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Produkt-Bild: Warum Affen für die Liebe zahlen: Noch mehr Pleiten und Pannen im Bauplan der Natur

Warum Affen für die Liebe zahlen: Noch mehr Pleiten und Pannen im Bauplan der Natur von Jörg Zittlau

Gebundene Ausgabe von Ullstein Hc
Angebote bei Amazon: ab EUR 3,85

3,5 Punkte.
3,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3550087446, Erscheinungsdatum: August 2008
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4 Kundenrezensionen:

Ein bischen an den Haaren herbeigezogen
2 Punkte 2 von 5 Punkten
Hallo, wegen dem Vorgänger habe ich das Buch gelesen, für mich ist aber das Vorgängerbuch interessanter und hat mehr Kuriositäten zum staunen. Es geht um Pleiten im Tierreich. Die Argumentationsweisen, warum Tierarten die es länger als den Menschen gibt und ihn vielleicht überleben werden, Evolutionspleiten sind, sind schon ziemlich an den Haaren herbeigezogen. Und viele Infos, wie das Hamster zum Kummerspeck neigen, finde ich weder sonderlich Interessant noch Lustig. Oder das Nashörner auch mal ausversehen Autos angreifen, hat man wohl schon in Tierfilmen etc. gesehen. Und das auch Tiere Sex gegen Geld äh Lebensmittel gewähren, hat man häufig genug auch im Fernsehen gesehen und ich würde das auch nicht als "Pleite" ansehen. Das Buch ist vielleicht ganz nett für jemanden, der sich keine Tierfilme anschaut und keine Biologiebücher liest, aber vieles liest man selbst dann schon im Spiegel.
Kurzweilige Lektüre
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Wer hätte das gedacht: Es gibt noch sehr viel mehr zu erfahren über die Pleiten und Pannen im Bauplan der Natur. Nachdem uns Jörg Zittlau in seinem jüngst erschienenen Werk so anschaulich und kenntnisreich erklärt hat, "Warum Robben kein Blau sehen und Elche ins Altersheim gehen", stellt er uns nun weitere verblüffende Unzulänglichkeiten der Evolution vor: So etwa Fische, die auf Bäume klettern, Zugvögel, die es im Winter nordwärts zieht oder Giraffen, die buchstäblich den Hals nicht voll genug bekommen. Alles in allem wieder eine kurzweilige und interessante Lektüre über Kuriositäten aus dem Reich der Tiere.
Eine erfreuliche (viel zu sparsame)Zugabe: Lucias Obis originelle Illustrationen!
Harmloser Evolutionsspaß?
2 Punkte 2 von 5 Punkten
Das Leitmotiv dieses Büchleins ist, die Zielgerichtetheit des biologischen Evolutionsprozesses in Frage zu stellen und die Evolution im Lichte der Fehlentwicklungen und Kuriositäten zu betrachten. Ist das ein ernstzunehmender Ansatz oder nur eine Bestselleridee in zweiter Folge? Klar, daß das Thema Pleiten, Pech und Pannen immer auf ein interessiertes Publikum trifft. Der Autor bietet einige Dutzend voraussetzungslose, unterhaltsam und humorvoll geschriebene Evolutionsgeschichten, viele davon drehen sich um die Thematik des Beinahe-Scheiterns. Er stellt mit den voneinander unabhängigen Geschichten keine besonderen Ansprüche an den Leser. Was aber darf der vom Autor erwarten? Erwirbt er brauchbare Kenntnisse zur biologischen Evolution? Falls der Leser mehr von Evolutionsbiologie versteht als die Zielgruppe, die Autor und Verlag mit dem Buch offenbar im Sinn hatten, kann man das bejahen. Die biologischen Fakten an sich, die Zittlau referiert, sind nämlich durchwegs interessant, nur sein fast bis zur Parodie verzerrter Evolutionsbegriff und die daran geknüpften Schlußfolgerungen sind problematisch. Hinter jedem Fall von Täuschung im Tierreich etwa wittert der Autor einen Verstoß gegen das Prinzip des "Überlebens des Stärkeren". An die Überlebensvorteile des Klügeren will er gar nicht denken. Das ist verständlich: Zittlau muß sich gewissermaßen aus dramaturgischen Gründen dummstellen und unterschlagen, daß es eine konvergente Evolution gab, nämlich die des Nervensystems und der Kognition. Gäbe er das zu, ließe sich seine Leitidee der Pleiten und Pannen weniger gut verkaufen. Der Leser, der genug evolutionsbiologisches Wissen besitzt, wird über die einseitige Darstellung hinwegsehen, an den Kuriositäten seinen Spaß haben und sich seinen eigenen Reim darauf machen.

Der Einsteiger in die Thematik der Evolutionsbiologie, muß jedoch gewarnt werden. Zittlau ist ein Aufklärer, der gerne erst ein bißchen Verwirrung stiftet, bevor er loslegt. So schreibt er auf S. 25, daß das Bärtierchen selbst Temperaturen von minus 272 Grad überlebt, was aus evolutionärer Sicht kaum möglich sei, da diese Temperaturen in den letzten Millionen Jahren auf der Erde nie vorkamen. Er geht also von der geradezu aberwitzigen Prämisse aus, daß quasi jeder Zahlenwert in der Evolution einen Sinn haben muß, zeigt dann, daß das nicht sein kann und gelangt somit zur grandiosen Erkenntnis, daß nicht alles in der Evolution einen Sinn habe. Das ist toll. Die Rezensenten der Tagespresse (Die WELT, Hannoversche Allgemeine), die sich von dieser Schlußfolgerung und der Kombination aus "Humor" und "Kompetenz" tief beeindruckt zeigten, würde man gerne fragen, ob sie auch noch ein anderes Evolutionsbuch kennen. Zweifellos hat der Autor für das Kapitel über die Raben interessante Fakten zusammengetragen, aber ist es ein besonderes Zeichen von Kompetenz, wenn er allen Ernstes auf S. 105 suggeriert, daß das Verhalten der übermütigen Rabenmännchen evolutionär fragwürdig wäre? Die gängige und für jeden erfaßbare These ist doch, daß die Männchen mit ihrer Risikobereitschaft ihre überschüssige Kraft signalisieren. Mit seinem selbst auferlegten Zwang, überall eine evolutionäre Panne zu sehen, entläßt der Autor den unbedarften Leser zwar frohgestimmt, aber mit einer verdunkelten Vorstellung der Evolutionsprozesses.
Noch besser als der Vorgänger
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Ich habe das erste Buch des Autors zu dem Thema ("Was macht der Elch im Altersheim") mit großer Freude gelesen, und weil man von anderen Filmen und Büchern her weiß, dass die Nachfolger nur selten dem Erst-Werk das Wasser reichen können, war ich zunächst skeptisch. Doch dieses Gefühl war schnell verflogen. Denn man merkt dem "Affen" an, dass der Autor sich noch tiefer in die Thematik eingearbeitet hat. All die Pleiten, Pannen und Fehlkonstruktionen der Tierwelt kommen nun noch authentischer und sympathischer rüber, und man hat den Eindruck, dass die Beispiele nur so aus Zittlau heraussprudeln. Auch sein Tier-Panorama hat sich erweitert. War früher bei den Ameisen Schluss, sind diesmal auch die winzigen Bärtierchen aus der so genannten "Sandlücken-Fauna" dabei. Und man liest von einer Antilope, die "Ducker" genannt wird - und sich auch genauso verhält. Möglich, dass dies für fortgeschrittene Biologie-Experten nichts Neues ist. Für den Biologie-interessierten Laien sind solche Geschichten aber echte Schmankerl mit hohem Info-Gehalt.
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Produkt-Bild: Rosenjahre: Meine Familie zwischen Persien und Deutschland

