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Gegen die Welt, gegen das Leben: H. P. Lovecraft von Michel HouellebecqTaschenbuch von rororoAngebote bei Amazon: ab EUR 7,89 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3499245418, Erscheinungsdatum: Juli 2007 |
2 Kundenrezensionen:Gibt einen großartigen Überblick 5 von 5 PunktenMichel Houellebecq gelingt es, dem Leser mit seinem cleveren Essay, einen wunderbaren Überblick über das Wesen des H.P. Lovecraft zu geben, was nicht nur dessen Fans interessieren sollte, sondern auch für solche, die sich noch nicht mit der Literatur Lovecrafts befasst haben, der Auslöser sein kann, sich in sein Werk einzulesen und darin zu versinken. Houellebecq verzichtet stets auf unüberprüfbares Halbwissen, zeigt klare Fakten auf und verpackt dies auch noch in einer sehr angenehm zu lesenden Abhandlung. Empfehlenswert ist dieses Buch für solche, die an Horrorliteratur interessiert sind und einen neuen Autor kennen lernen möchten. Außerdem ist es lesenswert für alle Lovecraft-Fans, die nach dem Lesen ganz anders an Lovecrafts Werk herantreten werden und ihn in seiner Literatur wiederentdecken. Nicht zuletzt ist das Buch für solche geeignet, die sich auf wissenschaftlicher Basis mit Lovecraft befassen wollen und sich dazu vorerst einen fundierten Überblick verschaffen möchten. Houllebeque ist Franzose 5 von 5 PunktenEr hat die französische Literatur nicht neu erfunden. Doch ist zeitgeössisch weiterhin ein starker Author und spricht nach wie Menschen zwischen 30 und 40 Jahren mit seiner konsequenten Linie an Vorstellungen und Ideen an. |
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Die Erde ist ein gewalttätiges Paradies: Reportagen, Essays, Interviews aus vierzig Jahren von Ryszard KapuscinskiTaschenbuch von PiperAngebote bei Amazon: ab EUR 7,69 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3492236448, Erscheinungsdatum: Oktober 2007, Auflage: 7., Aufl. |
3 Kundenrezensionen:Einer der größten Reporter des 20. Jhd ! 5 von 5 PunktenDie gesammelten Geschichten vom großen Seigneur des Action-Journalismus, Ryszard Kapuscinski, sind die Quintessenz seiner jahrzehntelangen, intensiven Recherchen zum Thema Afrika und Entwicklungshilfe. Hier wird ungeschminkte Wahrheit vorgesetzt, die Höhen und Tiefen des afrikanischen Kontinentes und seiner Seele mit leidenschaftlicher Präzision beschrieben! Kapuscinski versteht es meisterhaft, alle Nuancen und Sichtwinkel seines Themas darzustellen, er verbindet seine Liebe zum afrikanischen Kontinent mit dem gewaltigen Willen, durch seine akribische journalistische Arbeit zur Verbesserung der Lebensqualität beizutragen. Wer Afrika kennt und liebt, mehr zur Entwicklungshilfe und zu ethnischen Problemen wissen will, für den ist dieses klassische Buch ein Muß! irrwitzige Abenteuer in der realen Welt 5 von 5 PunktenKapuscinski ist ein Besessener, und oft sind es Leute wie er, denen es gelingt, den Schleier der Illusionen und Lügen ein wenig zu lüften und uns gewöhnlichen Daheimgebliebenen oder Pauschaltouristen einen Einblick in die dahinter liegende hässliche Realität der Welt gewähren. Er sagt von sich selbst, er müsse alles erst selbst erleben, bevor er darüber schreiben könne - er müsse sich selbst in der Nacht einen einen Löwen anschleichen, um zu wissen, wie dies sei. Und er tut es. Getrieben von seiner eigenen Besessenheit begibt er sich rund um den Globus im Auftrage seiner polnischen Nachrichtenagentur beim Anschleichen an diverse Löwen in Lebensgefahr. Nicht weil das zu seinem Job gehört - er könnte sich auch im örtlichen Luxushotel einquartieren und bequem vom Rande des Geschehens berichten, wie es die Mehrzahl seiner Kollegen tut. Bei den nichtssagenden Agenturmeldungen ist der Unterschied am Ende ohnedies kaum feststellbar. Aber Kapuscinski will selber wissen, was wirklich vor sich geht, und es gelingt ihm, seinen Leser vollständig mitzureissen. Seine Reportagen und Essays lesen sich wie irrwitzige Abenteuer und stammen doch aus der realen Welt. Absolut ztu empfehlen für jeden, der die Nase voll hat vom kommerziellen Einerlei des normierten medialen Massenmarktes und sich stattdessen lieber mit der Wirklichkeit beschäftigen möchte. Stefan Thiesen, Autor von "das verbotene Buch", "Rabenwelt" und "Climate Poker". einzigartig! 5 von 5 Punktenwenn ich nur ein einziges buch über afrika empfehlen duerfte, ich wuerde dieses empfehlen! keine sekunde des lebens ist vergeudet, wenn man die texte dieses großen, jetzt verstorbenen polnischen superstars der reisereportage liest. jeder satz ein fest, ein buch, das tiefste einblicke in das wesen der welt gewährt, aber dabei immer seine distanz und die beobachterprespektive wahrt. ein tolles geschenk z.b. fuer alle reisenden. |
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Kunst und Antikunst: 24 literarische Analysen von Susan SontagTaschenbuch von Fischer (Tb.), FrankfurtAngebote bei Amazon: ab EUR 5,00 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3596264847, Erscheinungsdatum: Sept. 1982, Auflage: 9 |
