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Michael Schmidt: IrgendwoGebundene Ausgabe von SnoeckAngebote bei Amazon: ab EUR 43,00 ISBN: 3936859183, Erscheinungsdatum: August 2006, Auflage: Bilingual |
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Jenseits von Gut und Böse: Warum wir ohne Moral die besseren Menschen sind von Michael Schmidt-SalomonGebundene Ausgabe von Pendo VerlagAngebote bei Amazon: ab EUR 17,88 ![]() 4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3866122128, Erscheinungsdatum: Sept. 2009, Auflage: 4 |
5 Kundenrezensionen:Modische Pseudo-Philosophie 2 von 5 PunktenMichael Schmidt-Salomon hat sich Ungewöhnliches vorgenommen. Er möchte die Welt durch Abschaffung der Moral verbessern und die Menschen mit der Einsicht in die Unfreiheit ihres Willens glücklicher machen. Schmidt-Salomon geht davon aus, dass ein großer Teil der gebildeten Zeitgenossen Europas, obwohl inzwischen ungläubig, immer noch einer Haltung anhängt, die man als "Sündenfall-Syndrom" bezeichnen kann und die nicht minder verderblich ist als die Religion. Drei Überzeugungen seien für das "Sündenfall-Syndrom" kennzeichnend: Erstens die Annahme, dass Menschen im Gegensatz zu anderen Lebewesen über "Willensfreiheit" verfügen und daher bewusst zwischen "gut" und "böse" wählen können. Zweitens die Annahme, dass absolute moralische Kategorien existieren, die für alle Menschen verbindlich festlegen, was "gut" und "böse" ist. Aus beiden Annahmen folge als dritte grundlegende Überzeugung das "Schuld-, Sühne- und Sündenprinzip": Ein Mensch, der sich für das Böse entscheide, lade dadurch eine Schuld auf sich, die durch angemessene Bestrafung gesühnt werden müsse. Schmidt-Salomon zufolge können heute beide Annahmen als wissenschaftlich widerlegt gelten, womit die Schlussfolgerung gegenstandslos wird. Für die Widerlegung der Willensfreiheit beruft sich Schmidt-Salomon schlicht auf das Kausalprinzip. Eine echte Wahl zwischen zwei Handlungsalternativen könne es nicht geben, weil sie einen "Riss im universellen Kausalgefüge der Welt" voraussetze. "Denn für materielle Körper ... gilt notwendigerweise, dass identische Ursachen auch identische Folgen nach sich ziehen. Wie also könnte sich eine natürliche Person X zu dem Zeitpunkt Y unter den ... vorherrschenden Bedingungen anders verhalten, als sie sich de facto verhält?" (S. 119). Hinsichtlich der Moral müsse man feststellen, dass "gut" und "böse" wertende Begriffe seien und vorzugsweise in präskriptiven Aussagen vorkämen. Empirisch arbeitende Wissenschaftler bemühten sich hingegen darum, nur wertfreie Begriffe zu verwenden und sich auf deskriptive Aussagen zu beschränken. Darüber hinaus führe die Wissenschaft alle Phänomene auf natürliche Ursachen zurück. Kein Wissenschaftler würde z. B. ein Verbrechen erklären wollen, indem er behaupte, "das Böse" habe Macht über den Täter gewonnen. Im Übrigen sei das "Sündenfall-Syndrom" auch aus ethischen Gründen inakzeptabel. Schließlich diene die Illusion der Willensfreiheit als Deckmantel für primitive Rachegelüste und werde regelmäßig missbraucht, um soziale Ungerechtigkeit zu rechtfertigen, während der Glaube an absolute moralische Kategorien die menschliche Neigung zum Gruppendenken verstärke und im Konfliktfall dazu beitrage, die Angehörigen anderer Gruppen als Vertreter "des Bösen" abzuqualifizieren. Moral trete immer als Doppelmoral in Erscheinung und sei historisch eng mit Fanatismus und Gewalt verbunden. Allerdings möchte Schmidt-Salomon um jeden Preis verhindern, dass die Beseitigung des Sündenfall-Syndroms zu fatalistischen und relativistischen Konsequenzen führt. Was den Fatalismus anbelangt, so glaubt er ihn durch Berücksichtigung einer grundlegenden Eigenschaft aller Lebewesen widerlegen zu können: dem "Prinzip Eigennutz". Eigennützige Systeme seien per se unberechenbar, da sie über Kreativität verfügten. "Kreativität ist das Vermögen, vorgegebene Wirkfaktoren so umzukodieren, dass dabei mitunter etwas völlig neues, noch nie Dagewesenes entstehen kann. ... Aufgrund dieser schöpferischen Eigenschaft des Lebens ist selbiges nicht nur theoretisch, sondern prinzipiell unberechenbar" (S. 176). Hinsichtlich des Relativismus nennt Schmidt-Salomon zwei Hilfsmittel, die es erlaubten, zwischen akzeptablen und inakzeptablen Weltbildern zu unterscheiden, nämlich Logik und Empirie. Niemals würden fragwürdige Ideologien logischen und empirischen Ansprüchen ebenso genügen können wie der aufgeklärte Humanismus. Außerdem verfüge der Humanismus über eine äußerst tragfähige normative Orientierung, in deren Mittelpunkt die Einsicht stehe, dass alle Menschen gleichermaßen Freude und Leid empfinden könnten (S. 191). Daher erscheine dem Humanisten jedes Individuum als legitimer "Mittelpunkt eines eigenen kleinen Universums" (S. 249). Mit diesen Überlegungen glaubt Schmidt-Salomon einen Mittelweg zwischen falschem Freiheitsgefühl und Fatalismus einerseits, Moral und Relativismus andererseits gefunden zu haben. So wie die Kreativität es dem Menschen erlaube, auch ohne Willensfreiheit sein Schicksal zu beeinflussen, führe die normative Grundhaltung des aufgeklärten Humanismus dazu, dass die Suche nach absoluten moralischen Kriterien durch "Ethik" ersetzt werden könne, dem Bemühen, Konflikte über einen fairen Interessenausgleich zu lösen. Das "entspannte" Verhältnis zu sich und anderen, das Schmidt-Salomon aus diesen Einsichten ableiten zu können glaubt, kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass seine zentralen Argumente sich bei näherem Hinsehen durchweg als leere Behauptungen, rhetorische Taschenspielertricks oder geistige Sackgassen erweisen. Wenn im "universellen Kausalgefüge der Welt" kein Riss existiert, ist beim besten Willen nicht einzusehen, warum das Leben "prinzipiell unberechenbar" sein soll. Tatsächlich wird diese erstaunliche Aussage