Rosenjahre: Meine Familie zwischen Persien und Deutschland von Jasmin Tabatabai

Gebundene Ausgabe von Ullstein Hc
Angebote bei Amazon: ab EUR 19,95

ISBN: 355008837X, Erscheinungsdatum: Sept. 2010
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Produkt-Bild: Die gefühlte Moral: Warum wir Gut und Böse unterscheiden können

Die gefühlte Moral: Warum wir Gut und Böse unterscheiden können von Frank Ochmann

Gebundene Ausgabe von Ullstein Hc
Angebote bei Amazon: ab EUR 7,95

5 Punkte, sehr zu empfehlen!
5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3550086989, Erscheinungsdatum: März 2008
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5 Kundenrezensionen:

Rehabilitierung eines geschmähten Begriffs
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Wir befinden uns in einer Zeit, die sich langsam der Irrtümer der "68er" bewußt wird. Die Mißstände, die sich seit damals nach und nach aufgebaut haben, haben ein Ausmaß erreicht, das immer mehr Menschen als unerträglich empfinden: Rücksichtslosigkeit, Gewalt, Drogen, Lug und Trug. Der Begriff "Moral" ist von seiner ursprünglichen positiven Bedeutung geradezu zu einem Schimpfwort verkommen, allenfalls noch gebraucht in Wortschöpfungen wie "Moralapostel" oder "moralinsauer". Da ist es ein willkommener Ansatz, die Moral einmal unter neuro- und evolutionsbiologischen Gesichtspunkten zu betrachten, sie quasi auf eine objektive Grundlage zu stellen.
Zur umstrittenen Frage eines freien Willens äußert sich der Autor pragmatisch: "Trotzdem werden wir hier, schon aus Gewohnheit, weiter von 'Entscheidungen' und 'Urteilen' sprechen, dabei aber nicht voraussetzen, dass es ein freier Wille ist, der die hervorbringt" (S. 197).
Neuro- und evolutionsbiologisch läßt sich auch die Notwendigkeit von Strafe begründen; ihr kommt "eine Schlüsselrolle bei der Ausbildung des Sozialverhaltens zu" (S. 238). Das Wissen, daß Übeltäter angemessen bestraft werden, wird vom Gehirn als "Belohnung" empfunden und stärkt den Zusammenhalt der Gemeinschaft. "Wenn Regelverstöße nicht geahndet werden, nimmt das Vertrauen - die gefühlte - Sicherheit, können wir hier sagen - ab. Und in dem Maße, wie das soziale Kapital sinkt, steigt die Missachtung der geltenden Regeln" (S. 239). Bekanntlich wird immer wieder beklagt, daß die "gefühlte Sicherheit" (noch) schlechter sei als es die Kriminalstatistik nahelegen würde. Das dürfte also daran liegen, daß wir immer wieder erleben müssen, wie Straftäter ungeschoren oder mit einer zu milden Strafe davonkommen. Wieder einmal bestätigt die Wissenschaft, was der gesunde Menschenverstand längst wußte, so mancher Politiker- und Sozialpädagogenverstand aber nicht. Abschließend schreibt der Autor (S. 250): "Was wir als 'gut' erkannt haben, muss gepflegt und so zur Gewohnheit der 'Tugend' werden [...], sonst verkommt es, ja kann gefährlich umschlagen. [...] Nur eine starke Moral kann uns zusammenhalten."
Mit der Erfindung der Moral an die Spitze der Evolution
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Was ist gut? Was ist böse? Gibt es so etwas wie einen in sich guten oder bösen Menschen? Wer entscheidet, was gut, was moralisches Verhalten ist? Dies sind die Fragen, die Frank Ochmann, Wissenschaftsjournalist beim Stern, in seinem Buch "Die gefühlte Moral" untersucht.

Ochmann nähert sich dem Phänomen Moral von zwei Seiten. Zum einen untersucht er theologisch-geisteswissenschaftliche Ansätze, zum anderen betont er die enorme Bedeutung neurobiologischer Prozesse, wenn es darum geht, moralisch zu handeln. Als studierter Physiker und Theologe kennt sich Ochmann in beiden Bereichen bestens aus. Die erste Erkenntnis am Ende des ersten Kapitels lautet, dass Moral weder durch unsere Gene noch durch unsere Erziehung komplett determiniert wird: "Die 'menschliche Natur' entwickelt sich aus einem komplexen, unauflösbaren Wechselspiel zwischen Erbanlagen und von außen wirkenden Einflüssen. Keine unserer Eigenschaften, ob körperlich oder geistig, wird daher allein genetisch oder nur durch Erziehung oder Erfahrung bestimmt" (46f.). Im Anschluss widerlegt Ochmann den Mythos einer absoluten Moral mit metaphysisch begründeten Maßstäben von gut und böse: "Nichts ist 'in sich' gut. Erst durch soziale Vereinbarung wird das 'Gute' vom 'Bösen' und das moralisch 'Richtige' vom 'Falschen' getrennt" (73). Sprich, moralische Normen sind niemals absolut, sondern immer das Ergebnis eines gesellschaftlichen Diskurses. Jede Gesellschaft handelt mit sich und ihren Mitgliedern moralische Normen aus, anhand derer entschieden wird, was 'gut' und was 'böse' ist.

Im Zentrum der Darstellung steht die Frage, welche Mechanismen dafür verantwortlich sind, warum der Mensch die Entscheidungen trifft, die er letztendlich trifft. Und hier sind neurobiologische Prozesse ganz entscheidend. Wichtige Voraussetzung ist das in unserem Gehirn ansässige Belohnungssystem, welches von der Amygdale-Region gesteuert wird (vgl. S. 145). Das für die menschliche Rasse nicht gerade schmeichelhafte Ergebnis lautet, dass es einen Zusammenhang zwischen angenehmen Gefühl und eigenem Vorteil gibt: "Je größer der eigene Vorteil, desto angenehmer die Gefühle, war dabei das ernüchternde Resultat" (127). Wir sind daher "nicht selbstlos genug, um als 'von Natur aus gut' gelten zu können" (129). Dabei ist es für den Menschen als einem sozialen Wesen immer ein angenehmes Gefühl, von einer Gemeinschaft akzeptiert zu werden. Die Geschichte der Menschheit im vergangenen Jahrhundert zeigt, dass Menschen bereit sind, anderen Menschen jede noch so große Grausamkeit anzutun, nur um die Normen einer bestimmte Gruppe zu erfüllen. Die SS erhob Treue und Gehorsam zum kategorischen Imperativ ihrer Organisation, was in ihrem Leitspruch "Deine Ehre heißt Treue" passend zum Ausdruck kam. Allein der absolute Gehorsam der Organisation gegenüber aktivierte das Belohnungssystem der SS-Mitglieder. Der menschenverachtende Inhalt der Befehle war sekundär: "So sehr wir uns auch wünschen mögen, dass das moralische Verhalten eines Einzelnen von Überlegungen zu persönlicher Bestrafung oder Belohnung unabhängig ist, beweisen Theorie und Praxis doch das Gegenteil" (179).