3 Kundenrezensionen:Geistreiche Gedanken über Kunst 4 von 5 PunktenJeder der sich eingehender mit Rezensionen beschäftigt sollte dieses Buch lesen! Der deutsche Titel dieser Essay-Sammlung aus den 1960er Jahren, die im amerikanischen Original ?Against Interpretation" heißt, klingt etwas sonderbar. Was um alles in der Welt soll denn ?Antikunst" sein? Der Begriff erinnert mich ein wenig an ?Entartete Kunst". So ist er aber nicht gemeint! Wie alles in diesem interessanten Buch wird auch dieser Begriff klug erklärt. Teilweise fühlte ich mich beim Lesen etwas dumm, weil Susan Sontag so belesen und clever wirkt und im Eiltempo die großen Werke der Literatur, Philosophie, des Films, des Theaters, der Happenings, aber auch der Science-Fiction-Filme, der Pornograhie und des ?Camp" beleuchtet. Manches Mal konnte ich ihr nur halbwegs folgen, weil ich das gerade besprochene Werk noch nicht kannte. Es sind zwar viele allgemein bekannte Klassiker von Shakespeare, Hermann Hesse und Thomas Mann und Friedrich Nietzsche dabei, aber mindestens ein Drittel der Werke sind mir noch unbekannt. Sicherlich werde ich die Essays noch des öfteren lesen. Es gibt noch einige Lektionen aus diesem Buch zu lernen. Ein wenig gekränkt fühlte ich mich von Sontags Urteil über ?Wem die Stunde schlägt" von Ernest Hemingway. Sie hält es für ?schlecht bis zur Lächerlichkeit". Nun ist dies keine repräsentative Stelle dieses Buches, denn in ?Kunst und Antikunst" geht es nicht darum, daß Susan Sonntag einzelne Werke Seiten lang im Detail beleuchtet, lobt oder verreißt. Statt dessen bringt sie meist allgemeiner ihre Meinung zu einer bestimmten Kunst oder einem Künstler zum Ausdruck. Oberflächlichkeit und Plattheiten sind ihr zuwider. Etwas störend empfand ich die starke Einmischung ihrer politisch linken Weltanschauung bei der Beurteilung von Kunstwerken. Brecht und Camus waren links, also aus Sontags Sicht, gute Menschen. Wer nicht links steht hat es schwerer, ihre Gunst zu gewinnen. Einen Philosophen wie Sartre hält sie allerdings trotz seiner, von der ihren abweichenden, politischen Meinung für wichtiger als den ihr sympathischeren Camus. ?Kunst und Antikunst" ist ein überaus inspirierendes und interessantes Buch. Es weckt die Neugierde sich selbst mit den von Susan Sontag besprochenen Werken und anderer anspruchsvoller Kunst auseinanderzusetzen und vermittelt einen guten Eindruck davon, wie wichtig und schön Kunst sein kann. Das Höchste aber ist die Transparenz 5 von 5 PunktenOb sie über Literatur schreibt, über Film oder Sexualität, hier allerdings innerhalb einer dieser Kunstgattungen (!), überall ist Transparenz auszumachen. Eine Philosophin ist sie, die überdies alles, so scheint mir, mit einer Genauigkeit betrachtet und auch erörtert, die ihresgleichen sucht in der Literatur. Ebenso, wie eine fleißige Weberin, die ihren Teppich webt, erscheint sie auf den Gebieten: Roman und Essay. Unbestechlich weiblich und genau. So ist auch diese Sammlung von 24 literarischen Analysen ein gelungenes Werk, das jedem empfohlen werden kann, der sich mit dieser Frau (gerne) auseinandersetzt, sei es als Erzählerin oder Philosophin aller möglichen Richtungen, wobei Humor neben einer Überlegenheit im Geistigen ( wie auch immer geartet ) nicht zu kurz kommt. Eine Botin von Erfahrungen in unserer Zeit. der mut zum klaren urteil ... 5 von 5 Punktenbeim verfolgen der tagespolitischen weltweiten ereignisse, in denen immer die USA eine zuweilen auch unbesonnene rolle spielen, ist es wohltuend, sich zu vergegenwärtigen, dass dort auch sehr reflexionsfähige, zum sensiblen abwägen kleinster details fähige menschen leben. ein lichtblick dieser art dürfte wohl susan sontag sein. typisch für ihr schreiben und denken ist in ihrem essay-band KUNST UND ANTIKUNST zum beispiel ihr exkurs über camus (seite 105-115): etwas spöttisch bemerkt sie: "heutzutage ist das haus der dichtung voll von rasenden liebhabern, heiteren frauenschändern und kastrierten söhnen ..." - und camus - wie sollte es anders sein - packt sie spitzbübisch in die schublade des verlässlichen ehemannes, des gut-menschen pur. "kafka erweckt mitleid und schrecken, joyce bewunderung, proust und gide achtung ..." schreibt sie - camus bekommt die etikettierungen "rechtschaffenheit", "verantwortungsgefühl", "moralische schönheit"; natürlich kommt in ihrem kurz-essay bald die dialektische wende: "moralische schönheit hat die tendenz, sehr rasch in den bereich des unzeitgemäßen abzusinken." zu lebzeiten sei dieser verfallsprozess schon zu beobachten gewesen, nach camus' tod erst recht. "camus war nicht zäh genug, er war nicht zäh auf jene weise, wie sie bei sartre begegnet..." schreibt sontag, über sartres höhere popularitätsdauer grübelnd. sartre hatte klar gegen die weiterführung des algerienkrieges agiert, camus, blockiert in seiner eigenen stoik, hatte sich nicht zu einem öffentlichen urteil durchringen können. denkt man an die heutzutage zu erwartenden statements (habermas sprach sich gerade gegen einen krieg USA - IRAK aus) - so scheint susan sontag klar genug gesagt zu haben, was sie von unengagiertem getue hält. sie ist eine mutige frau. es macht sehr viel spass, sich mit ihrem klaren und dennoch abwägenden schreiben zu beschäftigen ... |