von Schmidt-Salomon auch gar nicht begründet, sondern lediglich mit dem Zauberwort "Kreativität" vernebelt. Doch selbst wenn die Behauptung zuträfe, würde daraus nicht folgen, dass die Zukunft offen ist, wie es Schmidt-Salomon möchte. Sie wäre immer noch vorherBESTIMMT, wenngleich nicht vorherSEHBAR. Der Fatalismus wäre also keineswegs widerlegt. Nicht besser steht es mit dem Relativismus. Um seiner Position Plausibilität zu verleihen, hat sich Schmidt-Salomon in dem von ihm weitschweifig beschworenen islamischen Fundamentalismus einen Widersacher ausgesucht, dem wohl keiner seiner Leser zutrauen wird, den Ansprüchen von Logik und Empirie gewachsen zu sein. Das Problem des ethischen Relativismus wird aber erst akut, wenn sich logisch und empirisch GLEICH STARKE Positionen gegenüber stehen. Ein bekennender Naturalist wie Schmidt-Salomon hätte hier vor allem an zeitgemäße Formen des Sozialdarwinismus denken müssen. Es bedarf keiner großen Phantasie, um sich eine sozialdarwinistische Ethik auszumalen, in der nicht das "Wohl und Wehe" aller Lebewesen im Mittelpunkt steht, sondern deren Eigennutz, mit der Folge, dass die brutale Missachtung der Interessen anderer Lebewesen als gerechtfertigt, ja sogar geboten erscheint. Wie sollte eine rationale Wahl zwischen dieser Position, in der natürlich kein Platz für Menschenrechte ist, und dem aufgeklärten Humanismus erfolgen, wenn beide logisch und empirisch gleichwertig wären? Schlimmer noch. Allem Anschein nach hätte der aufgeklärte Humanist eher schlechte Aussichten, sich gegen diese Konkurrenz zu behaupten. Seine Bereitschaft in jedem Individuum den "Mittelpunkt eines eigenen kleinen Universums" zu sehen, will nämlich ganz und gar nicht zu Schmidt-Salomons naturalistischer Einschätzung passen, die Menschheit sei im Rahmen des Universums nichts Besonderes (S. 306). In Bezug auf die "Ethik" ist zu bemerken, dass es durchaus keine Schwierigkeiten bereitet, Feindbilder zu konstruieren, ohne dabei von den Ausdrücken "gut" und "böse" Gebrauch zu machen. Ein historischer Überblick über die Schattenseiten der "Ethik" würde nicht weniger vernichtend ausfallen als Schmidt-Salomons Bilanz der Moral. So ist das Resultat dieser seichten Behandlung wichtiger Fragen ganz anders als vom Autor erwünscht: Der Determinismus führt unweigerlich zum Fatalismus. Der Naturalismus hat eine starke Affinität zum Relativismus. Naturalismus und Humanismus sind kaum miteinander vereinbar. Intelligentes Lesevergnügen, wenn es kritisch gelesen wird 4 von 5 PunktenIch habe beschlossen, es jetzt doch mal mit einer Rezension des Buches zu versuchen. Ich bin vorsichtig damit, weil ich, je mehr ich mich mit dem Inhalt und der Rezeption des Buches beschäftige, immer unsicherer werde, wie man das Buch "fair" bewerten soll. Also: als ich das Buch zum ersten Mal gelesen habe, war ich absolut begeistert. Der Stil ist ansprechend und flüssig und das Thema und die Argumentation werden auf interessante und oft sogar spannende Weise dargestellt. Außerdem gewinnt man schnell den Eindruck, dass der Autor wirklich einen tiefen Einblick in das Themengebiet besitzt. Auf den Inhalt möchte ich nicht mehr im Detail eingehen. Ich denke, dass das andere Rezensenten schon sehr ausführlich getan haben. Nur soviel: der Autor zeigt auf angenehm rationale Weise, dass wir selbst in unserer "modernen" Gesellschaft immer noch der religiösen Weltsicht von "Gut und Böse" anhängen. Diese Sichtweise basiere auf der Annahme, dass der Mensch einen freien Willen besitzt. Mit Hilfe der Evolutionsbiologie und der modernen Neurowissenschaften kommt er zu dem Schluss, dass dem nicht so sei und entwickelt daraufhin eine Ethik, die frei von Schuld und Sühne zu einem weitaus rationaleren Umgang mit dem Fehlverhalten von Menschen führt. Auch zeigt er auf, dass ein Abschied von der Willensfreiheit keineswegs zu Nihilismus oder ethischem Relativismus führt. Die scheinbar undogmatische und logische Argumentation hat - obwohl ich mich zwischendurch immer wieder mal gefragt habe, ob die wissenschaftliche Basis, v.a. die Ablehnung der Willensfreiheit durch die Hirnforschung, auch korrekt ist - dazu geführt, dass ich das Buch nahezu in den Himmel gehoben habe. Ich war vom Inhalt überzeugt und fragte mich mal wieder, ob der Naturalismus/Materialismus nicht doch eine ausreichende Erklärung der Welt liefere. Erst als wir in einer Philosophiegruppe über das Buch diskutierten und ich mich anschließend mit anderen Rezensionen des Buches befasste wurde mir klar, dass ich das Buch zu unkritisch beurteilt hatte. Streng genommen ist die zentrale Prämisse des Buches, nämlich das Nichtvorhandensein von Willensfreiheit, wissenschaftlich nicht haltbar. Selbst renommierte Hirnforscher wie z.B. Wolf Singer halten die Frage nach wie vor für offen (s. z.B. seinen Vortrag "Philosophische Implikationen der Hirnforschung", Leipzig 2007). Zwar halte ich die Unterscheidung des Autors zwischen Willens- und Handlungsfreiheit für interessant, aber leider lässt er viele Details (z.B. warum ausgerechnet das "Prinzip Eigennutz" den Determinismus der menschlichen (Un-)Freiheit aufhebt) im Dunkeln. Dogmatisch könnte man jetzt behaupten, dass seine komplette Argumentation damit in sich zusammenfällt. Soweit möchte ich aber sicherlich nicht gehen. Ich halte das Buch auch weiterhin für sehr lesenswert. Es ist ein Buch, das zum philosophischen Nachsinnen einlädt und viele interessante Fragen aufwirft. Wichtig ist wie gesagt nur, dass man sich nicht zu sehr in der Argumentation des Autors verliert und seine Argumente kritisch für sich überprüft. Dann steht einem intelligenten Lesevergnügen nicht mehr im Wege. Im Universum gibt es keine Wirkung ohne Ursache. Deshalb gibt es keinen freien Willen. 