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Deutsch: Biografie einer Sprache von Karl-Heinz GöttertGebundene Ausgabe von Ullstein HcAngebote bei Amazon: ab EUR 19,00 ![]() 4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3550087780, Erscheinungsdatum: März 2010 |
4 Kundenrezensionen:Schwere Kost einfach zubereitet! 5 von 5 PunktenMir wurde das 2010 erschienene Werk Karl-Heinz Götterts von einem Professor für diachrone Sprachwissenschaft im Rahmen meiner Examensvorbereitung an Herz gelegt. Ich hatte nicht wirklich viel Ahnung von deutscher Sprachgeschichte und entschloss mich letztlich, Martin Luthers Einfluss auf die Entwicklung unserer Landessprache als Prüfungsthema zu erarbeiten. Götterts "Deutsch. Biographie einer Sprache" bot mir hierfür nicht nur das passende Kapitel, welches übersichtlich, informativ und anschaulich über den Zusammenhang der lutherischen Bibelübersetzung und der Herausbildung einer weitgehend einheitlichen neuhochdeutschen Schriftsprache referierte, es weckte mit seinem Witz und seiner vollkommen ungezwungen vorgetragenen Darstellungsweise mein Interesse an der Entwicklung des Deutschen von seinen "indogermanischen Eltern" über die Entstehung von Sprachgesellschaften bis hin zu seinem unterschiedlichen Gebrauch in "Ost und West". Der Autor verliert zu keiner Zeit den wissenschaftlichen Hintergrund seiner Darstellung aus den Augen, geht dabei aber nicht zwingend von einem umfangreichen Vorwissen seiner Leserschaft im Bereich Sprachgeschichte aus. Mit lebensnahen Beispielen und leicht verständlichem Darstellungstil navigeirt der Germanist und Romanautor Göttert durch die Epochen unserer Sprache. Er führt dabei vor Augen, welch außersprachliche Entwicklungen der Geschichte, ja wieviel Zufall tatsächlich notwendig waren, um das gesprochene (und geschriebene) Wort der Gegenwart zu dem zu machen, was wir wie selbstverständlich als unsere Sprache begreifen. Spätestens aber, wenn man sich "Deutsch. Biographie einer Sprache" zu Gemüte geführt hat, weiß man, dass auch unser Neuhochdeutsch nicht mehr als ein Übergang zu einer Sprache der Zukunft ist und dass wir tagtäglich an diesem Wandel mitwirken. Munter, aber unzuverlässig 2 von 5 PunktenDas Buch gehört zu den schnell verfaßten Werken, die der emeritierte Germanist Göttert zur Zeit auf den Markt wirft. Jeder erfahrene Hochschullehrer kann natürlich allerlei Wissenswertes erzählen. Göttert schreibt in munterem Ton, wie er heute viele Sachbücher kennzeichnet, stellenweise geradezu flapsig, was nicht jeden Leser ansprechen dürfte. Die Geschichte und Literatur des Mittelalters ist breit dargestellt, zur Sprache selbst findet man recht wenig. Einige Fehler hat Hans-Martin Gauger in der FAZ vom 6.4.2010 schon richtiggestellt. Gauger schreibt mit Recht: Ohne Zweifel ist Götterts Buch, seine philologisch linguistische Antwort auf das der Juristin Limbach, zu breit angelegt. Es ist nicht so eindeutig auf die Sprache konzentriert, wie es nötig wäre. Der Leser erfährt mehr, als er erfahren will, aber dann auch wieder weniger, als er erfahren müsste, eben weil das Ziel nicht intensiv genug die Sprache ist. Die Literatur, die in einer Sprache geschrieben wird, ist wichtig - wichtig in seltenen Fällen sogar für diese Sprache selbst. Aber ein Buch über die Sprache darf nicht auch noch eine kleine Literaturgeschichte sein wollen. Das Buch ist in reformierter Rechtschreibung gedruckt, obwohl der Verfasser die Reform sehr kritisch beurteilt und mit Seitenhieben nicht spart. Er schreibt also binnen Kurzem, seit Langem, seit Kurzem, bei Weitem, Orthografie, erspart dem Leser auch nicht den aufwändigen Zierrat und trennt Diph-thong, für einen Philologen ungewöhnlich. Über die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung hat Göttert ganz falsche Vorstellungen, worauf Gauger, ihr ehemaliger