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Wo ist Carlos Montúfar?: Über Bücher von Daniel KehlmannTaschenbuch von rororoAngebote bei Amazon: ab EUR 5,65 ![]() 3,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3499241390, Erscheinungsdatum: Oktober 2005, Auflage: 2 |
Amazon.de HörbuchrezensionIm Jahr 2005 veröffentlichte Daniel Kehlmann einen Band mit gesammelten Texten zur Literatur -- Rezensionen, Reden, Essays aus den fünf vorausgegangenen Jahren. Von den 15 Beiträgen des Buches haben es immerhin sieben bis in das Hörbuch geschafft, verzichtet hat man vor allem auf die Rezensionen, etwa zu Büchern von Updike, Vonnegut, Celine oder Hamsun. Dafür gibt es auch einen Text, den man in der Buchausgabe vergeblich sucht: "Voltaire und Starbucks", eine Würdigung der Simpsons-Serie als eines der größten Kunstwerke unserer Zeit. Dass Kehlmann nicht gerade mit einer sehr angenehmen Stimme gesegnet ist und freilich auch nicht liest wie ein Schauspieler, war noch beim Hörbuch zum Roman Ich und Kaminski fatal, bei Wo ist Carlos Montufar? dagegen stört dieser Umstand kaum. Hier folgt man dem Autor gern zu allgemeinen Überlegungen zur Entwicklung des Romans, dem prekären Verhältnis von Autor und Lektor am Beispiel Raymond Carvers, oder Erfahrungen als Autor, mit seinen eigenen Texten nach deren Veröffentlichung wieder konfrontiert zu werden. Der längste und interessanteste Text beschäftigt sich mit Kehlmanns großem Bestseller Die Vermessung der Welt, eine Art Sekundärliteratur aus der Hand des Autors, was den Reiz dieses Blicks hinter die Kulissen noch erhöht. Nicht zuletzt gibt es hier die Antwort auf die titelgebende Frage Wo ist Carlos Montufar und warum beim Schreiben biografisch inspirierter Romane manche historische Figur, so wie der Humboldt durch Südamerika begleitende Carlos Montufar, leider unter den Tischen fallen muss. --Christian Stahl Spieldauer: ca. 130 Minuten, 2 CDs, gekürzte Autorenlesung 5 Kundenrezensionen:Wo ist Carlos Montufar? Das ist völlig egal! 2 von 5 PunktenDaniel Kehlmanns "Vermessung der Welt" wusste zu gefallen. Also lag nichts näher, als es auch mit einem Hörbuch von Kehlmann zu versuchen, zumal es sich um eine Autorenlesung handelt. Nach 130 Minuten weiß ich: Wo Carlos Montufar ist, kann einem wirklich getrost egal sein. Während Kehlmann mit der "Vermessung der Welt" zu begeistern wusste, langweilt er hier. Er langweilt, weil er versucht, den Leser für unwichtige Details zur "Vermessung" zu interessieren, und - zumindest aus meiner Sicht - über Dinge redet, die ihn möglicherweise interessieren, ingesamt aber belanglos sind. Sollte hier etwa versucht werden, aus dem Erfolg der "Vermessung der Welt" noch ein paar mehr Silberlinge herauszupressen? Sicherlich, der Autor wagt den Blick über den Tellerrand, vom "Herr der Ringe" über die Simpsons. Aber auch diese Ausführungen sind leblos, erscheinen wie die Vorlesung eines selbstverliebten Germanistikdozenten. Gähn! Zur inhaltlichen Enttäuschung kommt, dass Kehlmann mehr schlecht als recht als Vorleser taugt. Fazit: kein gelungenes Hörbuch, langweilige Inhalte, insgesamt vollkommen unnötig. Bitte nicht... 2 von 5 PunktenHab das Buch aus Neugier gekauft, bin aber recht enttäuscht. Im Stil eines belesenen, pädagogisch wohlwollenden Conférenciers streift Kehlmann durch eine (nicht ganz nachvollziehbare) Auswahl von Büchern. Wäre ja schön und gut, wenn dabei nicht permanent die Absicht des Beeindrucken-Wollens durchschimmert, einmal durch nerviges Namedropping, das eine enzyklopädische Belesenheit suggeriert, zum anderen durch allzu pfiffikushaft-klugsch'erisches An-die-Hand-Nehmen des Lesers, der offenbar überzeugt werden muss, dass auch ein Buch wie "Herr der Ringe" grosse Literatur ist. Wahrheitsgetreue Einführung in eher unbekannte literarische Werke 5 von 5 PunktenDie Autoren und Werke, die Kehlmann hier vorstellt, haben durchwegs mit Politik und Gesellschaftskritik etwas zu tun. Das Buch ist in 19 Kapitel unterteilt, wobei 17 Autoren besprochen werden. Es wird kurz auf den Lebenslauf der Autoren eingegangen und lang auf die Absichten, die der Autor mit seinem Werk verfolgte. Kehlmann lässt seine eigenen Gedanken auch miteinfließen. Dadurch, dass Kehlmann anscheinend sehr belesen und auf literarischem Niveau ein unvergleichliches Wissen besitzt, erhält man eine detaillierte Einführung in die jeweiligen Werke. Teilweise handelt es sich um Autoren, wie Isaiah Berlin z.B., die eher unbekannt geblieben sind und die man eigentlich kennen müsste, wenn man sich mit Philosophie befasst. Auch unbekannte Werke bekannter Autoren kommen zur Sprache, die z.B. nicht ins Deutsche übersetzt wurden, wie Milan Kundera "Jacques und sein Herr". Insgesamt sind diese 17 Rezensionen für Literatur-, Philsophie-, und Geschichteliebhaber sehr hilfreich und informativ. Kehlmann hat einfach den richtigen Überblick und kann sich deshalb auf die Details konzentrieren. Schön, dass es noch so gute Schriftsteller gibt. sehr gut 5 von 5 PunktenDer Kauf hat sehr gut geklappt. Ich habe das Buch sofort erhalten, es befindet sich in hervorragendem Zustand. Kehlmanns vielschichtiger Blick auf ?Die Vermessung der Welt? und andere Werke und Autoren. 