2 von 5 PunktenDr. Michael Schmidt-Salomon (Oberster Atheist, Vorstand der giordano bruno stiftung gbs, Buchautor) veröffentlicht in diesem Buch seine These, die kurzgefasst lautet: Im Universum gibt es keine Wirkung ohne Ursache. Deshalb gibt es keinen freien Willen. Es genügt also, den ersten Satz der These zu widerlegen, um den zweiten Satz zu stürzen. Der Satz: Im Universum gibt es keine Wirkung ohne Ursache" lässt sich nach Form und nach Inhalt analysieren. Beginnen wir mit der Form. Es handelt sich um eine eingeschränkte universelle Behauptung, die vom menschlichen Beobachter unabhängig ist. Universell, da jederzeit im gesamten Kosmos gültig, eingeschränkt, da der Satz eine Teilmenge darstellt. Die tautologische Gesamtmenge, lautet: Im Universum gibt es Wirkungen mit Ursache und Wirkungen ohne Ursache. Dieser Satz ist immer wahr, jedoch informationslos, ähnlich: Draußen regnet es oder es regnet nicht. Er ist zwar wahr, doch weiß ich immer noch nicht, ob ich einen Regenschirm benötige. Der eingeschränkte Satz von MSS Im Universum gibt es keine Wirkung ohne Ursache" ist informativ, zwangsweise weniger wahr, Das heißt nicht, dass er falsch ist, sondern dass er in seiner Form falsifiziert oder verifiziert werden kann, er also dem Anschein nach eine wissenschaftliche Aussage ist. Nun lässt sich die Behauptung Im Universum gibt es keine Wirkung ohne Ursache" nicht von uns Menschen verifizieren, da das Universum schlichtweg zu groß ist und zudem die Behauptung auch zu Zeiten gilt, an denen es keine Menschen gibt, also vor mehreren Millionen Jahren und in einigen hundert Jahren (wenn es so weitergeht wie bisher). Glücklicherweise gibt uns die Logik ein Mittel in die Hand / den Mund / das Gehirn: Eine wahre Aussage ist gleichbedeutend damit, dass ihr Gegenteil falsch ist. Beispiel: Alle Raben sind schwarz" ist identisch mit Alles, was nicht schwarz ist, ist kein Rabe". Um zu beweisen, dass alle Raben schwarz sind, brauchen wir nur Nichtschwarzes zu sammeln. Und wenn nach langer Zeit des Sammelns sich keine Raben in der Sammlung finden lassen, dann ist bewiesen und verifiziert, dass alle Raben schwarz sind. Im Universum gibt es keine Wirkung ohne Ursache" ist identisch mit Jede Wirkung hat eine Ursache." Nun ist die Ursachenforschung bereits in den kleinen Teilbereichen der Politik und der Liebe eine Sisyphusarbeit, sodass wir wohl niemals das gesamte Universum durchkämmen werden. Was heißt das? Der Satz Im Universum gibt es keine Wirkung ohne Ursache" lässt sich logisch weder verifizieren, noch falsifizieren. Die strenge Logik besagt, dass so ein Satz unsinnig ist. Nett ausgedrückt: die Behauptung basiert auf einer Ideologie. Doch nun zum Inhalt der Behauptung. Im Universum gibt es keine Wirkung ohne Ursache" klingt doch aus dem Bauch heraus nicht schlecht. Jeder von uns kennt viele Wirkungen, die auf bestimmte Ursachen basieren: Müdigkeit, Hunger, Lesen, ... Sicherlich tun wir einiges, ohne recht zu wissen warum. Doch das heißt nicht, dass wir grundlos handeln! Um eine Wirkung ohne Ursache in unserem Universum zu finden, müssen wir uns an seine Grenzen begeben: zum ganz Großen und zum ganz Kleinen. Beginnen wir beim Größten, dem Universum selbst. Unser mitteleuropäischer Verstand lässt zwei Möglichkeiten zu: Das Universum hat einen zeitlichen Anfang - das Universum hat keinen zeitlichen Anfang. Erste Möglichkeit. Wenn das Universum zu einem bestimmten Zeitpunkt entstanden ist, dann liegt die Ursache seiner Entstehung zeitlich vor seiner Entstehung, also außerhalb des Universum. Als Mitglieder dieses einen Universum ist es uns nicht vergönnt, nach draußen zu blicken. Wir können somit eine Ursache nicht erkennen, weder beweisen, noch ausschließen. Genau so gut können wir davon ausgehen, dass ein höheres Wesen, welches außerhalb von Zeit und Raum ist, das Universum erschaffen hat. Für einen Atheisten eine untragbare Annahme, weshalb er doch lieber den freien Willen akzeptieren sollte, bevor er mit seinen Überlegungen zum Theisten wird. Wenn nun das Universum einen Anfang hat, so könnte es auch ein Ende haben. Die letzten Ursachen wären dann derart ausgedünnt, dass sie wirkungslos blieben. Zwar ist dies kein absoluter Gegensatz zu der häufig zitierten Behauptung, verursacht jedoch ein unangenehmes Gefühl. Also sollte das Universum keinen zeitlichen Anfang haben und am besten auch kein zeitliches Ende. Dann wäre das Universum ewig. Und würde es sprechen wollen - vielleicht tut es das, wir können es nur nicht hören - dann würde es sagen: Ich bin, der ich bin. So oder so, die Beschäftigung mit dem Universum mündet in die Beschäftigung mit Gott. Ein Atheist sollte die Finger davon lassen, wenn er Atheist bleiben will. Und wozu das Ganze? Nur um zu beweisen, dass es keine Willensfreiheit gibt? Ich habe noch etwas versprochen: das Allerkleinste. Die Chaos-Theorie besagt, dass allerkleinste Ursachen eine Wirkung haben. Diese allerkleinsten Ursachen sind so klein oder energiearm, dass sie an sich nicht nachgewiesen werden können, da sie unterhalb des Nachweisbarkeitsgrenze anzusiedeln sind. Mit anderen Worten: es gibt sie nicht. Ihre Wirkungen sind jedoch außerordentlich gut nachweisbar, wie Erdbeben, Unwetter, Wirtschaftskrise (pardon: Finanzmarktkrise). Das ist auch der Grund, warum wir nicht imstande sind, Wetter, Erdbeben, Aktienkurse und Lottozahlen vorherzusagen. Zusammengefasst: Es gibt Anzeichen dafür, dass viele Wirkungen eine Ursache haben. Es gibt Anzeichen dafür, dass viele Wirkungen keine Ursache haben. Weder das eine, noch das andere lässt sich beweisen oder widerlegen. Auf diese Unsicherheit basierend ist die Aussage, dass es keinen freien Willen gibt, höchst windig. Die neue Leichtigkeit des Seins 4 von 5 PunktenIn seinen Memoiren schrieb Albert Einstein einmal: Schopenhauers Spruch: ,Der Mensch kann zwar tun, was er will, aber nicht wollen, was er will', hat mich seit meiner Jugend lebendig erfüllt und ist mir beim Anblick und