Vizepräsident, schon hingewiesen hat. Da Göttert aber auch ein Buch über die Rechtschreibreform und sogar ein Rechtschreibwörterbuch (u. a. von ALDI vertrieben) veröffentlicht hat, erstaunen seine Fehleinschätzungen besonders: Wie wachsam bei allem, was die Entwicklung der Sprache angeht, gerade die Deutsche Akademie war, zeigte sich beim großen Zusammenprall mit der einzigen annähernd staatlichen Institution, die wir seit 1998 besitzen: mit der Duden-Redaktion und der von ihr durchgesetzten Rechtschreibreform. Offenbar beflügelt von der gerade erreichten deutschen Einheit bekam eine schon länger schwelende, aber nie zum Abschluss gekommene Diskussion über die Reduzierung und Vereinfachung der orthografischen Regeln neuen Schwung. 1996 legte eine aus Wissenschaftlern aller betroffenen Länder gebildete Kommission ihre Ergebnisse vor. Obwohl (oder vielleicht gerade weil?) die Empfehlungen den meisten Experten und einer informierten Öffentlichkeit aufgrund der Willkür und Widersprüchlichkeit der Regeln als katastrophal erschienen, beschlossen 1998 die Kultusminister (mit anschließender Bestätigung durch das Bundesverfassungsgericht), dass zur Verabschiedung keine parlamentarische Ermächtigung notwendig sei. Damit erhielt das Regelwerk amtlichen Charakter und ein gewinnorientiertes Verlagsunternehmen den Status einer 'Behörde'. Im Wiener Vertrag wurden auch Österreich und die deutschsprachige Schweiz eingebunden. Man kann sich heute nur noch wundern, wie alle Warnungen der Akademie (die sich vor allem auf die künstliche, nicht in der historischen Sprachentwicklung wurzelnde Regulierung bezogen) einschließlich eigener Gegenvorschläge in den Wind geschlagen wurden. Erst als das Kind im Brunnen lag, als Zeitungen wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung nach dem Aufruf der Akademie, die neue Rechtschreibung zu boykottieren, zur alten Orthografie zurückkehrten, machte sich die Mannheimer Kommission ans Zurückrudern. So kam es im Jahre 2006 zu einer Reform der Reform, die nun endgültig (für Schulen und amtliche Stellen) Verbindlichkeit besitzt. (357) Hier ist jeder Satz falsch, einiges mißverstanden oder frei erfunden. Zur Ersten Orthographischen Konferenz 1876: Dort setzte sich Duden durch. 1880 legte er sein Vollständiges Orthographisches Wörterbuch der deutschen Sprache vor. (294) Duden setzte sich auf dieser ergebnislosen Veranstaltung gerade nicht durch, weshalb er sofort seine bekannte Schrift Die Zukunftsorthographie verfaßte und noch im selben Jahr veröffentlichte. Bei den Etymologien des Konrad Celtis geht es ein bißchen durcheinander (159). Wie nachlässig die sprachwissenschaftlichen Einzelheiten behandelt sind, die Göttert vielleicht insgesamt für zu trocken und daher keiner Mühe wert hält, zeigt das folgende: Nehmen wir das Wort Fuß. Im Lateinischen heißt dies pes. Die germanischen Sprachen machen bei der Übernahme aus dem p ein f. Dies muß der Leser so verstehen, daß die Germanen das Wort aus dem Lateinischen übernommen haben. Ähnlich das folgende: ... weshalb im Deutschen aus tres drei wurde. (245) In Luthers auff das er sich schetzen lies mit Maria sieht Göttert das Verb in Zweitstellung. Gegen Ende kommen zwar die Fachsprachen vor, aber Deutsch als Sprache der exakteren Wissenschaften spielt im ganzen Buch keine Rolle, es geht immer nur um Literatursprache im herkömmlichen Sinne. Die Rhetorik, über die Göttert viel veröffentlicht hat, wird breit dargestellt, aber ihre Rolle in der Sprachgeschichte bleibt trotzdem unklar. In den Zitaten findet man besonders viele Fehler: "Der Kopf musste fort, der Stil (!) zugedeckt werden". ( aus Döblin: Die Ermordung einer Butterblume.) (311) Andere Zitate aus demselben Werk stehen nicht in Reformschreibung. Auch sonst sind viele Zitate, aber nicht alle umgestellt, z. T. gibt es auch ein Schwanken