3 von 5 PunktenKehlmann versammelt in diesem Band essayistische Räsonnements über die europäische Literatur, in denen er in scharfsichtigen und dezidiert analytischen Aussagen auf das Wesentliche des jeweiligen Autors und seiner Zeitumstände eingeht. Kehlmann schafft es, in seiner Darstellungsweise sehr eindrucksvolle Einblicke in wichtige Gesichtspunkte und Konstellationen aus Autor, Werk und dessen Zeitumständen zu gewinnen. Und dieses Buch macht dabei besonders wertvoll, dass er den kritischen Blick nicht aufgibt, sondern sein Besprechungsobjekt in seinen ihm wichtigen, vielschichtigen Aspekten präsentiert, gleichgültig ob positiv oder negativ, ob als Gelungenes und Gelobtes oder Missverstandenes und Verachtetes,. Ich habe das Buch in seiner atemberaubenden Vielschichtigkeit mit sehr großem Gewinn gelesen, auch wenn manche seiner Darlegungen mir bereits bekannt, jedoch noch keineswegs in dieser pointierten Weise bewusst waren. Wer daher ?sekundär?, also durch die Brille Kehlmanns, über Literatur etwas erfahren will, ist bei diesem Werk gut aufgehoben. Der Autor bespricht die Genese seines eigenen Buches ?Die Vermessung der Welt? ebenso, darüber hinaus Bücher und Wirken von Voltaire, Stendhal, Knut Hamsun, J.R.R. Tolkien, John Updike und viele andere mehr. Dieses Buch ist sein Geld wert, auch wenn es bisher nicht die Resonanz gefunden hat, die es verdiente. |
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Die Welt im Notizbuch von Ryszard KapuscinskiTaschenbuch von PiperAngebote bei Amazon: ab EUR 4,59 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3492236456, Erscheinungsdatum: Juli 2008, Auflage: 5., Aufl. |
Aus der Amazon.de-RedaktionLieben Sie Geschichten? Menschen, Ereignisse, Spannung? Oder halten Sie es mehr mit Essays, mutigen Gedankenflügen zu außergewöhnlichen Zielen? In beiden Fällen lesen Sie bitte etwas anderes. Zwar treten bei Kapuscinski durchaus Menschen auf, reale Menschen, meist Literaten. Aber all diese Mini-Portraits führen nicht über sich selbst hinaus, bleiben Anekdote. Auch Geschichten werden erzählt, so ist es nicht, aber nur Mikro-Dramen als Anschauungsmaterial für die konstatierte globale Misere. Und statt auf den Transkontinentalflug gedankenreicher Essayistik bittet der Autor die Leser lediglich zur Floßfahrt auf dem Strom privater Reflexionen. Ein Driften, das Zeit lässt für genaue Blicke auf die Welt entlang des Ufers, Blicke immerhin eines hochgebildeten Bewusstseins, eines weit gereisten Europäers. Aber die Passagiere müssen bereit sein zu einer Lektüre von über 300 Seiten. Da Kapuscinski den Gedankenstrom nicht durch Staumauern aus Kapitelüberschriften unterbricht, erschient das Buch tendenziell endlos. Warum gerade auf Seite 335 Schluss ist, bleibt unklar. Es muss eine Leserschaft geben für dergleichen, denn dies ist bereits der zweite Band, den Eichborn herausgibt. Sie hören schon: Der Rezensent gehört nicht unbedingt zu dieser Gemeinde. Dabei: Ich habe viel angestrichen, wundervolle Funde lassen sich machen. Der Satz Werner Heisenbergs etwa: "... denn wo kein Inhalt mehr nach Gestaltung drängt, hilft es nichts, neue Formen zu erfinden." Vielleicht so etwas wie die Erklärung für Kapuscinskis Schreiben. Vermuteter Antrieb von Kapuscinski Lesern: Wir letzten gebildeten Europäer hören uns beim Denken zu und kein Franzose wird uns einreden, es handle sich auch bloß um weißes Rauschen. --Michael Winteroll 5 Kundenrezensionen:Welthaltig 5 von 5 PunktenAls Ryszard Kapuscinski Polen verliess, um als Korrespondent von der Welt zu berichten, begann sie sich in viele Staaten aufzulösen. Zu Beginn der sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts verabschiedeten sich die Kolonisierten von den Kolonisten. Es entstand die sogenannte Dritte Welt. Die Unabhängigkeit, zunächst gefeiert, erwies sich als schmerzhafter Prozess. Die jungen Staaten gerieten ins Magnetfeld des Kalten Krieges. An dieser Bruchstelle setzen die Berichte Kapuscinskis ein. Die Frage ist müssig, ob es sich hier um Journalismus oder Literatur handelt. Es ist beides und das Tragische daran ist, dass uns diese Form des Journalismus abhanden kommt. Ein Journalismus, der dem Leser kulturelle Hintergründe und geschichtliche Zusammenhänge vermittelt, der den Menschen Anteil nehmend in seiner Lebenswelt zeigt, kurz, der den Blick erhellend auf die Welt richtet. Es ist ein Journalismus, der eines benötigt, was in unserer medial übersäuerten Welt fehlt: Zeit, viel Zeit. Kapuscinski nimmt sie sich und setzt sich aus. Er will kennen lernen, wovon er berichtet. Er will mit den Menschen zusammen leben und vor allem auch leiden. Er will wissen, was Hunger, Krankheit, Siechtum, Kälte, Nässe und Hitze bedeuten. Der Tod lauert, es ist Krieg. Es sind schmutzige, schäbige, kleine und blutige Kriege. Er muss sie am eigenen Leibe ertragen. Er berichtet darüber. Indem er davon berichtet, leidet er mit. Es ist nicht unsere geordnete Welt, deren Frieden auch durch hässliche Tagesschaubilder nicht gestört wird, die er uns zeigt. Er weiss, dass wir in Ruhe konsumieren wollen. Auch diese Bilder, welche uns die mediale Unterhaltungsmaschine frei Haus liefert und die so rasch von der Werbung weg gedrängt werden. Das vorliegende Buch, fragmentarisch