Ochmann legt dar, dass das dem Menschen eigene emotionale Belohnungssystem, welches vor allem auf Zugehörigkeit zu einer Gruppe ausgerichtet ist, maßgeblich dafür verantwortlich ist, dass es ausgerechnet wir Menschen an die Spitze der Evolution geschafft haben: "Denn keine andere Art auf unserem Planeten hat es geschafft, in so ausgedehnten sozialen Verbänden und mit so vielen unterschiedlich gefärbten sozialen Beziehungen zu leben wieder Mensch. Der entscheidende Grund für diesen Erfolg, so zeigt sich als gemeinsames Ergebnis der Forschung aus ganz unterschiedlichen Disziplinen von der Biologie über die Neurowissenschaften bis zur Soziologie: die Entdeckung der Moral" (225f.).

Fazit: Wie 'gutes' oder 'böses' Verhalten entsteht, beziehungsweise was wir als 'gut' oder 'böse' betrachten, gehört mit zu den spannendsten und wichtigsten Fragen überhaupt. Ochmannn nähert sich dem Thema angenehm sachlich und auf Höhe des neuesten Forschungsstandes. Dies ist wichtig und wohltuend und unterscheidet sich auf angenehme Art von den ideologisch verzerrten Betrachtungen des Menschen vor allem, wenn auch nicht ausschließlich, von religiösen Weltanschauungen.
Nur eine starke Moral kann uns zusammenhalten - ein, wie der Rezensent findet, eminent wichtiges Buch mit klaren Aussagen
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Frank Ochmann, der Autor dieses für alle denkenden und wachen Zeitgenossen, die sich noch ein Gefühl für die Notwendigkeit von Werten und auch entsprechenden Entscheidungen über richtig und falsch, gut oder böse bewahrt haben, sehr empfehlenswerten Buches, hat in Physik promoviert, danach Theologie studiert und wurde zum Priester der katholischen Kirche geweiht. Inzwischen übt er diesen Beruf nicht mehr aus und verbindet seine naturwissenschaftlichen, geisteswissenschaftlichen und theologischen Interessen als Journalist für den STERN, für den seit Jahren schreibt.
Dies tut er auch in diesem Buch auf vorbildliche Weise. Nachdem er ein neues Interesse an Fragen der Moral konstatiert hat ( das Böse und offensichtlich Unmoralische scheint immer weiter um sich zu greifen) und auch der Frage der religiösen oder säkularen Begründung von moralischen Urteilen nachgeht, zeichnet er in sehr verständlicher Form die Forschungsergebnisse der Neurobiologie nach. Sein Fazit nach dieser Einführung lautet: weder durch die Gene noch durch die Erziehung wird Moral vollständig konstituiert.

Doch auch der absoluten Moral und der metaphysischen Letztbegründung von Gut und Böse erteilt er eine Absage: "Nichts ist 'in sich' gut. Erst durch soziale Vereinbarung wird das 'Gute' vom 'Bösen' und das moralisch 'Richtige' vom 'Falschen' getrennt." Moral, Werte und Normen sind immer Ergebnis eines gesellschaftlichen Diskurses.

"Der christliche Gott spielt (dabei) keine Rolle mehr: Eher scheint sich so etwas wie ein oberflächlicher Pantheismus breit zu machen, eine weitgehend unreflektierte Vergöttlichung der Natur vor allem."
Doch, so Ochmann, die Frage nach den Wurzeln des Bösen müsse auch in einer nachchristlichen Welt beantwortet werden.

Nach einer langen, sich hauptsächlich auf amerikanische Forschung stützenden Diskussion der naturwissenschaftlichen und geisteswissenschaftlichen Debatte, vor allem der Erkenntnisse der Neurobiologie und neuerdings der Neuroethik, kommt er am Ende des Buches zur Sache, indem er sich auf den biblischen Mythos vom Sündenfall bezieht, jene alte religiöse Erkenntnis, dass der Weg zum Paradies versperrt ist. Das heißt für Ochmann, "wir tun gut daran, die Umstände unserer Existenz zu akzeptieren und nach vorne zu blicken, nicht wehmutig zurück... Wir können nicht aus unserer Haut, wie gesagt, aber wir können durchaus etwas dafür tun, das auf den ersten Blick unentwirrbare Geflecht unserer Beziehungen und der vielen Kräfte, die auf sie wirken, zu begreifen. Einzeln ist das möglich und ebenso in Gemeinschaft - solange wir die wichtigste Regel beherzigen: Was allen dient, gehört belohnt, was dagegen schadet, muss bestraft werden."

Er weist daraufhin, dass nach langer Vernachlässigung die von Thomas von Aquin so genannten "Tugenden" sich wieder großer Aufmerksamkeit erfreuen, obwohl die für diese Tugenden einstmals stehenden christliche Religion sich zumindest in Europa auf dem Rückzug befindet. Doch was ist, wenn die sich vom Glauben abwendende Gruppe von Menschen auch die Verpflichtung, entsprechende Normen und Werte zu beachten, nicht mehr ernst nimmt ?

Ochmann zitiert neben anderen, die dieses Dilemma beschrieben haben, den Philosophen Max Horkheimer, der drei Jahre vor seinem Tod auf die Frage, woher denkende Menschen denn wissen könnten, was gut sei, antwortete, "ohne Gedanken an ein Transzendentes" sei das nicht möglich, und den derzeitigen Papst, der zu Beginn des Konklaves, das ihn zum Papst wählte, in seiner Predigt sagte: "Es entsteht eine Diktatur des Relativismus, die nichts als endgültig anerkennt und als letztes Maß nur das eigene Ich und seine Gelüste gelten lässt." In seiner umstrittenen Regensburger Rede hat Benedikt XVI. diesen Gedanken fortgeführt und vor einer Welt gewarnt, in der das "subjektive 'Gewissen' zur letztlich einzigen ethischen Instanz wird" und nannte diesen "Zustand für die Menschheit gefährlich".

Ochmann findet, dass auch Nichtglaubende diese Warnung ernst nehmen sollten, denn: "Nur eine starke Moral kann uns zusammen halten."
Dem kann sich der Rezensent nur anschließen.
Ein Meisterwerk.
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Der Mensch kommt nicht mit dem Wissen auf die Welt, was gut und böse ist, wohl aber mit der Bereitschaft, es zu lernen. Zu seiner kognitiven Grundausstattung gehört die Fähigkeit zur Einfühlung in andere Menschen, zur spontanen Hilfsbereitschaft, zur Unterscheidung zwischen Wir" und Sie", zum teleologischen Denken (die unwillkürliche Verbindung zwischen der Wahrnehmung eines Sachverhalts und einer ihn verursachenden Absicht) und zur Erlernung von Regeln des Sozialverhaltens.