beim Erleiden der Härten meines Lebens immer ein Trost gewesen und eine unerschöpfliche Quelle der Toleranz." Michael Schmidt-Salomons neues Buch Jenseits von Gut und Böse: Warum wir ohne Moral die besseren Menschen sind" ist eine vorzüglich geschriebene und überaus unterhaltsame Monographie zur Einsteinschen Lebensweisheit. Mit Hilfe der Argumentation Arthur Schopenhauers zeigt er zunächst, dass wir keine Willensfreiheit haben. Und mit Hilfe der Argumentation Friedrich Nietzsches zeigt er sodann, dass die Willensfreiheit stets als ein Folterinstrument" diente, über dessen Verlust wir uns keineswegs grämen müssen. Ganz im Gegenteil! Die Einsicht, dass die Menschen gar nicht anders handeln können, als sie tatsächlich handeln, befreit uns von so hässlichen Gefühlen wie Selbstgerechtigkeit, Rache und Grausamkeit und befördert stattdessen so bewundernswerte Gefühle wie Güte, Milde und Nachsichtigkeit. Oder, wie es Michael Schmidt-Salomon ausdrückt: Der Tod der Willensfreiheit ermöglicht uns eine neue Leichtigkeit des Seins. Ohne Zweifel werden wir es wohl als befreiend erleben, wenn wir uns nicht länger mit Selbstvorwürfen und Schuldgefühlen herumplagen müssen. Doch was ist mit den anderen? Was ist mit denen, die vergewaltigen, rauben und morden? Müssen wir sie jetzt von jeder moralischen Schuld und strafrechtlichen Verantwortung freisprechen? Michael Schmidt-Salomons mutige Antwort lautet: Ja! Ganz im Sinne dessen, was man in der heutigen Debatte um den Determinismus revisionistischen Kompatibilismus" nennt, argumentiert er gegen die Theorie der Vergeltung und für die Theorie der Verhütung. Verantwortung hin, Verantwortung her, der Staat ist zum Schutz der Rechte seiner Bürger verpflichtet: Er wird daher auch in Zukunft Menschen, die elementare Rechtsnormen verletzen, hinter Schloss und Riegel sperren. Allerdings wird er sie ohne jede moralistische Aggression behandeln müssen. Insofern es sich bei Jenseits von Gut und Böse" nicht um ein Fachbuch, sondern um ein Sachbuch handelt, werden viele Leser von Gehirn & Geist möglicherweise eine philosophische Auseinandersetzung mit den Positionen von Ansgar Beckermann, John Martin Fischer, Jürgen Habermas, Robert Kane, Geert Keil, Michael Pauen, Derk Pereboom, Peter Strawson und Henrik Walter vermissen. Wer sich mit dem aktuellsten Stand der Diskussion vertraut machen möchte, der sollte daher auch lieber zu dem kürzlich von Paul Russell herausgegebenen Buch Free Will and Reactive Attitudes" greifen. Wer sich dagegen gerne auf eine kurzweilige Reise durch die Soziobiologie und die Neurobiologie sowie den Buddhismus und Islamismus begeben möchte, dem darf man zuversichtlich Bon Voyage!" wünschen. Gefangen im Wahn von Gut und Böse 5 von 5 PunktenWenn Michael-Schmidt-Salomon ein Buch veröffentlicht, sind heftige Reaktionen und Diskussionen vorprogrammiert. Bereits in der jüngeren Vergangenheit hat der Philosoph und bekannteste Vertreter der Neuen Atheisten in Deutschland in seinen Darstellungen, vor allem im Manifest des evolutionären Humanismus, in aller Deutlichkeit Position bezogen für eine säkulare Gesellschaft verbunden mit heftigen Attacken gegen den schädlichen Einfluss vor allem der monotheistischen Religionen auf unsere Gesellschaft. Für noch mehr Aufregung sorgte er mit seinem religionskritischen Kinderbuch Wo bitte gehts zu Gott?, gegen das von verschiedenen Institutionen ein schließlich gescheitertes Verbotsverfahren angestrengt wurde. Und auch sein neues Buch "Jenseits von Gut und Böse" lässt die Emotionen hoch kochen, wie sich auch in den verschiedenen Rezensionen sowie deren Kommentaren hier bei Amazon verfolgen lässt. "Das Böse ist eine Wahnidee, die zwar in unseren Köpfen herumspukt, für die wir in der Realität jedoch keine Entsprechung finden" (9). In seinem einleitenden Satz stellt Schmidt-Salomon klar, als was er die Kategorien von "Gut" und "Böse" betrachtet: Es handele sich um von Menschen gemachte Konstrukte, um einfache Antworten und Handlungsrichtlinien für eine als zu komplex empfundene Umwelt zu erhalten. Hauptakteure dieses Konstruktionsprozesses seien seit jeher die Religionen dieser Welt gewesen, welche das "Böse" mit bestimmten Wesensmerkmalen versehen haben (vgl. 39f.). Das Gut-und-Böse-Schema, oder, in der auf Richard Dawkins basierenden Terminologie Schmidt-Salomons, der "Gut-versus-Böse-Memplex" (85), habe sich in der kulturellen Evolution der Menschheit durchsetzen können, da sich die eigene Gemeinschaft besser habe behaupten können, wenn Abweichler in den eigenen Reihen oder fremde Kulturen mit dem absoluten Begriff des "Bösen" bezeichnet worden sind (vgl. ebd). Jedoch müsse man sich nun bewusst werden, dass die Einteilung der Welt in "Gut" und "Böse" zu viel Unheil geführt habe, so dass sich die Menschheit nun von dieser liebgewonnen Illusion verabschieden müsse: "Aus Auschwitz lernen, heißt daher, auf den Memplex des Bösen zu verzichten, der in der Geschichte der Menschheit immer wieder zur Eskalation von Ingroup-Outgroup-Konflikten und auch maßgeblich zum Völkermord unter Hitler beitrug" (99). Im 2. Kapitel begründet Schmidt-Salomon, warum es für die Kategorien "Gut" und "Böse" keine Rechtfertigung mehr gebe. Die Willensfreiheit, und somit auch die Freiheit, zwischen gut und böse zu unterscheiden, sei lediglich eine Illusion. Dazu der Autor in den Worten Schopenhauers: "Du kannst tun, was du willst: aber du kannst in jedem gegebenen Augenblick deines Lebens, nur ein Bestimmtes wollen und schlechterdings nichts Anderes, als dieses Eine" (121). In eigenen Worten formuliert er: "Willensfreiheit ist nichts als eine Chimäre, ein Trugbild, für das es in der Realität keinerlei Entsprechung gibt" (146). Besonders lesenswert ist hierbei Schmidt-Salomons Differenzierung zwischen Willens- und Handlungsfreiheit, auf die er seine Argumentation stützt" (vgl. 