zusammengestellt, enthält Erinnerungen, Notizen, Gedanken, Beobachtungen, Betrachtungen, Erkenntnisse, die der Autor in den Jahren 1989-96 aufgezeichnet hat. Sie zeigen, wie er arbeitet, wovon er sich leiten lässt, welche Sprachform er für angemessen hält. Sie zeigen aber auch wie die Veränderung der politischen Landschaft seit 1989 ins Bewusstsein einsickert, was die sprunghafte Entwicklung von Kommunikations-und Informationstechnologie in einer sogenannt globalisierten Welt bedeuten. Auch für den Reporter, auch für seine Arbeit und sein Leben. Aus seinem Berichtsfeld reflektiert er zurück in die uns bekannte und vertraute Welt. So nimmt er auch Kunst und Kultur in den Blick, schreibt über das Vergehende und Bleibende. Es ist ein Buch mit philosophischer Tiefe, geschrieben von einem leidenschaftlich engagierten Menschen. Der Leser möge sich darin finden.. Die Welt im Notizbuch 5 von 5 PunktenSo wie auch die anderen Werke Ryszard Kapuscinskis, ist dieses ausgezeichnet!! Es ist spannend geschrieben und sehr informativ. Gerade dadurch, daß K. selbst aus einem armen Land stammt und für seine Recherchen kaum finanzielle Mittel zur Verfügung hat, sind seine Aufzeichnungen so autenthisch; er erlebt das, was er schreibt von "ganz unten" mit, und begibt sich nicht von einem Luxushotel aus auf Stipvisite in die betreffenden Gebiete. Die Welt im Notizbuch 5 von 5 PunktenSo wie auch die anderen Werke Ryszard Kapuscinskis, ist dieses ausgezeichnet!! Es ist spannend geschrieben und sehr informativ. Gerade dadurch, daß K. selbst aus einem armen Land stammt und für seine Recherchen kaum finanzielle Mittel zur Verfügung hat, sind seine Aufzeichnungen so authentisch; er erlebt das, was er schreibt von "ganz unten" mit, und begibt sich nicht von einem Luxushotel aus auf Stipvisite in die betreffenden Gebiete. Die Welt im Notizbuch 5 von 5 PunktenSo wie auch die anderen Werke Ryszard Kapuscinskis, ist dieses ausgezeichnet!! Es ist spannend geschrieben und sehr informativ. Gerade dadurch, daß K. selbst aus einem armen Land stammt und für seine Recherchen kaum finanzielle Mittel zur Verfügung hat, sind seine Aufzeichnungen so authentisch; er erlebt das, was er schreibt von "ganz unten" mit, und begibt sich nicht von einem Luxushotel aus auf Stipvisite in die betreffenden Gebiete. Die Welt im Notizbuch 5 von 5 PunktenSo wie auch die anderen Werke Ryszard Kapuscinskis, ist dieses ausgezeichnet!! Es ist spannend geschrieben und sehr informativ. Gerade dadurch, daß K. selbst aus einem armen Land stammt und für seine Recherchen kaum finanzielle Mittel zur Verfügung hat, sind seine Aufzeichnungen so authentisch; er erlebt das, was er schreibt von "ganz unten" mit, und begibt sich nicht von einem Luxushotel aus auf Stipvisite in die betreffenden Gebiete. |
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Über Spiegel und andere Phänomene von Umberto Eco, Burkhart KroeberTaschenbuch von Deutscher Taschenbuch VerlagAngebote bei Amazon: ab EUR 2,35 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3423129247, Erscheinungsdatum: November 2001 |
2 Kundenrezensionen:Umberto Eco 5 von 5 PunktenUmberto Eco ist niicht nur für Liebhaber einer geschliffenen Sprache mit viel Witz sondern auch für der normalen Leser guter Unterhaltung,der sich an der Erweiterung seines Wissens freut. Ich besitze nahezu alle grteifbaren Bücher von Eco und freue mich immer wieder über seinen Humor und seie Treffsicherheit, Zumal ich aus der realen Sparte von Derrick komme! Sammlung von Blickwinkeln 4 von 5 PunktenDieses Buch beinhaltet eine Sammlung von Aufsätzen Eco`s quer durch die Jahrzehnte. Seine Gedanken geben Mut genauer hinzuschauen und nachzudenken, machen auf vieles noch nie zu vor Gesehenes aufmerksam. Es ist spannend.... Dieses nicht ganz einfach zu lesende Buch ist ein Buch zum Durcharbeiten aber mehr noch zum Durchdenken. |
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13 unerwünschte Reportagen von Günter WallraffTaschenbuch von Kiepenheuer & WitschAngebote bei Amazon: ab EUR 2,99 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3462031740, Erscheinungsdatum: 2002 |
2 Kundenrezensionen:Leider immer noch nicht überholt... 5 von 5 PunktenHier zeigt sich schon überdeutlich,was auch Wallraffs spätere Bücher immer auszeichnet:Hier erlebt und fragt der ganze Mensch,und wer das liest,erlebt alles hautnahe mit,sowohl Schrecken als auch Wut und Staunen. Das klingt so einfach,ein Mensch maskiert sich,um anderen die Maske abreißen zu können-aber dazu gehören ein Mut,eine Fähigkeit zum Mitgefühl und ein wirklich WISSEN-Wollen,die eben doch nicht viele aufbringen können.Besonders gruselig empfinde ich immer noch die Umfrage des "Napalmfabrikanten" zur Gewissensberuhigung... Aber auch die anderen Reportagen sind eben leider noch nicht total veraltet-deswegen sind Mensche wie Wallraff weiterhin so wichtig.Und ich wünsche ihm weiter soviel Mut und Kraft wie bisher,aber am allermeisten wünsche ich ihm und mir und uns allen,dass eines Tages solche Rufer und Mahner nicht mehr nötig sind und über schönere Dinge schreiben dürfen-weil das Schreckliche verschwindet. Interessant und gute (geschichtliche) Bildung 4 von 5 