innerhalb eines Zitats. Trakl: "aus frierendem Weihen" (305, richtig: Weiher) Stramm: "Die Himmelfetzen" (305, richtig "Die Himmel fetzen") Daß Mauthners Beiträge von 1901f. nicht den verstorbenen Nietzsche stark beeinflussten (302), hat Gauger schon vermerkt. Über den Duden schreibt Göttert: Vielleicht liegt allerdings der größte Skandal darin, dass die dreizehnte Auflage von 1947 zwar viel Nazi-Vokabular entfernt, aber ein Wort wie Untermensch tatsächlich ohne Erklärung hat stehen lassen. (326) Es dürfte größere Skandale geben als dieser unkommentierte Eintrag in einem Rechtschreibwörterbuch! Das Österreichische Wörterbuch, das bis 1990 immerhin 37 Auflagen erlebte (338), ist inzwischen in der 41. Auflage erschienen. In einem Buch von 2010 sollte das erwähnt werden. Das PONS-Wörterbuch der Jugendsprache wird kritiklos zitiert (348), die sogenannte Jugendsprache überhaupt zu wenig als Produkt einschlägig interessierter Veröffentlichungen durchschaut. Die Kanak-Sprak wird viel ausführlicher behandelt als die feministische Umgestaltung (man denke an das amtliche Gender-Mainstreaming mit seiner durchgreifenden Wirkung!) und die sonstige Politische Korrektheit (die gar nicht vorkommt). Reiner Leerlauf sind Bemerkungen wie diese: Skinheads und Punks sind nur als soziale Erscheinungen einer extrem komplex gewordenen Gesellschaft zu begreifen. (349) Zaimoglu hat 2003 nicht den Ingeborg-Bachmann-Preis bekommen, sondern nur den Preis der Jury (zu 349). Auf schnelle Produktion lassen auch nachlässige Formulierungen wie die folgende schließen: "In Polen gehört Deutsch weiter zur am meisten nachgefragten Fremdsprache." (367) (Was mag noch dazugehören?) "Von Anfang an wollten die Grimms den Rückgang auf die alten Sprachstufen mit einer Orthografiereform verbinden, die letztlich der des Hochmittelalters entsprach." (251) (Gemeint ist offenbar die Orthographie des Hochmittelalters.) Göttert bezeichnet die Vielsprachigkeit der EU immer wieder als chaotisch und spricht sich für Englisch als einzige internationale Verkehrssprache aus, bei Pflege der Sprachen und Minderheiten innerhalb der Mitgliedsstaaten. Aber kostspielig ist nicht dasselbe wie chaotisch. Staaten, die mal eben ein paar Milliarden an Autokäufer und Hoteliers verschenken, dürften sich auch große Übersetzerdienste leisten können, das schafft schließlich auch Arbeitsplätze. Man kann Götterts Vorstellung für realistisch und vernünftig und vielleicht unausweichlich halten, aber die Argumentation wird hier etwas oberflächlich. Selbst die Amerikaner halten bereits Tagungen über die Kosten ab, die ihnen die bequeme Dominanz ihrer Weltsprache beschert hat (1983 unter dem Titel A nation at risk). (22) Ich habe weder in dem Report selbst noch in den begleitenden Papieren etwas zu den Kosten der Einsprachigkeit finden können. Aber die Amerikaner verdienen Milliarden mit Sprachunterricht. Das Buch enthält, wie gesagt, viel Wissenswertes, aber je weiter es sich von Götterts Spezialgebiet (Literatur des Mittelalters, Rhetorik) entfernt, um so unzuverlässiger wird es, und die vielen Fehler wecken Mißtrauen. Außerdem ist der Stoff nicht straff genug organisiert, die Darstellung mal zu breit, mal zu knapp und der Gesamtplan unklar. Wo bleibt das Germanische? 3 von 5 PunktenDas Buch zeigt interessante Aspekte, doch hat mir der germanische Ursprung und die Zusammenhänge mit anderen germanischen Sprachen gefehlt. Interesant jedenfalls die Qual der ersten Schriftschreiber, wie man denn überhaupt was Deutsches schreiben kann, wenn es noch nicht mal Buchstaben gibt. Auch fehlt mir der Hintergrund für Buchstaben, die es in anderen Sprachen gar nicht gibt, wie "ß" , "w", und das sog. "Vogel Vau". der Zusammenhang zwischen Kultur, Technische Entwicklung, Philosophie etc . und Sprache im Vgl. mit Frankreich oder England ist zu schwach