122ff.). Schmidt-Salomon sieht in dem Abschied von der Willensfreiheit jedoch keinen Grund zur Verzweiflung, sondern begreift es vielmehr als Auf- und Herausforderung, sein eigenes Leben in den gegebenen Grenzen frei zu leben und zu gestalten: "Die Tatsache, dass wir stets nur das wollen können, was wir [...] wollen müssen, steht keineswegs im Widerspruch zu der für unser Freiheitsempfinden so wichtigen Intuition, dass die Zukunft offen ist. Vielmehr sind wir als lebende, Wohl und Wehe empfindende Wesen geradezu dazu determiniert, tagtäglich auf kreative Weise Probleme zu lösen, was den Fluss der Ereignisse immer wieder in neue Bahnen lenkt" (177f.). Es sei, so der Autor, gerade diese "Akzeptanz der metaphysischen Sinnlosigkeit unserer Existenz" (232), die uns Menschen die Freiheit zur individuellen Sinnstiftung gebe. Hier steht Schmidt-Salomon ganz in der Tradition des großen existentialistischen Freiheitsphilosophen Jean-Paul Sartre, der die Verantwortung des Menschen nach dem Tod Gottes mit den Worten "[W]ir sind zur Freiheit verurteilt" (Das Sein und das Nichts, S. 838) umschrieb. Fazit: Der Weg zu einem im wahrsten Sinne des Wortes zwanglosen Leben liegt für Schmidt-Salomon in der Überwindung eben jener Konstrukte, die seit Jahrtausenden die Menschen mithilfe falscher Gewissheiten manipulieren. Erst so könne man sich seiner individuellen Verantwortung für sich und seine Mitmenschen bewusst werden, worin der Schlüssel zu einer friedlicheren Welt liege. Egal, wie man persönlich zu dieser Thematik steht oder ob einem der sicherlich provozierende Stil der Darstellung zusagt: "Jenseits von Gut und Böse" ist ein mit Feuer geschriebenes und höchst aktuelles Buch, welches eine möglichst breite Leserschaft verdient. |
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auto motor und sport Formel 1 Jahrbuch 2009: alle Rennen alle Highlights alle Duelle von Michael SchmidtGebundene Ausgabe von Motorbuch, StuttgartAngebote bei Amazon: ab EUR 18,70 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3613031167, Erscheinungsdatum: November 2009, Auflage: 1., 1. Aufl. 2009 |
Eine Kundenrezension:Super-Sache 5 von 5 PunktenErst seit einigen Jahren erscheint dieses einzigartige Jahrbuch. Michael Schmidt ist nicht nur ein brillianter Journalist, er verfügt offensichtich auch über ausgezeichnete Quellen und beleuchtet die Formel 1 aus allen Blickwinkeln. Neben den sachlich, dabei sehr treffend und pointiert abgefassten Texten, überzeugen auch die Statistikseiten der Rennergebnisse, sowie die Bilder von Daniel Reinhardt und Wolfgang Wilhelm. Ich jedenfalls bin seit diesem Jahr "umgestiegen" und habe bereits die Bücher der vergangenen Jahre bei Amazon nachbestellt. |
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Ein-heit von Michael SchmidtGebundene Ausgabe von Scalo Verlag AGAngebote bei Amazon: ab EUR 48,00 ISBN: 3931141179, Erscheinungsdatum: August 1999 |
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Berlin nach 45: Berlin Nach 1945 von Michael Schmidt, Janos FrecotGebundene Ausgabe von SteidlAngebote bei Amazon: ab EUR 29,92 ISBN: 3865210902, Erscheinungsdatum: Mai 2006, Auflage: Bilingual |
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Die Geschichte vom frechen Hund: Warum es klug ist, freundlich zu sein von Michael Schmidt-SalomonGebundene Ausgabe von AlibriAngebote bei Amazon: ab EUR 12,00 ![]() 3,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3865690416, Erscheinungsdatum: Oktober 2008, Auflage: 1 |
2 Kundenrezensionen:Kreativ und süß - eine schöne Fabel für groß und klein 4 von 5 PunktenDie Geschichte ist zwar nicht über alle Maßen innovativ, aber sehr schön gezeichnet. Ein kleiner Hund terrorisiert alle Tiere um sich herum. Eines Tages fällt er in ein Loch und niemand will ihm helfen. Er lernt schließlich, dass nur wer sich anderen gegenüber freundlich und fair verhält, auch von anderen Solidarität und Freundschaft erwarten kann. Das Buch demonstriert, dass Kindern ein Gespür für faires Verhalten ohne Weiteres ohne religiöse Gebote sondern durch eine Wie-du-mir-so-ich-dir-Mentalität vermittelt werden kann. Ein kleiner, bunter Dale Carnegie für Kids also. Nett 3 von 5 PunktenNett gemacht, kommt aber nicht entfernt an das Buch von Schweinchen und Igel ("Wo bitte geht's zu Gott?") heran. Übrigens: Der Hund in der Geschichte ist nicht "frech", wie es im Titel heißt, er ist zunächst einfach nur "böse" oder "gemein". Frech im Sinne von nicht autoritäts- und konventionshörig ist was anderes. |
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Manifest des evolutionären Humanismus: Plädoyer für eine zeitgemäße Leitkultur von Michael Schmidt-SalomonBroschiert von AlibriAngebote bei Amazon: ab EUR 10,00 ![]() 4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3865690114, Erscheinungsdatum: Juni 2006, Auflage: 2., erw. A. |
5 Kundenrezensionen:Humanismus ist Weltfrieden 5 von 5 PunktenEin Plädoyer für die Werte der Aufklärung zu schreiben heißt gleichzeitig eine Lanze zu brechen für den Weltfrieden. Nach den großen ideologischen Katastrophen des 20. Jahrhunderts und vor dem Hintergrund mächtiger Strömungen religiös-fundamentalistischer Natur, gibt das Buch sehr eindrucksvoll die Stimmung eines nach Neuorientierung Ausschau haltenden modernen Menschen wider. Es gibt ihm einen Kompass sich zurechtzufinden in einer Welt, welche in einem Gesinnungswandel entweder die Früchte der Aufklärung (Stichwort: Menschenrechte, Meinungsfreiheit und Demokratie) plötzlich für sich vereinnahmen will - wie im Falle des Christentums - oder diese aus gesellschaftspolitischen Gründen nicht nachvollziehen will - wie im Falle des Islams. Michael Schmidt-Salomons epochemachendes Buch zeigt, dass wir erst am Anfang einer langen Entwicklung stehen. Emil Zajic Seicht und schlecht 1 von 5 PunktenEtwas derart seichtes und schlechtes habe