Wie die neuere Hirnforschung nachweisen konnte, empfinden Menschen es normalerweise als befriedigend, sich selbst als gut" - das heißt als in Übereinstimmung mir dem gesellschaftlichen Regelsystem - zu erleben, oder sich dies zumindest vorzugaukeln. (Ihre Fähigkeit, Gefühlen eine rationale Begründung unterzuschieben, von Freud schon lange postuliert, lässt sich mittlerweile experimentell nachweisen.) Als befriedigend wird erlebt, was das gehirneigene Belohnungssystem aktiviert, das insbesondere auf soziale Anerkennung besonders stark reagiert.

Weichen Andere vom etablierten Regelsystem ab, so reagiert das Gehirn speziell von Männern mit dem Wunsch nach Bestrafung der Regelverletzer; die Beobachtung dieser Bestrafung wird als befriedigend erfahren. Bleibt sie regelmäßig aus, so wird dadurch die Geltung des Normensystems insgesamt in Frage gestellt - der Gesellschaft droht die Auflösung.

Da das moralische Regelsystem gesellschaftlich geformt wird, existiert kein a priori gegebenes Gottesgesetz. Damit ist die Gefahr verbunden, dass auch ganz und gar unmenschliche Moral", etwa die des Nationalsozialismus, als ebenso verbindlich anerkannt wird wie in anderen Gesellschaften die zehn Gebote.

An dieser Stelle kann die Vielfalt der Themen, Gesichtspunkte und Forschungsergebnisse, die Ochmann seinen Lesern unterbreitet, bloß angerissen werden. Ochmann ist Journalist und ein begnadeter Schreiber. Er beherrscht die hohe Kunst, komplexe wissenschaftliche Thesen allgemeinverständlich darzustellen, ohne sie zu verflachen. Allein die Vielzahl der Experimente, von denen er berichtet, macht die Lektüre ungemein spannend.

Dabei gibt er dem Leser eine Reihe von Hilfen an die Hand, damit der nicht den Faden verliert: Insbesondere die klare Gliederung und die thesenartige Zusammenfassung am Ende jedes Kapitels erleichtern den Überblick.

Ochmanns Buch behandelt nicht mehr und nicht weniger als die Frage, wie Gesellschaft überhaupt funktioniert. Da seine Thesen umfassend empirisch fundiert sind und er ideologische Vorurteile souverän ignoriert, gelingt ihm das bei solchen Themen seltene Kunststück, für Anhänger praktisch jeder erdenklichen religiösen oder weltanschaulichen Richtung gleichermaßen interessant zu schreiben. Ein bisschen tritt er allen auf die Füße, aber niemandem so sehr, dass er deswegen das Gesamtwerk ablehnen müsste. Ob Christ oder Atheist, ob Linker oder Konservativer - jeder wird eine Fülle von Punkten finden, die ihn - auf seine je eigene Weise - zum Weiterdenken anregen.

Ein Meisterwerk.
Neurowissenschaft und menschliches Verhalten
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Es ist richtig, dass man für das Verständnis dieses Buches weder Psychologie, noch Philosophie studiert haben muss. Aber zumindest ein großes Interesse an solchen Fragen sollte man mitbringen. Sonst endet die Lektüre, bevor die ersten siebzig Seiten vorbei sind. Denn Frank Ochmann setzt mit seinen Überlegungen zur Moral einen Auftakt, der doch recht anspruchsvoll ist. Und die meisten Leser haben noch immer Hemmungen, Seiten zu überblättern, die nicht sofort zum Lesevergnügen führen. Auch wenn es nicht an der Sprache liegt. Da Frank Ochmann als Wissenschaftsjournalist beim Stern arbeitet, formuliert er seine Beobachtungen, Recherchenergebnisse und Thesen so, dass auf ein Fremdwortlexikon verzichtet werden kann.

Nachdem die philosophische und theologische Suche nach dem Guten im Menschen fürs Erste abgeschlossen ist, macht Ochmann klar deutlich, weshalb der Mensch ein soziales Wesen ist und was dies bedeutet. Dabei kratzt er ebenso an bekannten Mythen wie im Kapitel über Empathie und Eigennutz. Das Schöne an diesem Buch ist, dass sein Autor immer wieder Studien kommentiert, die seine sowie fremde Theorien stützen und veranschaulichen. Wenn Vielleser dabei auf Bekanntes stoßen, ist das verzeihlich. Die Geschichten von Phineas Gage, dem Mann mit der Eisenstange im Kopf, und anderen Opfern von Hirnverletzung sind einfach zu eindrücklich, um sie wegen einer Minderheit unter den Lesern wegzulassen.

Dem Buch von Frank Ochmann gebe ich auch fünf Sterne, weil es auf faire Weise gegen dogmatische Moralapostel kämpft. Die sind zwar gegen wissenschaftliche Argumentationen meist immun, stehen aber auf immer dünnerem Eis, je mehr Autoren den Spuren Ochmanns folgen. Es ist sicher schmerzlich, zu erfahren, wie sehr Veranlagungen und Einflüsse aus dem Umfeld unser Verhalten steuern. Doch zum Glück ist Frank Ochmann kein Kulturpessimist, sondern sieht sich als Berichterstatter mit dem Recht, auch seine eigene Meinung zu äußern. Gleiches billigt er seinen Lesern zu. Sie entscheiden letztlich, wo die Grenzen zwischen Psychopathen und normalen Übeltätern gezogen werden sollen, wo sie ein moralisches Dilemma sehen und welche Begründungen für moralisches Verhalten sie akzeptieren. Wichtig ist nur, dass sie die Zusammenhänge zwischen Bestrafung und Belohnung, zwischen Schmerz und Lust erkennen.