dargestellt. Bruno Frey Deutsch: Eine Sprache mit großem Magen 5 von 5 PunktenPotenzial für eine richtig gutes Buch hat ein meinen Augen stets das Erstlingswerk eines frischgebackenen Emeritus. Karl-Heinz Göttert ist ein solcher Emeritus für Germanistik an der Universität zu Köln und er schreibt über das zentrale Thema der Germanistik schlechthin: die deutsche Sprache. Von vielen Feuilletons als bereits verloren und den renommierteren als zumindest hochgradig gefährdet deklariert, wird die deutsche Sprache auch diese aktuellen Angriffe überstehen, behauptet der Autor. Und er begründet dies ganz einfach mit der Geschichte der deutschen Sprache, die eine ganze Reihe von massiven Gefährdungen überstanden hat und sogar gestärkt daraus hervorgegangen war. Erinnert sei an die Dominanz des Lateinischen praktisch bis Leibniz und des Französischen bis ins 18. Jahrhundert hinein. Trotzdem entstand aus dem publizistisch verschmähten Deutsch die Sprache der Weimarer Klassik, des deutschen Idealismus und der Romantik, mit der Karl Kraus seine Fackel wider die Barbaren tränkte. Doch sie wird Federn lassen müssen, die deutsche Sprache, meine ich, wir werden leiden, uns am Ende sogar an das Genitivapostroph gewöhnen, das für Imbissbuden schon Pflicht zu sein scheint. Und ein ganz klein wenig kommt mir die Göttert-Weise wie ein leises Pfeifen im Wald vor, aber hochgradig interessant geschrieben und fundiert. Und so kann ich am Ende eine ganz klare Empfehlung aussprechen, zumal das Buch auch in einem sprachlich perfekten Zustand daherkommt. |
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Eile mit Weile: Herkunft und Bedeutung der Sprichwörter von Karl-Heinz GöttertBroschiert von Reclam jun. , Philipp, Verlag GmbHAngebote bei Amazon: ab EUR 6,71 ISBN: 3150201896, Erscheinungsdatum: Oktober 2009 |
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Einführung in die Rhetorik: Grundbegriffe - Geschichte - Rezeption von Karl-Heinz GöttertTaschenbuch von UTB, StuttgartAngebote bei Amazon: ab EUR 6,50 ![]() 4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3825215997, Erscheinungsdatum: Januar 2009, Auflage: 4., überarb. Aufl. |
Eine Kundenrezension:Gut lesbare und interessante Einführung in die "Redekunst" 4 von 5 PunktenDieses Büchlein der UTB-Reihe ist eine hervorragende Hinführung und Einführung in eine der ältesten "Wissenschaften" der Menschheit. Wie wichtig und nützlich das Wissen über rhetorische Form und Technik sein kann, wird einem nicht immer sofort bewußt. Beschäftigt man sich jedoch einmal näher mit Argumentationstexten, politischen Reden etc. kann einem diese Einführung in die Rhetorik sehr nützlich und hilfreich sein. Warum? Nun, es bietet interessantes geschichtliches Hintergrundwissen anhand von Beispielen und fasst alle Bereiche der Rhetorik auf, definiert die grundlegenden Begriffe, beschreibt den Aufbau einer Rede usw. Ich benutze dieses Buch gerade für eine Hausarbeit. Zum Einstieg ist dieses Buch sehr zu Empfehlen: Es bietet den wichtigen Stoff in einer gut verständlichen Form dar. Grob-Gliederung: Vorbemerkung A. Zum Stand der Rhetorikforschung B. Grundbegriffe der Rhetorik C. Zur Geschichte der Rhetorik D. Literatur und Register Schematische Darstellung Personenregister Sachregister |
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Wissen auf einen Blick - Deutsche Literatur: 100 Bilder, 100 Fakten von Karl-Heinz GöttertGebundene Ausgabe von Naumann & GöbelAngebote bei Amazon: ab EUR 5,99 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3625121425, Erscheinungsdatum: Februar 2009 |