ich seit Jahrzehnten nicht gelesen. Ich bin alles andere als ein Freund der Kirchen, aber der Satz 'der Feind deiner Feinde ist dein Freund' funktioniert nur bis zu einem gewissen Niveau; und dieses Niveau erreicht das 'Manifest' nie. Wenn der Autor sinnvoll zwischen 'Moral' und 'Ethik' zu unterscheiden gelernt hat, wenn er aufhört 'Konfession'und 'Religion' durcheinander zu bringen, wenn er seine kruden Positionen nicht mehr mit dem messianischen Hass eines jesuitischen Bußpredigers (aber ohne dessen Bildung und sprachliche Eleganz)unter das Volk bringt und wenn noch tausend andere Dinge hinzukommen (z.B. wirtschaftlicher Sachverstand, wenn man plötzlich als Lehrer meint über Wirtschaft schreiben zu können), dann nehme ich vielleicht wieder ein Buch dieses Autors zur Hand. Ethik ohne Gott 5 von 5 PunktenAuch wenn M.Schmidt-Salomon nicht gerade wohlwollend mit den Religionen und dessen Anhängern ins Gericht geht, so sollte man das "Manifest.." nicht als reine Hetzschrift verstehen. Vielmehr stellt der Autor mit dem sogenannten "evolutionären Humanismus" ein alternatives ethisches Richtwerk vor, welches in unserer heutigen säkulären Gesellschaft so selbstverständlich sein sollte, daß man eigentlich kein Buch darüber schreiben müßte. Plädoyer für eine "alternative politische Leitkultur" 5 von 5 PunktenGnadenlos deutlich wie ehrlich und (vielleicht auch deswegen?) frisch und anregend ist das "Manifest des evolutionären Humanismus" des deutschen Philosophen Michael Schmidt-Salomon. Philosophisch, doch kristallklar und für Jedermann verständlich erklärt der Autor mitunter auch sehr witzig, warum wir heute eine "alternative politische Leitkultur, die auf die besten Traditionen von Wissenschaft, Philosophie und Kunst zurückgreift" (Klappentext), benötigen. Sein Buch fängt genauso spannend an, wie es dann weitergeht: "Wir leben in einer Zeit der Ungleichzeitigkeit: Während wir technologisch im 21. Jahrhundert stehen, sind unsere Weltbilder noch von Jahrtausende alten Legenden geprägt. Diese Kombination von höchstem technischen Know-how und naivstem Kinderglauben könnte auf Dauer fatale Konsequenzen haben. Wir verhalten uns wie Fünfjährige, denen die Verantwortung über einen Jumbojet übertragen wurde." (Seite 7) Michael Schmidt-Salomon will mit seinem "Manifest" keine neue "Religion", keine "Leitkultur" als unabänderliche "Heilslehre" begründen; ganz im Gegenteil: Er verführt den Leser dazu, nicht nur die Religionen, sondern auch wissenschaftliche Erkenntnisse sehr kritisch, aber auch zutiefst humanistisch zu betrachten. Das Buch beinhaltet zwar keine revolutionären neuen Ideen, bringt aber vieles von dem, was sich heutige Humanisten denken, auf den Punkt. Manche Aussagen sind zwar etwas zu reißerisch ausgefallen, aber über diesen "kleinen Schönheitsfehler" habe ich gern hinweg gesehen. Manifest des evolutionären Humanismus. Plädoyer für eine zeitgemäße Leitkultur 1 von 5 PunktenDer Titel reisserisch aufgemacht, um für ein an und für sich interessantes Thema zu locken. Doch der Inhalt könnte von einem enttäuschten Jesuiten geschrieben sein: missionarisch formuliert (manchmal mehr eloquent denn substantiell),in einigen Details schlicht falsch mit fatalen Schlussfolgerungen. Alles in allem nicht empfehlenswert, da konfus - schade im die Zeit und das durchaus interessante Thema (,dass es wert gewesen wäre auch kirchen- (religions-)kritisch diskutiert zu werden) |
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Stollbergs Inferno von Michael Schmidt-SalomonBroschiert von AlibriAngebote bei Amazon: ab EUR 10,50 ![]() 3,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3865690491, Erscheinungsdatum: Juni 2007, Auflage: Neuauflage. |
5 Kundenrezensionen:Kindischer Kampf mit dem Absurden 2 von 5 PunktenNach den Aussagen des Autors ist »Camus philosophisches Hauptanliegen, der Kampf mit dem Absurden, dem in letzter Instanz vergeblichen Versuch, der menschlichen Existenz dauerhaften Sinn zu geben, das eigentliche Thema des Buches.« Der Ansatz von Schmidt-Salomon ist erst einmal überraschend und beeindruckend: das in der Bibel verbreitete Bild Gottes wird wörtlich genommen! Jan Stollberg, das scheinbare Alter Ego des Autors, überlebt seinen dritten Herzinfarkt nicht und landet als der Todsünde Angeklagter im Fegefeuer. Die Anklage lautet: »Du hast dich des Atheismus und Materialismus schuldig gemacht. Du hast Gott geleugnet und die Existenz der metaphysischen Seele bestritten. Du hast Bücher veröffentlicht, die die Menschen vom Weg abbrachten und sie ins Verderben stürzten.« Das Urteil ist klar: Stollberg landet im siebten Ring der Vorhölle. Die Vorhölle ist wie ein KZ aufgebaut und organisiert. Stollberg muss sinnlos Löcher graben und wieder zuschütten, bewacht von dunklen Kapuzenträgern. Er trifft auf andere 'Gesinnungstäter' aus verschiedenen Jahrhunderten. Camus, der sein enger Begleiter wird, Nietzsche, Marx, Bakunin, Feuerbach und andere. Die Schar entschließt sich, zusammen mit einer Frauengruppe, zum Aufstand gegen einen überraschend realen und grausamen Gott. Schmidt-Salomon versucht, Religionskritik mit einer Philosophielehrstunde zu verbinden. Gewissermaßen Karlheinz Deschner mit Jostein Gaarder zu kreuzen. Das gelingt, wenn überhaupt, nur ansatzweise. Der versprochene »Überblick über 500 Jahre Kulturgeschichte« ist weniger rasant denn oberflächlich. Zur Unterstützung seiner Aussagen hat Schmidt-Salomon auf 24 Seiten noch die wichtigsten Personen seiner Geschichte mit ihren Ansätzen im Anhang vorgestellt. Die Geschichte selbst mutiert schnell zu einer seichten Oper. Angereichert mit kindlich naiver Wandervogel- oder Pfadfinderromantik. Jan trifft Elli, beide werden zu Anführern ihrer aufständischen Truppen. Sie verlieben sich. »Bevor sie sich trennten, nahm Jan Elli noch einmal in den Arm. 'Hab keine Angst!' sagte er. Sie nickte tapfer.