Mein Fazit: Wie der "Privatrezensent ohne finanzielle Interessen", M. Dienstbier, in seiner interessanten Besprechung geschrieben hat, wird wohl kein Leser durch die Lektüre von Ochmanns Buch zum besseren Menschen. Aber er versteht bestimmt vieles besser und kann eher einschätzen, wer ihn aus welchen Gründen einer sozialen Gruppierung einverleiben will. Frank Ochmann hat ein anspruchsvolles und verständlich geschriebenen Buch über ein sehr aktuelles Thema geschrieben. Weil mir zudem sein Ansatz gefällt, empfehle ich es gerne weiter.
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Produkt-Bild: Sulha

Sulha von Malka Marom

Gebundene Ausgabe von Ullstein Hc
Angebote bei Amazon: ab EUR 0,01

2,5 Punkte.
2,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3550083114, Erscheinungsdatum: 2000
Zoom ± Produkt-Bild: Sulha

3 Kundenrezensionen:

Sulha
1 Punkte 1 von 5 Punkten
Das langweiligste Buch was ich jeh gelesen habe, schleppend, entspricht in keinstem was ich erwartet habe, habe es nach der Hälfte zur Seite gelegt. Dachte es handelt vom Beduinenleben etc.
Abtauchen in der Wüste
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Ich bin beim Lesen abgetaucht in die Wüsten- und Beduinenwelt der Sinai. In verbotenen Zelten wird die Lebens- und Denkweise der Beduinenvölker aus Frauensicht beschrieben. Die Israelin, in Kanada lebende Leora auf der Suche nach ihrem als Kriegspilot in der Sinai abgestürzten Mann - hin und hergerissen zwischen den Welten ihres Emigrationslandes Kanada, des Jehudim-Staates und dem Wüstenleben. Wie leben Beduinenfrauen hinter ihren Schleiern? Wie denken Beduinen? Welche Grundsätze, Regeln und Gesetze für das Leben in der Wüste zwischen täglichen Hitze und nächtlicher Kälte? Wie wichtig ist das Wasser? Wasser- und Wegerechte als Mitgift? Auf der anderen Seite wird vieles aus dem Staat der immerwährenden Kriege Israel und den immer präsenten Auseinandersetzungen beschrieben. Die Gegensätze zwischen dem Leben im zivilisierten Westen, dem Nahen Osten und der israelisch-ägyptischen Sinai halten die Leserin/den Leser gefangen. Ein interessanter Roman für alle Israel-, Frauen- und Wüsteninteressierten!
worum geht's denn hier??
2 Punkte 2 von 5 Punkten
ich hatte beim Kauf des Buches einen Bericht über das Leben bei den Beduinen erwartet. Berichtet wird davon aber nur zweitrangig, es geht vordergründig um die jüdische Frau, die ihre eigene Vergangenheit bewältigen will. Hierbei erfährt man zwar viel über die Geschichte Israels, aber wenig über das Thema Beduinen. Auch der zu häufige Wechsel zwischen jetzt und damals ist mir zuviel. Ich würde das Buch nicht nochmals lesen und finde auch die Beschreibung auf der Rückseite des Buches nicht zutreffend.
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Produkt-Bild: Wenn das meine Mutter wüßt'. Selbstportrait

Wenn das meine Mutter wüßt'. Selbstportrait von Vera Oelschlegel

Gebundene Ausgabe von Ullstein Hc
Angebote bei Amazon: ab EUR 9,45

ISBN: 355007509X, Erscheinungsdatum: 1991
Zoom ± Produkt-Bild: Wenn das meine Mutter wüßt'. Selbstportrait
Produkt-Bild: Oh, Fido. Das Glück hat Pfoten, das Chaos auch

Oh, Fido. Das Glück hat Pfoten, das Chaos auch von Marion Grillparzer

Gebundene Ausgabe von Ullstein Hc
Angebote bei Amazon: ab EUR 5,00

4,5 Punkte, empfehlenswert.
4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3550075952, Erscheinungsdatum: 2004, Auflage: 1
Zoom ± Produkt-Bild: Oh, Fido. Das Glück hat Pfoten, das Chaos auch

5 Kundenrezensionen:

einfach wunderbar
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Hier ist Marion Grillparzer ein wirklich wunderbares Buch gelungen. Auf 100 Seiten bringt sie uns ihren Hund Fido (ein Husky-Foxl Mischling) mit viel liebe fürs Detail und noch mehr Witz und Humor näher. Sie berichtet aus ihrem Alltag mit diesem Hund, der ihr ganzes Leben durcheinander bringt. Die Illustrationen sind von Susanne Straßer. Das Buch ist für alle Hundeliebhaber und auch für alle diejenigen, die es noch werden möchten, das ideale Buch.
Ein Hund zum Verlieben!
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Ich habe das Buch bestellt, weil ich selber einen spanischen Mischling habe. Ein Husky steckt zwar nicht drin, aber neben viel Terrier so ziemlich alles andere! Und ich habe den Racker in vielen Episoden wieder erkannt. Man muss diese kleinen Drecksäcke einfach lieben, und das ist genau das, was dieses Buch vermittelt. Meiner Ansicht nach absolut lesenswert. Und das nicht nur für Hundebesitzer.
Lesenswert für Hasky-Mischlingswelpenbesitzer und solche die es werden wollen.
2 Punkte 2 von 5 Punkten
Habe mir dieses Buch in froher Erwartung aufgrund der Verlagsempfehlung gekauft. Mir war die Aufmachung sehr angenehm, Fotos etwas nüchtern aber wohl so gewollt. Dennoch habe ich bei den Geschichten einen gewissen Erzählstil vermisst.Es regt schon zum Schmunzeln an und ist in gewisser Hinsicht ein guter Ratgeber für jene, welche sich einen solchen Mischling zulegen möchten. Glück für die Tierheime auf aller Welt.
Dennoch habe ich schon Besseres gelesen, z.B. "Marley & ich" von
John Grogan u. G. Zigldrum.
Also alles in allem war ich doch etwas enttäuscht über die Kürze der Geschichten und deren magerer Erzählstil.Ich schließe mich der Meinung an, dass man von dem Erlöß dieses Buches doch ein paar Euro an den Tierschutz abgeben sollte.
Mitten aus dem Leben
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Das Buch habe ich mit grossem Vergnügen gelesen, denn stellenweise dachte ich immer, es sei von meinem eigenen Hund (JRT) die Rede. Kennen wir nicht alle das Chaos auf vier Pfoten? Aber dafür lieben wir unsere Vierbeiner ja schliesslich - und diese Liebe zu Fido kam in diesem Buch sehr deutlich zum Ausdruck.
Habe viel gelacht!
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Ein sehr vergnügliches und kurzweiliges Buch. Einen Stern Abzug gibt es dafür, dass man schnell durch ist und es vermutlich kein zweites Mal lesen möchte. Aber dann kann man es auch weiterschenken. Der Beschenkte oder die Beschenkte wird sich sicherlich darüber freuen.
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Produkt-Bild: Das Geheimnis der Lusitania. Eine Schiffskatastrophe verändert die Welt

Das Geheimnis der Lusitania. Eine Schiffskatastrophe verändert die Welt von Robert D. Ballard, Spencer Dunmore

Gebundene Ausgabe von Ullstein Hc
Angebote bei Amazon: ab EUR 8,00

3,5 Punkte.
3,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3550068883, Erscheinungsdatum: 1995
Zoom ± Produkt-Bild: Das Geheimnis der Lusitania. Eine Schiffskatastrophe verändert die Welt