Punkten13 unerwünscte Reportagen ist eines der ersten Bücher von Wallraff, ende der 1960er Jahre erschienen, und das merkt man. Es werden Themen wie Rechtsradikalismus, Vergangenheitsbewältigungen aus der Nazizeit und die Antipathie der "linken" (z.B. der Partei der Deutschen Linken) behandelt. Daneben gibt es auch noch weitere Missstände in den 60ern in Deutschland. Natürlich sind die meisten heute nicht mehr up-to-date, und die über Linke regt sich heute kaum mehr einer auf, und die NPD ist auch nicht mehr so im Vordergrund, wie damals, aber ich kann sagen, dass mir das Buch im geschichtlichen Bereich geholfen hat. Als 15-jähriger Schüler weiß ich nun, WIE extrem die Anti-links-Bewegung etc. in den 60ern warern. Wer sich ein Buch mit Kritik kaufen will, die aktuell ist sollte er von den Reportagen die Finger lassen, wer allerdings sich für die 60er interessiert, und Wallraff gut findet, sollte sich das Buch kaufen, denn schon hier wird der typische Wallraffschreivstil klar: Ich höre etwas über einen Missstand, ok, ich gehe hin, gebe mich als Linker/rechter/SOldat o. sonstiges aus, sammle erfahrungen, und gebe sie der Nachwelt weiter. Toll...und einmalig |
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Alles über Paris: Von Tempeln, Türmen und Fassaden - Von Künstlern, Kellnern und Kaschemmen - Von Boulevards und Gassen, Plätzen und Parks - Von ... In Geschichten, Gedichten und Berichten von Ulrich WickertTaschenbuch von Heyne VerlagAngebote bei Amazon: ab EUR 5,99 ![]() 3,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3453600215, Erscheinungsdatum: März 2006 |
5 Kundenrezensionen:Ein einzigartiges Buch über eine einzigartige Stadt. 4 von 5 Punkten"Paris ist die schönste Metropole, die es überhaupt gibt", sagt Ulrich Wickert. Der langjährige Tagesthemen-Moderator und Paris-Korrespondent der "ARD" ist in Paris aufgewachsen und zur Schule gegangen und hat bereits zahlreiche Bücher über seine Wahlheimat geschrieben. In "Alles über Paris" lädt er seine Leser zu einem Spaziergang durch "Boulevards und Gassen, Plätze und Parks" der französischen Hauptstadt ein. Paris war die erste moderne Weltstadt. Eiffelturm, Notre-Dame, Sacré-Coeur oder der Triumphbogen, Bastille, Louvre, Centre Pompidou: All das kommt einem in den Sinn, wenn der Name Paris fällt. Aber Paris gilt auch als die Stadt des Lichts, der Mode, des guten Essens und nicht zuletzt - als Stadt der Liebe. Ulrich Wickert erzählt profund und kenntnisreich von Vergangenheit und Gegenwart dieser fassettenreichen Stadt, gibt Exkurse in Literatur und Politik und "würzt" das Ganze mit persönlichen Eindrücken, Zitaten und Gedichten. Er beginnt dabei auf den Schwindel erregenden Höhen des Eiffelturms, taucht dann in die Pariser Unterwelt der Metro ab und ins Herz von Paris ein, ins "Art de Vivre". Einiges werden Wickert-Fans schon aus seinen Büchern "Und Gott schuf Paris" und "Vom Glück, Franzose zu sein" bekannt sein, daneben gibt es aber auch eine Vielzahl unbekannter Texte. Besonders schön sind die kleinen Liebeserklärungen an die Stadt, die das Buch durchziehen, wie "Keine Metropole erweckt am Morgen solche Gefühle des Glücks, wie dies Paris vermag, wenn der Duft der frischen Croissants aus den Bäckereien auf die Straße weht..." - dann möchte man am liebsten die Koffer packen und aufbrechen! Wer weniger wagemutig ist, kann auf dem Sofa sitzen bleiben und auf dem Papier reisen, denn neben schwarz-weißen Illustrationen und Fotografien liegt "Alles über Paris" auch ein wunderschön gestalteter Stadtplan bei. Oder man nähert sich der Stadt kulinarisch, in dem man eines der Rezepte aus den berühmten Restaurants, wie dem "Le Train bleu", nachkocht, die im Kapitel "Essen als schöne Kunst betrachtet" abgedruckt sind. "Die Metropole Paris: ein Traum nur?", fragt sich Ulrich Wickert am Schluss und druckt als Antwort Jacques Lanzmanns berühmtes Lied "Paris s'éveille" ab - Paris erwacht. Kein Traum, sondern ein Stück besonderes Lebensgefühl, dem man mit dem Buch "Alles über Paris" auf wunderbare Weise nachspüren kann! Ein einzigartiges Buch über eine einzigartige Stadt 5 von 5 PunktenUlrich Wickert erzählt in diesem bibliophil gestalteten Prachtband von seinem Paris. Dabei lässt er Paris lebendig werden mit seinen atemberaubenden Perspektiven, seinen Fassaden, Boulevards und Plätzen, mit all seinen Gerüchen und Stimmen, mit seinen Farben und Stimmungen. Er berichtet von Katzen und Fabelwesen, von begehbaren Denkmälern und nach außen gekehrten Musentempeln, von Manet und Monet, von Hittorf, Offenbach und Heine, von Opern, Musettewalzern und Marokkanischen Fantasien, von Brücken, Türmen und Gärten - und nicht zuletzt von jenem Traum, Metropole zu sein, den zu träumen Paris die Menschen aus aller Welt seit Jahrhunderten angeregt hat. Nur die halbe Wahrheit 3 von 5 PunktenDas Buch beinhaltet diverse Artikel, die Ulrich Wickert teilweise an anderer Stelle bereits veröffentlicht hat. Sie sind eine gute Ergänzung für einen klassischen Reiseführer, da der Leser "hinter die Gebäudefassaden" schauen kann (beispielsweise das Kapitel über die Garde Republicaine). Leider sind dem Ko-Autor, der Informationen zu Bauten, Plätzen und historischen Ereignissen ergänzte, bei seinen Recherchen einige Fehler unterlaufen: Der Baumeister der Place de Louis Quinze - des heutigen Concordeplatzes - und seiner Bauten wie Hôtel Crillon und Marineministerium ist Gabriel (Jacques-Ange mit Vornamen). Von ihm stammt in Paris auch die Militärschule. (s. S. 50, Sonderausgabe) Ein historischer Zahlendreher ist auf S. 117 zu finden. Marie-Antoinette kam erst nach ihrem Gatten (Jan. 1793) aufs Schafott, nämlich im Okt. 1793 und nicht schon 1792. Im Cour St.