« So stelle ich mir Groschenromanlyrik vor. Schade, der originelle Ansatz hätte Potential, die Umsetzung ist nur manchmal spannend, insgesamt aber vorhersehbar und klischeebehaftet, literarisch seicht. Die wiederkehrende Darstellung der Vorhölle als KZ mit ihren Schergen, den bösen Deutschen als Handlanger Gottes ist platt, fast abstoßend. Die versprochene Aufklärung erschöpft sich somit in aggressiven Bildern. Obwohl in einzelnen Phasen der Geschichte so mancher lustige Gedankenblitz die Hölle erhellt. Außerdem hat Papst Benedikt XVI im Jahr 2007 dem Autor ein wenig Wind aus den Segeln genommen, indem er die Vorhölle abgeschafft hat. Zumindest den limbus puerorum für die Seelen der ungetauften Kinder. Mit der Begründung, dass »Gott gnädig sei und wolle, dass alle Menschen erlöst werden.« Ein Bild, dass so überhaupt nicht zum Gottesbild des Herrn Schmidt-Salomon passt. Der hier ein Gottesbild karikiert, das in der heutigen Welt nur noch als Fantasy betrachtet werden kann. Doch dafür fehlt dem Buch die überzeugende Phantasie. Der Himmel ist die wahre Hölle 5 von 5 PunktenEine originelle, einfache und trotzdem sehr lehrreiche Geschichte. Manchem Leser wird sie ein wenig blasphemisch vorkommen, aber das ist ja gerade das Erfrischende. Der Religionskritiker Stollberg stirbt und kommt in die (Vor-)Hölle. Dort trifft er viele große Philosophen und Denker, die alle, wen wundert es, wegen kritischer Einstellungen in der Hölle landeten. Die Handlung ist einfach: die Geistesgrößen wollen die Hölle, in der die Menschen wie in einem Konzentrationslager gepeinigt werden, befreien und Gott vom Thron stürzen. Einfach erzählt, sicher kein epochaler Stil, aber unterhaltsam. Durch die lebendige Charakteristik von Camus, Nietzsche, Marx usw., das kurzweilig eingestreute philosophische Geplänkel und die kleinen Geschichten (was verbindet Janis Joplin, Jimi Hendrix und Jim Morrison in der Hölle? Was macht Frank Zappa dort?) über Künstler, Maler und Philosophen bekommt das Buch eine eigene Qualität, die über jene des Romans hinausreicht: Es bietet einen Abriß der Philosophiegeschichte und eine Einführung in die Religionskritik. Wer noch ab und zu den Blick über den Tellerrand riskiert, dem sei dieses Buch wärmstens empfohlen. Ein Heidenspaß 4 von 5 PunktenStollbergs Inferno Der Autor enthüllt das Prinzip und die Struktur des katholischen Glaubens am Beispiel "Hölle", in die der Protagonist nach seinem unzeitigen Ableben wider seines Erwartens geschleudert wird. Er trifft bei seinem Höllentrip auf religionskritische Schriftsteller und Philosophen und der Leser wird mit deren jeweiligen Ideenwelten über Gott und Religion bekannt gemacht. Diese werden leider im Text nicht grundlegend genug erläutert, um ihre volle Durchschlagskraft zu entwickeln (Trost: Im Annex wird auf die Personen und Ideen detaillierter eingegangen). Sprachlich ist das Buch kein Meisterwerk, soll es wohl auch nicht sein (remissus est modus et humilis" - Dante lässt (nicht nur hier) grüßen...). Der Grundgedanke dieses "Groschenromans" ist so interessant, dass das Buch meiner Ansicht nach absolut lesenswert ist und Anreiz dafür gibt, sich unvoreingenommen über Gott, Glaube und Religion auseinanderzusetzen. Das Zeitalter der Aufklärung sollte ja nicht ganz umsonst gewesen sein. Wunderbar, überraschend und ........ 5 von 5 Punktenlesenswert. Wer allerdings Religionskritik nicht verträgt, sollte das Buch nicht lesen. Es sei denn, das er gerne an Hass denkt ....... Ziemlich enttäuschend 2 von 5 PunktenAch wie viel Potential für ein gutes Buch hätte das Thema doch geboten. Und noch dazu einmal eine Ansage eines Atheisten. Und dann versagt Schmidt-Salomon auf ganzer Linie. Doch immer langsam mit den jungen Pferden. Der atheistische Philosoph Stollberg stirbt während einer Vorlesung und zu seiner Überraschung findet er sich in einem Leben nach dem Tode wieder. Und hier erwartet ihn das Fegefeuer, er soll bereuen und bekennen. Und so landet er in einem Ring der Vorhölle, den er mit vielen anderen bekannten Atheisten teilt. Als sein ständiger Begleiter findet sich bald Albert Camus, der ihm auch die Gepflogenheiten beibringen möchte. Bald schon beginnt die Auflehnung gegen das Regime und Stollberg wird zum Anführer einer Rebellion gegen Gott, die sich den Weg durch die Ringe der Vorhölle bahnt um Gott von seinem Thron zu stoßen. Tja, das war es denn auch schon. Sprachlich fällt das Werk von Anfang an durch. Zumindest in diesem Buch kommt Schmidtz-Salomon nicht ins Erzählen, eher ins Schwafeln. Die Sprache wäre einem Sachbuch angemessen, nicht einer guten Erzählung. Ganz nett ist die Beschreibung der Personen die Stollberg trifft. Dafür ist die Erzählung der Umgebung sehr lieblos und feindlich. Vor allem, dass Gott Nazischergen einsetzt um die Vorhölle zu betreiben ist irgendwie stillos. Auch schafft es Schmidt-Salomon nicht die alte Regel zu beachten, dass Beschreibungen sexueller Handlungen, dadurch ihren Reiz bekommen, dass sie nicht zu explizit dargestellt werden. Stollbergs Inferno ist auch keine Kampfansage an Götter per se, sondern ausschließlich an den Gott der Katholiken. Und gerade das schwächt das Buch, denn die grundlegende Aussage geht dadurch verloren, dass ein mittelalterliches Gottesbild bekämpft wird. Ein viel zu schwaches Statement. Und so komme ich schließlich - leider möchte ich sagen - zu der Beurteilung, dass dieses Buch in Wirklichkeit des interessierten Lesers Inferno ist. |
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Wo bitte gehts zu Gott?, fragte das kleine Ferkel: Ein Buch für alle, die sich nichts vormachen lassen von Michael Schmidt-Salomon, Helge NynckeGebundene Ausgabe von AlibriAngebote bei Amazon: ab EUR 8,85 ![]() 3,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3865690300, Erscheinungsdatum: Sept. 2007, Auflage: 1 |