2 Kundenrezensionen:

Lusitana - nicht Titanic
3 Punkte 3 von 5 Punkten
Ballard gibt sich redlich Mühe die persönlichen Schicksale aufzuzeigen, bleibt aber auf dem Niveau eines besseren Groschenromanes.
Auch technisch nichts neues, keine Überraschungen und irgendwie erinnert das Schicksal der L. and die im Mittelmeer durch Torpedotreffer versenkte Britannic (auch wenn die sich noch länger an der Oberfläche hielt).
Trotzdem kurzweilige Lektüre und garantiert kein Fehlkauf.
Geschichtlich spannend aber leider zu wenig taucher. Details
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Das Buch hat mir in großen Teilen sehr gut gefallen. Es wurden die Ursprünge der Lusitania geschildert und auch der geschichtliche Hintergrund zum Disaster ist gut recherchiert und aufgearbeitet. Des weiteren werden Schicksale von einzelnen Passagieren geschildert, wobei diese leider ab und zu den Leser verwirren, da er schnell die Übersicht über die einzelnen Personen verliert.
Was mir eindeutig zu kurz kam, war die taucherische Seite der Untersuchung, handelten doch nur die letzten 2 Kapitel über diesen Aspekt. Dort hätte ich mir etwas mehr Details gewünscht.
Ansonsten ist dieses Buch kurzweilig zu lesen und bietet interessante und aufschlußreiche Photos und Abbildungen zum Thema.
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Produkt-Bild: Ein amerikanischer Albtraum

Ein amerikanischer Albtraum von James Ellroy, Stephen Tree

Gebundene Ausgabe von Ullstein Hc
Angebote bei Amazon: ab EUR 14,90

3,5 Punkte.
3,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 355008336X, Erscheinungsdatum: 2001
Zoom ± Produkt-Bild: Ein amerikanischer Albtraum

Aus der Amazon.de-Redaktion


An James Ellroy scheiden sich die Geister und zwar nicht nur krimimäßig, sondern ganz allgemein auf literarischer Ebene. Sein charakteristischer Stil, geprägt von kurzen stakkatohaften Hauptsätzen und Wiederholungen in Endlosschleife, häufige Dokumenteneinschübe, ein schier unüberschaubares Panoptikum von Haupt- und Nebenfiguren sowie Gewaltorgien, die ihresgleichen suchen, reißen Leser und Kritik sowohl zu überschwänglichem Lob als auch zu Äußerungen tiefster Abneigung hin. In gewisser Weise hat die Süddeutsche Zeitung sicher Recht, bezeichnete sie Ellroy doch als den "wohl wahnsinnigsten unter den lebenden Dichtern und der Triebtäter der amerikanischen Literatur". Ellroy ist nicht zuletzt auch nach eigenem Bekunden ein zwanghafter Schreiber, der erst durch eine Art kreativer literarischer Selbsttherapie den traumatischen Verlust der Mutter, die in Ellroys Jugend durch ein bis heute nicht aufgeklärtes Verbrechen um's Leben kam, aufarbeiten konnte. Wahn schimmert zuweilen auch in dem von ihm immer wieder geäußerten Anspruch durch, der größte zeitgenössische amerikanische Schriftsteller zu werden bzw. zu sein. Doch in der Tat gehören seine Kriminalromane zum Besten, was jemals im Bereich des "Spannungsromans" mit all seinen fließenden Grenzen geschrieben wurde.
Ellroys neuester Roman Ein amerikanischer Albtraum schließt chronologisch dort an, wo Ein amerikanischer Thriller endete, nämlich am Tag der Ermordung John F. Kennedys im texanischen Dallas. Seine Fortschreibung einer Kriminalgeschichte der USA umfasst die Ermittlungen, die dem Attentat folgten, die Rassenunruhen der 60er-Jahre und die Eskalation des amerikanischen Engagements in Vietnam bis ins Jahr 1968. Die alten "Helden" tauchen wieder auf, fiktive wie auch reale Figuren der Geschichte. Politiker wie Lyndon B. Johnson und Robert Kennedy, CIA-Direktor J. Edgar Hoover, Sportgrößen wie Schwergewichtsweltmeister Sonny Liston, Mobster wie Moe Dalitz und Sam Gianciana, wie immer Howard Hughes und mittendrin (nicht nur dabei) die alten Freunde Pete Bondurant und Ward Littell. Ellroy nimmt dem Leser wie gewohnt schnell die Illusion einer Identifikationsfigur, denn nahezu ohne Ausnahme sind alle seine Haupt- und Nebenakteure mehr oder weniger skrupellose Profiteure, Gewalttäter und psychisch Deformierte. Jeder betrügt und täuscht, besticht und erpresst, zuweilen sogar im festen Glauben an eine so genannte "gute Sache". Und so ertappt man sich dabei, dem scheinbar am wenigsten kompromittierten Früchtchen seine Sympathie zu schenken.
Ellroy praktiziert eine andere Form amerikanischer Geschichtsschreibung und produziert dabei wirklich große Literatur, grandiose Kriminalliteratur. Hier erhält ein jeder die Gelegenheit, in epischer Breite, aber ohne Beschönigung und in atemloser Spannung die desillusionierende Geschichte eines Jahrzehnts zu verfolgen. --Ulrich Deurer
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5 Kundenrezensionen:

Hört sich an wie vom Sprachcomputer vorgelesen!
2 Punkte 2 von 5 Punkten
Auch ich habe fast alles von Ellroy gelesen. So auch "ein amerikanischer Triller" und "ein amerikanischer Albtraum". In Vorbereitung auf den dritten Teil, "Blut will fließen" habe ich mir nun dieses Hörbuch gekauft. Wer wirklich gute Sprecher gewöhnt ist -Ich habe gerade "Josef und seine Brüder" von Thomas Mann nochmals gehört, gelesen von Gerd Westphal- der wird von Herrn Döring sehr genervt sein. Also für mich hält sich der Hörgenuss jedenfalls sehr in Grenzen, Herr Döring ließt dieses Buch wie ein Sprachcomputer vor.
Das Hörbuch nochmal zusätzlich auf drei MP3-CDs mitzuliefern ist eine gute Idee, iTune weigert sich aber standhaft die Dateien zu laden! Deshalb gebe ich diesem Hörbuch nur 2 Sterne.
Gelungende Fortsetzung!
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Lange habe wir darauf warten müssen, aber schließlich vollendete Altmeister Ellroy doch noch den zweiten Teil seiner "Underworld U.S.A" Trilogie: Ein amerikanischer Albtraum (1963-1968)
Das Buch schließt nahtlos an seinen Vorgänger an und behält - gottseidank - auch den typischen stakkato-Schreibstil des Autors bei. Auch ich kann bestätigen, dass die Komplexität der Handlungsstränge noch ein wenig zugenommen hat und man schon genau mitdenken muss, um den Handlungsabläufen folgen zu können. Anhand mancher Bekannter aus dem Vorgängerroman (Bondurant, Littell,...) und so manchem neuen Gesicht, schafft es Ellroy aber wieder einmal, den Leser mithilfe eines explosiven Cocktails aus Verschwörungen, Gewalt, Sex, Drogen und historischen Zeitgeschehen in seinen Bann zu ziehen und so schnell nicht wieder los zu lassen. Ich selbst habe für die kanpp 850 Seiten sieben Tage gebraucht, ich war regelrecht süchtig nach der nächsten Seite.
Für alle Ellroy-Fans ein absolutes Muss, Einsteigern würde ich zuerst die "Dahlie" empfehlen.
Ein amerikanischer Albtraum
1 Punkte 1 von 5 Punkten
Der Titel dieses Buches ist Programm. So eine grottenschlechte Übersetzung ist mir bisher noch nicht untergekommen. Ich bin ein Vielleser und habe schon des öfteren "schlechte" Bücher angelesen
und dann einfach Beiseite gelegt - aber das hier ist der Knüller.
Das Buch hat eine interessante Thematik und ich hätte mir gewünscht, dass der Verlag eine Überarbeitung der Übersetzung vornimmt, weil die Übersetzung schon bei der Buchausgabe bemängelt wurde.
Ich bin ein Fan von James Ellroy und habe u.a. auch Ein Am. Thriller gelesen, was auch von Stephen Tree übersetzt worden ist,
wobei ihm dort keine gravierenden Fehler unterlaufen sind.
Bei diesem Buch könnte man meinen, dass der Übersetzer am Anfang ein anderer war als nach ca.150 Seiten, ab diesem Zeitpunkt kommt so etwas wie Sprachrhytmus auf und die Vergewaltigung des Deutschen lässt nach. Ein sehr frustierter Leser.
James Ellroy ist unschlagbar
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Ich habe alle verfügbaren Bücher von James Ellroy gelesen.In seinem neuen
Triller,den Vorgänger Ein amerikanischer Triller sollte man gelesen haben,
treffen wieder die überlebenden Charaktere aufeinander.Ellroy ist einer Meister, ein Verführer,ein Wahnsinniger mit Stil.Seine Figuren sind Kastraten,kinderlose Einzelgänger,Männer und Frauen ohne Ziel.Strandgut der
menschlichen Gesellschaft. Ausgestattet mit krimineller Energie.Skrupelos
sich Fixtion und Wirklichkeit.Ellroy macht süchtig.Ellroy stimmt traurig.Es gibt so gut wie kein Happy End.Am Ende siegt das Böse.Die guten werden am Ende Opfer. Sie scheitern am Leben.Entweder erlösen sie
sich selbst, oder sie pumpen sich mit allen erdenklichen Drogen voll.
Den Roman habe ich innerhalb einer Woche ausglesen.Gelitten. Geflucht.
Ellroy geht über Leichen.Am Ende des Buches ist man geschafft.Einige
seiner Figuren vermisst man am Ende.Ein bitterer Nachgeschmack bleibt,
weil neue Figuren erschaffen werden die die Hölle,,das Fegefeuer von
Ellroy neu zu entfachen.Ellroy ist einfach Spitze.
Verwirrend
2 Punkte 2 von 5 Punkten
Hmmmm. Den neuen Ellroy zu beschreiben, ist ein hartes Stück Arbeit. Die Geschichte, die sich um die Figuren entsponnen hat, ist spannend und gut erzählt wie immer. Obwohl ich den ersten Teil schon eine Weile nicht mehr in der Hand hatte, gelang es mir halbwegs gut, wieder in die Story einzusteigen...
Aber irgendwann bin ich gedanklich wieder ausgestiegen. Die Schlüsse, die die Protagonisten/Helden ziehen, sind für mich teilweise nicht nachvollziehbar, nicht schlüssig.
Außerdem kann ich mich nicht ganz damit abfinden, dass, kaum ist der eine von irgendeiner Sucht erlöst, der nächste Richtung Abgrund taumelt... Und es fehlte nur noch, dass es Pete Bondurant war, der die Atombombe auf Hiroshima abwarf... Es ist einfach zu viel für drei Personen...
Das war wahrscheinlich der letzte Ellroy, den ich mir gekauft habe... für den Rest muss die Bücherei reichen!
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Produkt-Bild: Asshole: Wie ich lernte ein Schwein zu sein und dabei reich und glücklich wurde

Asshole: Wie ich lernte ein Schwein zu sein und dabei reich und glücklich wurde von Martin Kihn

Broschiert von Ullstein Hc
Angebote bei Amazon: ab EUR 2,90

3 Punkte.
3 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3550086687, Erscheinungsdatum: März 2008
Zoom ± Produkt-Bild: Asshole: Wie ich lernte ein Schwein zu sein und dabei reich und glücklich wurde

5 Kundenrezensionen:

Du musst ein Schwein sein in dieser Welt
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Dafür dass der Autor Martin Kihn sich weder auf das Zeugs heftet literarisch Hochkarätiges produziert zu haben, noch postuliert er, dass das was er schreibt, eine Lebenswahrheit ist, möchte ich dem Buch die beste Kritik verpassen. In humorvollem Stil beschreibt der Autor seine Reise vom "Mr. Nice Guy" zum vermeintlichen "Bad Guy", wobei er sich selbst stets kritisch betrachtet und sehr wohl auch sein Umfeld immer wieder sehr treffend analysiert und beobachtet wie die Menschen in seiner Nähe auf die Wandlung reagieren. Neben der humorigen Selbstbetrachtung, die mich mehr als einmal zum Lachen gebracht hat, stellt der Autor auch die Leistungsgesellschaft in ein sehr scharfes Licht und kratzt hie oder da verbal ein wenig an deren Werten. Geschrieben wurde das Buch offensichtlich von einem Mann für "Männer", das mich als Frau nicht abgehalten hat es zu lesen. Eigentlich hat es mir bestätigt, wie groß der Erfolgsdruck innerhalb der Männerwelt ist, und in welcher Rolle einer den anderen sieht. Anders als unter Frauen, ist eine sehr strikte Abgrenzung der Befugnisse von Alpha- und Betamännchen festzustellen. In den nächsthöheren Rang aufzusteigen, bedarf schon einiger Rüdenbissigkeit und einer gehörigen Portion an Selbstvertrauen. Für mich stellt sich nach wie vor die Frage, wie kommt es denn überhaupt dazu, dass sich ein Mensch wie ein "Asshole" benimmt und dabei auch noch Erfolg hat. Das muss ja dann wohl ein von unserer Gesellschaft anerkanntes Merkmal sein, ansonst könnte niemand danach streben, es werden zu wollen. Das bedeutet eigentlich, dass die Gesellschaft uns dazu macht was wir sind, und leider nicht umgekehrt. Wir können uns nur entscheiden in welche Kategorie wir uns begeben, die Rollen sind schon längst festgeschrieben.
Nuja, schmunzler!!!
3 Punkte 3 von 5 Punkten
Ja, man kann muss es aber nicht unbedingt gelesen haben ist aber auf jeden Fall ein Buch was einem hin und wieder ein Lächeln auf die Lippen zaubert.
Es fehlt einfach etwas um es wirklich spannend zu machen.
Charakterwechsel mit Erkenntnis
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Ob als Autobiografie oder Ratgeber gesehen, Eines erhält der Leser hier garantiert - ein sehr gut geschriebenes und flüssig zu lesendes Buch.