-André-des-Arts, an der Rückseite des Café Procope hängen Kopien von Gemälden der Revolutionszeit. Dort ist auch ein Bild zu finden (Original besitzt der Louvre), welches den Abschied Ludwigs aus dem Temple zeigt. Ein Diener bringt die Botschaft und Ludwig trennt sich von Frau und Kindern. Mit dem ältesten, noch erhaltenen Haus" (S. 177) habe ich auch ein Problem. Das Hôtel de Sens ist ohne Zweifel ein wunderbares Exemplar spätgotischer Baukunst aus dem auslaufenden 15. Jh., aber es gibt noch ältere Profanarchitektur in der Stadt und damit meine ich nicht die römischen Reste. Beispielsweise steht an der Metrostation Etienne Marcel der Wohnturm von Johann ohne Furcht. Er hatte sich dort verschanzt, weil er seinen Cousin Louis d'Orleans, den Bruder des Königs, umbringen ließ (in einer kleinen Gasse an der Rue Franc-Bourgeois), trotz seiner Vorsichtsmaßnahmen wurde er auch ermordet. Der Turm aus dem früheren Hôtel des Bougogne stammt aus der Zeit um 1410 und kann heute sogar besichtigt werden. An der Seite des Hôtel de Soubise im Marais hat noch ein gotisches Portal des Hôtel de Clisson überdauert. Dieses gehörte dem Comtable de France Olivier de Clisson und ist zu seinen Lebzeiten, also spätestens 1375 fertig gestellt worden. Außerdem wurden schon Fachwerkhäuser der Rue Francois-Miron aus dem 15 Jh. (aber nur restauriert) und der Rue Volta als ältestes Haus von Paris gehandelt. Letzteres ist mittlerweile aber auf das 17. Jh. datiert wurden. Aktuell wird das Haus von Nicolas Flamel in der Rue de Montmorency, ebenfalls im Marais, als das älteste Haus eingeschätzt (1407). Da es ein Steinhaus ist, ist es sogar wahrscheinlicher, dass es tatsächlich schon 600 Jahre auf dem Buckel hat. Außerdem habe ich noch die kleine Korrektur anzumerken, dass die frühere Place Royale, der heutige Vogesenplatz, zwar von Henry IV. in Auftrag gegeben wurde. 1612 zur Einweihung war aber nur sein Sohn Louis XIII anwesend, da der Herr Papa ja 1610 bereits Ravaillac zum Opfer fiel. Deswegen "reitet" heute auch Ludwig XIII auf der Place des Vosges! Übrigens nennt man diesen "rot-weißen" Baustil auch Stil Louis Treize, beispielsweise an der Place Dauphine (ebenfalls unter Heinrich begonnen) oder im zentralen Marmorhof des Versailler Schlosses zu bewundern. Eine Anleitung zum Träumen 5 von 5 PunktenUnvergleichlich, eines der lebendigsten Bücher die ich über Paris lesen durfte. Mit viel Witz und Charm erzählt Wickert über sein Paris, wie er es leben und lieben gelernt hat. Mit liebevollen Details und romatischen Geschichten hilft er uns von Paris zu träumen und schürt unser Fernweh nach der Mutter aller Städte. Enttäuschung 1 von 5 PunktenUlrich Wickerts Buch hält nicht, was der Titel verspricht. Es ist eine reine Anekdotensammlung mit langweiliger Bebilderung. Mit den besseren Paris-Büchern kann es nicht mithalten. Der Paris-Kenner Wickert hat es sich hier zu leicht gemacht. |
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Der rasende Reporter von Egon Erwin KischTaschenbuch von Aufbau TbAngebote bei Amazon: ab EUR 5,50 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3746650518, Erscheinungsdatum: 2008, Auflage: 5., Aufl. |
Eine Kundenrezension:Hervorragender Schreibstil, packende Reportagen 5 von 5 PunktenKisch zeigt uns, dass Journalisten auch Literaten sein dürfen und könnten. Er paart eine herausragende "Schreibe" mit dem Gespür für packende Geschichten und Abenteuer des Alltags. Dadurch wird dieses Buch zu einem Zeitdokument von hohem Wert und großartiger Unterhaltung. |
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Ich - der andere: Reportagen aus vier Jahrzehnten von Günter WallraffTaschenbuch von Kiepenheuer & WitschAngebote bei Amazon: ab EUR 2,70 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3462031678, Erscheinungsdatum: 2002 |
Audiobook-RezensionenGünter Wallraff repräsentiert den engagierten Schriftsteller wie kaum ein anderer. Er ist eine Institution, wenn es um die gesellschaftliche Moral geht. Seine Bücher wie ?Ihr da oben ? wir da unten?, ?Der Aufmacher? oder ?Ganz unten? sorgten allesamt für Furore. Die kritischen Sozialreportagen, die er in vier Jahrzehnten geschrieben hat, sind in Deutschland eine Ausnahme und gerade deshalb auch so wichtig. Mit seinen politischen Texten deckte er gesellschaftliche Missstände in Deutschland, aber auch im Ausland auf. Die hier zu hörenden Reportagen las der streitbare Autor anlässlich seines 60. Geburtstags. ?Ich- der Andere? ist das Programm von Günter Wallraff. Er ist in unzählige Rollen geschlüpft, hat sich getarnt und konnte so mitten im Geschehen beobachten. 