ProduktbeschreibungWo bitte geht?s zu Gott?, fragte das kleine Ferkel Ein Buch 5 Kundenrezensionen:Zwiespältig klischeehafte Darstellung dreier Weltreligionen 3 von 5 PunktenDas Bilderbuch erzählt von einer kleinen Reise, die der kleine Igel und das kleine Ferkel gemeinsam unternehmen, immer begleitet von einem bunten Schmetterling. Anlass für den Trip ist ein Plakat, das jemand einfach an ihr gemeinsames Haus im Grünen angeklebt hat: »Wer Gott nicht kennt, dem fehlt etwas!« Die zwei kennen diesen Gott nicht, erschrecken über ihren scheinbaren Mangel und machen sich auf die Suche nach Gott. Sie werden vom Fuchs auf den Tempelberg verwiesen, auf dem drei große Gotteshäuser stehen. Die zwei begeben sich trotz der Warnungen des Fuchses hinauf und finden sich erst einmal in einem Labyrinth zwischen den drei mächtigen Häusern wieder. Die beiden gehen mutig in das erste Haus und begegnen einem Rabbi, der ihnen die Geschichte von der Sintflut erzählt und sie verjagt, als sie Zweifel an der Existenz seines Gottes äußern. Im zweiten Haus treffen sie auf einen katholischen Bischof. Sie werden vom Anblick des toten Jesus und dessen Blut erschreckt und vom Bischof verjagt, als das kleine Ferkel ein paar Hostien aus Hunger verspeist. Zu zweit wagen sich noch in das dritte Haus,wo die die Gläubigen fünf Mal am Tag beten und sich waschen müssen, um Gott zu finden, wie ihnen der Mufti erklärt. Als das Ferkel auch hier Zweifel äußert werden sie von aufgebrachten Muslimen vertrieben. Vor den sogenannten Gotteshäusern prügeln sich schließlich Mufti, Bischof und Rabbi. Das Ferkel und der Igel gehen zurück zu ihrem Haus und merken, dass sie »ohne Gott keine Angst« hatten. »Sie konnten wieder aus vollem Herzen lachen, wenn die Sonne schien oder wenn der Regen auf die Erde fiel.« »Und die Moral von der Geschicht': Wer Gott nicht kennt, der braucht ihn nicht!« Die 18 doppelseitigen Illustationen von Helge Nyncke unterstreichen den provokanten der Text von Michael Schmidt-Salomon. Die bunten Bilder der grünen Idylle kontrastieren heftig mit dem Grau im Innern der Gotteshäuser, selbst der farbenfrohe Schmetterling verliert bei den betenden Muslimen seine Farbe. Die Gläubigen werden als graue Masse dargestellt, die sich aber schnell als ablehnend oder gar aggressiv zeigen kann. Das Buch stellt in seinem Titel interessanterweise die Frage »Wo bitte geht's zu Gott?« und betrachtet dann klischeehaft drei große Weltreligionen, indem es für jede Religion einen wichtigen Glaubenssatz ironisch und wenig differenziert präsentiert. Daraus könnte man nun schließen, dass diese Religionen den Weg zu Gott nicht kennen, doch Schmidt-Salomon behauptet durch seine beiden sympathischen Hauptfiguren, dass das Leben ohne Gott angstfreier und fröhlicher wäre. Warum haben sich dann die Religionen entwickelt und über den ganzen Globus ausgebreitet? Und sind wir wirklich nur »nackte Affen«? Beim ersten Durchlesen fand ich das Büchlein wirklich frech und lustig, doch beim zweiten und dritten Mal wurde ich zunehmend zweifelnder. Warum nur die stereotyp aggressive Darstellung der drei Religionen und ihrer Repräsentanten? Hat der aufgeklärte Humanismus es denn nötig, Religionen derart zu verunglimpfen? Ist die Bezeichnung von Christen als »Menschenfresser« nicht diffamierend, wenn die Bedeutung des »Menschenopfers« nicht erklärt wird? Sollte nicht das friedliche Miteinander aller in den Vordergrund gestellt werden? Statt, wie es den Religionsvertretern indirekt vorgeworfen wird, Andersgläubige abzulehnen oder zu verurteilen? Es bleibt der Eindruck, dass hier ein imaginierter Teufel mit einem fröhlichen Beelzebub ausgetrieben werden soll. Nette Idee, aber leider nein 1 von 5 PunktenNette Idee, aber flapsig geschrieben und ein bisserl sehr platt. Hatte mir mehr erhofft. Die Zeichnungen viel witziger und gescheiter als der Text. War leider enttäuscht, wäre schön wenn es ein richtig gutes Buch zu dem Thema in dieser Art gäbe.. Mal eine andere Sichtweise 4 von 5 PunktenEs bibt unzählige Bücher, die Kinder an den christlichen Glauben heranführen sollen - hier ist einmal ein Buch, dass eine atheistische Sichtweise auf die Welt darstellt, in der kein Gott notwendig ist. Die Handlung: Das kleine Schwein macht sich auf die eise, um "Gott zu finden". Nach der Begegnung mit Religiösen Vertretern von Judentum, Chriistentum und Islam wendet sich das Schweinchen enttäuscht und empört von der Grausamkeit Gottes vom Glauben ab. Die Religionen werden als selbstgerechte Institutionen dargestellt, denen es nur um Macht geht und deren wichtigstes Mittel das Verbreiten von Angst und Drohungen ist. Für Kinder ist dieses Buch jedoch nur bedingt geeignet, da sie oft noch zu wenig über die Hintergründe und Anspielungen des Buches verstehen. Schön auch eine solche Sichtweise zu sehen... Gut! 5 von 5 PunktenICh würde nicht zu viel in dieses Buch interpretieren. Aber es bringt mal eine andere Sicht auf die sonst so "wichtigen Menschen" dieser Welt. Für Kinder bestimmt gut um sich nicht unnötig Verängstigen zu lassen. Wer Religiös ist wird sich davon nicht abbringen lassen. Also keine Angst:-) Kindgerecht, witzig, modern - das beste Kindernbuch über Religion 5 von 5 PunktenEndlich ein intelligentes, witziges und kindgerechtes Buch mit einem modernen Blick auf die drei Weltreligionen. Das erste vernünftige Kinderbuch zum Thema Religion das ich gelesen und vorgelesen habe. - Auf dieser Basis kann man exzellent die häufige Kinderfrage - "Gibt es eigentlich Gott wirklich?" - sinnvoll mit den Kindern erörtern. Othmar |
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auto motor und sport - Formel 1-Jahrbuch 2008 von Michael SchmidtGebundene Ausgabe von Motorbuch, StuttgartAngebote bei Amazon: ab EUR 8,50 ISBN: 361302974X, Erscheinungsdatum: Dezember 2008, Auflage: 1 |
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