Eine Kundenrezension:Die Zahl 100 und die Deutsche Literatur 5 von 5 PunktenIn ein sehr ansprechendes Buchformat gekleidet habe ich heute ein Nachschlagewerk der besonderen Art vor mir liegen, welches ich euch vorstellen möchte. Die Verlagsgesellschaft Naumann und Göbel hat dieses Buch herausgebracht. Es ist eines aus einer Reihe weiterer Nachschlagewerke der gleichen Art, die viele weitere Themengebiete umfasst und bearbeitet. Die Zahl 100 steht immer im Vordergrund. Das heißt, dass im Buch 100 Bilder zu 100 Fakten des jeweiligen vorgestellten Themas bearbeitet und gezeigt werden. Ich möchte euch heute die Deutsche Literatur näher bringen. Untertitel Wissen auf einen Blick. Autor: Karl-Heinz Göttert: Karl-Heinz Göttert, geboren 1943 in Koblenz, studierte Geschichte und Germanistik und ist Professor für Ältere deutsche Sprache und Literatur an der Universität zu Köln. Zu seinen Forschungsgebieten gehören die Themenfelder Rhetorik, Magie und Alltag im Mittelalter, zu denen er bereits verschiedene Bücher veröffentlichte. Quelle: hp naumann und göbel hammerpreis von 7,95 Euro für soviel kompaktes Wissen auf einen Blick !!! Inhalt und Umsetzung: Das Buch beginnt mit dem Vorwort , welches erklärt, warum die Texte so gegliedert sind, wie der Leser sie vorfindet. Es wird erklärt, warum den neueren literarischen Werken mehr Seiten gewidmet werden, als denen, zum Beispiel, die schon länger erschaffen wurden. 10 Beispiele sind für das Mittelalter und seine Literatur aufgeführt. 38 Texte kann man zum Zeitalter des Humanismus bis zum Ende des Realismus lesen. 11 Beispiele allein sind für die beginnende Moderne bereitgehalten, die bis zur Gegenwart reicht. Einige weise und durchaus wahre Aussprüche kann man schon im Vorwort zum Thema Literatur lesen. Es kann also nur ein Abriß und keinesfalls die komplette Auflistung der deutschen Literatur sein, die man hier im Buch vorfindet, aber die wirklich interessanten und weitreichenden literarischen Werke sind in diesem Buch vereint. Vom Hildebrandslied um 830 überStraßburgs Tristan, Brants Narrenschiff, Till Eulenspiegel, Lessings Nathan der Weise, oder auch Schillers Die Räuber, bis hin zu Brechts Dreigroschenoper und auch Mann`s Mephisto, Seghers siebtes Kreuz und nicht zuletzt den neueren literarischen Werken, mit seinen Vertretern Kehlmann (Die Vermessung der Welt) oder Julia Franck (Die Mittagsfrau) ist ein zeitlicher Überblick deutscher Literatur geschaffen, der den Interessierten durch die deutsche Literaturgeschichte begleitet. In einfach verständlichen Texten wird das jeweilige Werk erklärt, mit kurzen Inhaltsangaben, Daten zum Autor, Erklärungen zum Werk und in einem Rahmen immer wieder äußerst ansprechende Hintergrundinfos. Fundiertes Wissen wird dem Leser unterhaltsam verpackt serviert, sodass es sich bei diesem Sachbuch um ein kurzweiliges Lesevergnügen handelt, man kann immer mal wieder in diesem Buch blättern, es als Lektüre während eines Mussestündchen nutzen, aber auch als Nachschlagewerk. Ich finde die Zusammenstellung sehr gut gewählt, der Leser erhält einen super Überblick von der Vielfalt der Literatur, die Deutschland und seine Autoren zu bieten hat. Es macht Lust, diese Literatur auch zu lesen. Die leicht verständlichen Erklärungen und die komplette Ausarbeitung des Themas machen dieses Buch für mich zu einem top-Produkt im Bereich Sachbuch Literatur, wenn auch keine Vollständigkeit gegeben sein kann. kurze Leseprobe: Berthold Brecht: Die Dreigroschenoper (1928) Überschrift: Kaptalismuskritik als Oper (Sehr positiv ist auch zu bezeichnen, dass die Überschrift praktisch schon zusammenfasst, was uns der Artikel sagen möchte.) Bertold Brecht (1898-1956) wuchs in Augsburg als Sohn eines Papierfabrikanten auf. In seiner Schulzeit entging er knapp einem Verweis, nachdem er in einem Aufsatz den Vaterlandstod verurteilt hatte. In München studierte er Naturwissenschaften, Medizin und Literatur .... .... Von Liebe und Heirat Mackie Messers und seiner Braut Polly Brechts Vorlage vom Konkurrenzkampf zwischen dem Londoner Bettlerkönig und dem Verbrecher mit guten Beziehungen