1963 wurde Wallraff zur Bundeswehr eingezogen, seine Kriegsdienstverweigerung wurde abgelehnt; statt dessen hat man ihn in einer psychiatrischen Abteilung beobachtet und als untauglich eingestuft. Um die Situation einigermaßen zu meistern, schrieb er Tagebuch. War Wallraff in diese ?Rolle? noch unfreiwillig geschlüpft, so spielte er von nun an ?Rollen? ganz bewusst. Für seine Industriereportagen (1970) kroch er in die verdreckte Haut eines Sinter-Arbeiters bei Thyssen in Duisburg. Die Reportage über sein Dasein als Portier und Bote im Gerling Konzern (1973) muss man tragikomisch nennen. Mit zu seinen bekanntesten Arbeiten zählt seine Rolle als Hans Esser, in der er die skrupellosen publizistischen Praktiken von ?Bild? aufdeckte. Das war 1977, seine Überlegungen zum 50.Geburtstag des Blattes zeigen, dass Rufschädigung, Sensationsmache und der permanente Verstoß gegen das Grundgesetz, das die Würde des Menschen schützt, bei ?Bild? noch immer an der Tagesordnung sind. Als Türke Ali arbeitete Wallraff bei einer Subfirma, die Leiharbeiter anstellt und sie an Thyssen vermietet. ?Ganz unten? verdeutlicht, dass Ali am Rande der Gesellschaft lebt! Autorenlesung, Spieldauer: ca. 140 Minuten, 2 MCs. Auch als CD erhältlich. -- culture.text 2 Kundenrezensionen:Ein Muss für alle, die Günter Wallraff noch nicht kennen, und für die, die ihre Erinnerung auffrischen wollen! 5 von 5 PunktenFrage: Wer weiß, wo Günter Wallraff gerade ist? Antwort: Keine Ahnung, aber man sollte sich den neuen Pabst aus Polen mal ganz genau ansehen. - So witzelte man schon Ende der 70er Jahre über den Verkleidungskünstler, Maskeraden-Spezialist und Scharadenschauspieler unter den Reportern. Wie kein anderer hat Günter Wallraff in den letzten fast 40 Jahren mit seinen Reportagen die politische Gegenkultur zur herrschenden Meinungsmacht geprägt. Vielfältig in seinen Themen, aber einmalig in seinem Stil: "Er dringt in die Situation, über die er schreiben möchte, ein, unterwirft sich ihr und teilt seine Erfahrungen und Ermittlungen in einer Sprache mit, die jede "Überhöhung" vermeidet, sich nicht einmal des Jargons bedient, der ja als poetisch empfunden werden könnte." So empfand es Heinrich Böll 1970 in einem Vorwort zu Günter Wallraffs "13 unerwünschte Reportagen". In dem Buch "Ich - der andere", anlässlich des 60. Geburtstages von Günter Wallraff am 1. Oktober 2002 als "Jubiläumsband" erschienen, sind Auszüge aus den besten Reportagen versammelt: Als "Hans Esser" schaut er für uns hinter die Kulissen der "Bild"-Zeitung, als Türke "Ali" lebt er den Titel des späteren Buches: "Ganz unten". Peinlichkeiten gibt es aus dem Melitta-Werk, aus dem Gerling-Konzern, dem Stahlwerk oder aus der Bundeswehr zu vermelden. Aber nicht immer schreibt Günter Wallraff seine Schelmenstücke, nein, manchmal riskiert er sogar sein Leben. Das Buch nennt hierfür zwei Beispiele: 1996 machte er an einem geheimen Ort ein Interview mit dem Anführer der militanten Kurdenpartei PKK in der Türkei, Abdullah Öcalan. Günter Wallraff setzte sich für einen von der PKK verfolgten Kurden ein, später schrieb er ein kritisches Buch mit dem Titel: "PKK - die Diktatur des Abdullah Öcalan". Wie man weiß, genügt ein solches Buch in diesem politischen Kontext, um das eigene Leben zu gefährden, man denke nur an die "Satanischen Verse" von Salman Rushdie. Noch konkreter setzte Günter Wallraff 1974 sein Leben aufs Spiel: Aus Protest gegen die Militärregierung in Griechenland kettete er sich auf dem Platz der Verfassung in Athen an einen Lichtmast und verteilte Flugblätter. Er wurde ins Gefängnis gebracht und dabei schwer verletzt. Hätte er nicht Kontakte bis in die deutsche Botschaft gebracht, die sein Schicksal zu einer öffentlichen Sache machen konnten, hätte er dieses Abenteuer vielleicht nicht überlebt. Nach seiner Freilassung wurde er in Griechenland als Held gefeiert, der durch seine Aktion das negative Bild, dass viele Griechen von Deutschland hatten, ein wenig revidierte. Aber hinter dieser starken und mutig aktionistischen Seite gibt es bei Günter Wallraff auch andere Töne, wie ein Tagebucheintrag von 1960 zeigt: "Ich bin mein eigener Maskenbildner. Locke meinem Wesen immer neue Masken hervor. Ich warte darauf, die Maske zu finden, die sich mit meinem ursprünglichen Gesicht deckt. Ich glaube, sie längst schon unbemerkt getragen zu haben. Oder sie niemals zu finden, da sich mein Gesicht der jeweiligen Maske anpasst. Weiter werde ich mir unermüdlich Masken aufsetzen, mich suchen und in einem vor mir verbergen, wenn ich mich gefunden habe, werde ich mich verlassen." "Ich - der andere" ist das Beste von Günter Wallraff: Ein Muss für alle, die ihn noch nicht kennen, und für die, die ihre Erinnerung auffrischen wollen! Gelungene Mischung 5 von 5 PunktenWallraff steht zu dem, was er tut. Er schlüpft in Rollen, deren Namen Hans Esser oder Türke Ali bekannt sind. Schamlos nutzt er sein schauspielerisches Talent aus und paart es mit seiner journalistischen Begabung. Dieses Buch zeigt einen Abriß seines Schaffens, seiner Rollen, welche dem Ziel dienen, genau zu recherchieren. Er will dabei sein am Puls der Zeit. Wallraff zeigt ein Stück deutsche Realität. Keiner kann es besser als er. |
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