5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3423340770, Erscheinungsdatum: März 2004
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Eine Kundenrezension:

gelungene wiedergabe
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Erich Fromm argumentiert in diesem buch als psychologe und philosoph und verdeutlicht somit handlungsweisen des menschen, macht bewusst, wie er sich über die jahrhunderte entwickelte von irrationaler zur rationalen denkweise, beleuchtet mit ethischer grundeinstellung parallelen zur heutigen zeit.
es ist wissenschaftlich, trotzdem aber so plastisch und klar geschrieben, dass der leser es gut verstehen kann.
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