zur Polizei datiert ins frühe 18. Jahrhundert (Beggar`s Opera von John Gyy) und wurde in die Zeit um 1920 verlegt: ins Gangstermilieus des übelbeleumundeten Londoner Stadtteils Soho.... Im Kästchen kann man u.a. folgendes zu diesem Werk lesen: Der Erfolg des Songs: Noch kurz vor der Aufführung waren die song-Einlagen umstritten, sogar bei der Aufführung seblst gab es Prfobleme, bis mit dem Kanonensong von Macheath und Tiger-Brown das Eis brach. Die Moritat von Mackie Messer zu Beginn hatte Brecht in letzter Minute geschrieben. Sie wurde das berühmteste Stück... Eure HEIDIZ Bildmaterial: Das Bildmaterial, welches ja die Hälfte des Buches umfasst, da immer passend zum jeweils auf einer Doppelseite befindlichen Hälfte umfassenden Text auf der gegenüberliegenden Seite bildhaft das jeweilige Werk oder damit zusammenhängende interessante Fotos angeführt werden. Dies reicht von Fotos der Autoren, besonders interessanten Beispielen zum Buch bzw. auch bis zu Bildmaterial zu neueren oder älteren Verfilmungen der jeweiligen Literatur. Zum Schluss ist nochmal zusammenfassend ein Zeitstrahl über mehrere Seiten zu finden, wo man als Leser vom Beginn (um 830 - also Mittelalter) bis hin zur Gegenwartsliteratur 2007 die einzelnen Epochen aufgeführt hat mit den dazugehörigen Bildern aus dem Buch und der Nennung seiner Werke. So kann ich sagen, dass ich dieses Buch zu meinen favorisierten Sachbüchern zähle. |
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Entschlüsselte Geheimnisse von Karl-Heinz GöttertBroschiert von EmonsAngebote bei Amazon: ab EUR 2,25 ![]() 3,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3897053926, Erscheinungsdatum: Oktober 2005, Auflage: 1., Aufl. |
2 Kundenrezensionen:Sprachkodierung mit Lokalkolorit 3 von 5 PunktenKöln am Ende des 16. Jahrhunderts. Ein junges Liebespaar gerät zwischen die Interessen des Erzbischofs und des Kölner Rates, weil es seine Liebesbriefe mit kodierten Botschaften versieht und sie mit der Geheimpost befördert. Als Master Brun, der Experte für Geheimschriften auf der erzbischöflichen Burg, in diesen Briefwechsel eingreift, nimmt das Schicksal seinen Lauf... Dieser historische Kriminalroman ist bei genauer Betrachtung weder richtig historisch noch ein typischer Krimi. Hauptanliegen des in Köln lehrenden Autors war es anscheinend, ein Stück Geschichte der Kryptografie und Stenografie einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Hübsch verpackt und gewürzt ist dies mit einer recht romantischen Liebesgeschichte aus dem Köln des Jahres 1590 und weil ein Krimi auch ein Opfer braucht, wird dazu ein Mord gereicht. Altes Thema mit aktuellen Bezügen 4 von 5 PunktenNachdem der letzte Roman von Herrn Professor Göttert von den Telegraphen handelte geht dieses Buch wieder weiter in die Zeit zurück und zwar in das Jahr 1590 und so den Vorbereitungen des Besuchs Maximillians um einige Streitigkeiten in der Region zu bearbeiten. Neben der dabei entstehenden Kriminalgeschichte werden in den Gesprächen zwischen Johannes und Brun - zweier Hauptfiguren in der Ermittlung - immer mehr Elemente der Kryptographie und der Steganographie dargestellt, so dass die Leserinnen und Leser eine Menge über die Geschichte und die Techniken des geheimen Schreibens lernen. Was ja auch in unserer heutigen Zeit bei den Fragen nach der Sicherheit von Internetkommunikation wieder ein zunehmend aktuelles Thema wird, das mehr und mehr Menschen direkt betrifft. |
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Orgelführer Deutschland von Karl-Heinz Göttert, Eckhard IsenbergGebundene Ausgabe von Bärenreiter VerlagAngebote bei Amazon: ab EUR 11,70 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3761813473, Erscheinungsdatum: 2001, Auflage: 3., rev. u. aktualis. Aufl. |
2 Kundenrezensionen:neue Orgelreise durch Deutschland 5 von 5 PunktenZehn Jahre nach Band 1 und acht Jahre nach dem "Orgelführer Europa" legt das Kölner Erfolgsduo Göttert & Isenberg den 2. Band des "Orgelführer Deutschland" vor. Wer sich damals an dem "hemdärmeligen" (FAZ) journalistischen Stil gestoßen hat, sollte von diesem Buch die Finger lassen, alle anderen erwartet ein gewohnt kurzweiliges Lesevergnügen und zahlreiche interessante Einblicke in die Welt der Orgel und in ein Stück deutsche Kulturgeschichte. Die Autoren folgen wiederum dem erprobten Rezept, in Form einer Rundreise, also geographisch geordnet, bedeutende Instrumente aller Epochen in einem Kurzportrait vorzustellen. Auch wenn der vorliegende Band etliche Seiten dünner ist als die beiden vorausgehenden Publikationen, sind doch von Keitum bis St. Blasien und von Köln bis Bautzen mehr als 80 Instrumente vorgestellt, wobei die Auswahl historische Instrumente, Restaurierungen, Rekonstruktionen und Neubauten gleichermaßen berücksichtigt. Von der angeblich ältesten Orgel der Welt in Ostönnen bis zur (bei der Drucklegung) noch gar nicht fertiggestellten Orgel des Magdeburger Doms ist jede Region und jeder stilistische Bereich Deutschlands vertreten, und es wird ganz nebenbei eindrucksvoll bewiesen, über welch ungeheures Kulturerbe wir hierzulande verfügen. Der Stil der Autoren ist erfrischend und einfach zu lesen. Auf ansprechende Weise und gelegentlich auch mal etwas rheinländisch-schnodderig wird Kurioses, Groteskes, Betrübliches und natürlich viel Erfreuliches berichtet, wobei aus jeder Zeile die Liebe der Autoren zu der Königin der Instrumente spricht. Sehr sympathisch fällt auf, daß durchaus auch subjektive Töne nicht fehlen (so z.B. zur "etwas arg robust" geratenen "Touri-Orgel" in Keitum oder zum Orgelstreit in der Dresdner Frauenkirche) - handelt es sich doch nicht um ein wissenschaftliches Buch, sondern um ein Lesebuch, das aber sicherlich (wie schon die anderen Bände) in vielen Organisten- und Orgelliebhaber-Haushalten auch als Nachschlagewerk benutzt werden und zur Reisevorbereitung dienen dürfte, zumal selbst der Fachmann Neues lernen kann, so etwa die Schildbürgergeschichte um die Orgel der Abtei Knechtstedten. Einziges Manko sind auch hier wieder die in den Anhang verbannten Dispositionen. Zum einen ist es unpraktisch, nach dem Lesen eines Kapitels die jeweilige Disposition suchen zu müssen; zum anderen bestehen die Dispositionen lediglich aus einer recht unübersichtlichen Aufzählung der Registernamen, ohne Angaben zu Koppeln, Tonumfängen und sonstigen technischen Details. Wer das Buch ohne Fachwissen liest, wird sich für die Dispositionen ohnehin nicht interessieren, wer jedoch eine Orgeldisposition lesen kann, dem ist mit der spaltenweisen Aufzählungen von Registernamen nicht gedient, sondern der erwartet eine graphisch ansprechende und vollständige technische Beschreibung, die man ja z.B. im Anschluss an jedes Orgelportrait in einem Kasten hätte drucken können, wie dies z.B. im jüngst erschienenen Buch "Orgeln in Deutschland" von Martin Balz vorbildlich der Fall ist. Trotz dieser Einschränkung ist das vorliegende Buch eine erstklassige Publikation, deren hochwertige Druckqualität der zahlreichen Farbfotos den Preis absolut rechtfertigt. Warten wir nun also auf den 2. Band des "Orgelführer Europa" - interessante Instrumente hierfür gibt es genug, von der neuen Budapester Philharmonie über den Verkauf der Orgel von Radio France an die Kathedrale von Lille bis zur Hamburger Elbphilharmonie. Lehrreich und mit vie Augenzwinkern 5 von 5 PunktenAuch Königinnen sind normale Menschen! Mit Respekt aber ohne Scham begegnen die Autoren der "Königin der Instrumente". Mit viel Hintergrundwissen und Augenzwinkern wird auch dem Orgelneuling der Kontakt mit der Orgel leichtgemacht. Lehrreich und flüssig zu lesen, sogar als Gute-Nacht-Lektüre. |
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Einführung in die Stilistik (Uni-Taschenbücher S) von Karl-Heinz Göttert, Oliver JungenBroschiert von UtbAngebote bei Amazon: ab EUR 3,05 ISBN: 3825225674, Erscheinungsdatum: Sept. 2004, Auflage: 1., Aufl. |
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Kleine Schreibschule für Studierende (Uni-Taschenbücher S) von Karl-Heinz GöttertTaschenbuch von UTB, StuttgartAngebote bei Amazon: ab EUR 3,70 ![]() 4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3825220680, Erscheinungsdatum: Dezember 2002, Auflage: 2. A. |
Eine Kundenrezension:Nutzen mit Fußangeln 4 von 5 PunktenDieses knappe Buch ist sehr nützlich, um verschüttetes und leicht verschwommenes Wissen, das man eigentlich schon in der Schule mitbekommen sollte, wieder aufzufrischen. Satzbau, Aufsatzgliederung, Stilfragen wie Satzlänge, Konjunktiv etc. gehören zum Basiswissen in der Auseinandersetzung mit dem Schreiben (nicht nur für Studierende). Die kurzen, dichten Darstellungen von Problem und Lösungsansatz ist allerdings verwirrend, wenn man sich verunsichert fühlt und den Zugang zu längerem Text-Verfassen noch nicht gefunden hat. Dann empfehlen sich ausführlichere Darstellungen bzw. eigene Kurse. Pädagogisch nicht besonders geschickt sind die Negativ-Beispiele, die immer wieder angeführt werden. Brauchbar also fürs schnelle Nachschlagen und um sich die Problematik der Textverfassung noch einmal vertiefend zu Gemüte zu führen. Brauchbar auch für die Lehre, da das Buch eben kompakt Grundprobleme reflektiert. |
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Daumendrücken: Der ganz normale Aberglaube im Alltag von Karl-Heinz GöttertGebundene Ausgabe von Reclam, DitzingenAngebote bei Amazon: ab EUR 4,00 ISBN: 3150105331, Erscheinungsdatum: August 2003 |
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Die Stimme des Mörders von Karl-Heinz GöttertTaschenbuch von EmonsAngebote bei Amazon: ab EUR 4,50 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3897052806, Erscheinungsdatum: März 2003, Auflage: 1 |
3 Kundenrezensionen:Ein Spitzenkrimi 5 von 5 PunktenDer Krimi ist spannend, gut recherchiert und es macht Spaß, ihn zu lesen. Ich kann ihn uneingeschränkt empfehlen! Informativ und anregend 5 von 5 PunktenProfessorenprosa, das klingt erstmal staubtrocken. Aber nicht so bei Göttert. Sein Krimi-Debüt entwirft ein lebendiges Panorama vom Köln der frühen Neuzeit. Facettenreich und sehr differenziert wird das Denken der damaligen Zeit veranschaulicht. Im Zentrum steht dabei eine hochinteressante Idee: Der Pfarrer Adolph Overzier meint, allein durch den Klang der Stimme die Persönlichkeit eines Menschen bestimmen zu können. Er glaubt auf diese Weise auch Mörder überführen zu können. Die damit verbundene Hoffnung ist auch der heutigen Kriminalistik nicht fremd: Durch "objektive" Faktoren einen Täter ohne dessen Mithilfe überführen zu können. Dieses hochspannende Buch liefert also zahlreiche Anregungen auch für die Gegenwart. Es kann angeregte Debatten auslösen, wie ich im eigenen Freundeskreis festgestellt habe. Spannende Unterhaltung voller wirklicher Historie 5 von 5 PunktenKarl-Heinz Göttert ist ein Mensch, der einem in einer Vorlesung mittelalterliche Ideen der Rhetorik und des Aberglaubens wunderbar vermitteln kann. ?Die Stimme des Mörders? nimmt auch auf genau diese Bereiche Bezug. Außerdem geht es in diesem Roman auch darum, was wissenschaftliches Denken eigentlich ausmacht. Im Anhang erklärt uns Professor Göttert dann noch, was an diesem Roman als gesichert und was als Phantasie zu gelten hat und gibt den interessierten Leserinnen und Lesern Literaturhinweise zur weiteren Betrachtung der beschriebenen Ereignisse, Personen und Zusammenhänge. Alles in Allem ein genauso lehrreiches, wie spannendes Büchlein. |
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