Es geht um Martin - er hält sich für einen Verlierer, einen Nichtskönner auf ganzer Linie, der
sich von Allen treten und unterbuttern lässt.
Und ganz Unrecht hat er nicht. Seine Kollegen ziehen als Gewinner durch, sein Nachbar nutzt ihn aus, der Verkäufer des Donut-Geschäftes zieht ihn täglich über den Tisch und nicht zu vergessen ist sein Hund, der mit ihm Gassi geht. Er ist einfach zu nett.
Doch eines Tages kommt die Wende. Eine gut bezahlte Beförderung steht an, doch Martin ist nicht der einzige Kandidat, der den Zuschlag bekommen kann und da heißt es Veränderungen in die Wege zu leiten.

Er geht zum Boxunterricht, engagiert einen merkwürdigen Schauspiellehrer, der ihm lauter böse Merkmale antrainieren soll, er studiert verächtliche Vorbilder genau. Und es funktioniert, es scheint verwerflich zu sein aber es funktioniert. Sein Hund hört auf ihm, er sticht seine Kollegen aus und der Mann hinter dem Donut-Stand ist mittlerweile auch arbeitslos geworden. Brust raus, immer als Erster durch die Tür, laut sprechen und wenn es sein muss auch vordrängeln.

Doch zu welchem Preis das Ganze? Und da sind wir auch schon bei den Schattenseiten und dem Abschluss-Resümee, das Marti ziehen muss. Die Kollegen sind abweisend und wechseln die Abteilung, die Ehefrau ist auch nicht ganz zufrieden mit dem neuen Martin und beruflich kommt er mit der Hau-Ruck Methode auch nicht weiter, wie erhofft.
Und so entschließt er sich zum Umdenken und Charakterwechsel zum ursprünglichen freundlichem Martin, was ihm am Ende auch noch weiter bringt.

Wer hier einen Ratgeber zum Arschlochwerden sucht, wird neben einer gut geschriebenen und amüsanten Geschichte auch mit mehr oder weniger brauchbaren Ratschlägen befriedigt, die sich zwischen den Zeilen lesen lassen. Das hier gezeigte Ergebnis mal außer Acht gelassen.
kernwahrheit humorvoll verpackt
4 Punkte 4 von 5 Punkten
das buch A$$hole fiel mir im laden sofort auf, als ich im augenwinkel die 2 goldenen dollarzeichen blitzen sah, als sich daraufhin mein blick auf das wohl verzierte cover richtete las ich dort "asshole". in dem moment war für mich klar, dass dieses buch in meinen besitz wandern würde.
Es ist ein druck, der mit optischer verzierung des covers nicht spart, also eine ansehnliche qualität.
Als ich zuhause angekommen das buch in mich aufnahm, entdeckte ich die schilderung einer persönlichen lebenserfahrung, die manchmal doch etwas überzogen zu sein scheint, aber durchaus vermag mich zum lachen und schmunzeln zu animieren.
Es handelt sich definitiv nicht um einen Ratgeber, nur um eine Lektion im Leben:
Lassen sie sich nicht alles gefallen, vergessen sie aber nie, dass es auch noch andere menschen gibt.
Wir finden hier keine wissenschaftliche abhandlung und erwägung, in wie weit das kapitalistische und liberale system egoismus hervorruft, sondern es wird anhand eines konkreten beispiels gezeigt, wie man sich für seine ziele angagiert und nicht immer den blick für seine interessen verliert, weil man wieder jemanden einen gefallen erledigt.

Alles in allem ein ganz gelungenes Buch mit unterhaltungswert und einer botschaft, nicht jedoch eine anleitung zum erfolg und persönlichem durchbruch!
Geld- und Zeitverschwendung
1 Punkte 1 von 5 Punkten
Das Beste an diesem Buch ist die Aufmachung-wo man mal wieder sieht, was die alles ausmacht.
Weder wurde der Protagonist reich und glücklich - im Gegenteil: überraschenderweise stellt er fest, dass arschig sein nicht zufriedener macht. O Wunder - aber wer will schon Freunde und Ehefrau schlecht behandeln?
Das Buch ist weder als Ratgeber geeignet, wobei ich ohnehin nicht davon ausging, einen solchen zu erhalten, noch, was viel tragischer ist, als Unterhaltungslektüre. Die Geschichte rund um den Protagonisten Marty ist zu flach und größtenteils überhaupt nicht witzig.
Aber der Titel passt! - Zu Autor und Verlag, weil sie mir für diesen Mist Geld abgeluchst haben.
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Produkt-Bild: Gabriels Engel

Gabriels Engel von Robin Schone, Ulrike Bischoff

Gebundene Ausgabe von Ullstein Hc
Angebote bei Amazon: ab EUR 3,95

4 Punkte, empfehlenswert.
4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3550083963, Erscheinungsdatum: 2003, Auflage: 1
Zoom ± Produkt-Bild: Gabriels Engel

5 Kundenrezensionen:

SEHR GUT
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Robin Schone weiß wie man schreibt und wie man die Leser bei der Stange halten kann. Zwar hat mir die Geschichte von Gabriel besser als die von Michel gefallen, aber sie war auch schön. Die beiden Helden stehen zu ihren Gefühlen und Ängsten und auch zu den Folgen. Victoria hilft Gabriel aus dem Kreislauf aus zu brechen und ihm zu neuem Leben.
Die Geschichte von Gabriel des Anges
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Gabriel des Anges, ausgebildet als Hure für Männer, führt ein Bordell, um Rache zu nehmen an einem Feind aus der Vergangenheit. Viktoria kommt in Gabriels Haus, um ihre Jungfernschaft zu versteigern. Obwohl Gabriel weiß, dass sein Todfeind Viktoria gesandt hat, ersteigert er sie. Gemeinsam nehmen sie den Kampf auf, allerdings weiß Viktoria nichts von der Vergangenheit ihres Engels und der tödlichen Konsequenz für sie selbst. Sie ist fasziniert von Gabriels Schönheit und seiner Unberührbarkeit. Langsam gelingt es ihr, die Kälte aus ihm zu vertreiben und ihm Hoffnung zu geben, dass die Liebe stärker ist als der Tod.

Dieser Roman ist wesentlich düsterer als die Geschichte von Gabriels Freund Michel. Der Tod ist gegenwärtig und Gabriels gesplitterter Charakter macht ihn zu einem kalten, gefühllosen Mann, dessen Handlungen zwar logisch, für manche Leser aber sicher auch sehr abstoßend sein können. Wer glatte, bügelfreie Helden bevorzugt, wird mit dem Roman vermutlich nichts anfangen.
Bester Roman forever
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Auch wenn Sex in dem Roman ein beherschendes Thema ist, so geht es nicht nur um Sex, sondern beinhaltet eine spannende und interessante Handlung. Ich habe noch nie ein Buch gelesen, das mir so ans Herz ging!!! Die einzigartigen Wortgefechte der beiden Hauptfiguren und die im Detail beschriebene Umgebung macht das Buch zu etwas ganz Besonderem. Dies ist wirklich der schönste Roman, den ich jemals gelesen habe. Gefühlvoll, spannend, geheimnisvoll und erotisch. Meine Lesemepfehlung!
Billiges Porno
1 Punkte 1 von 5 Punkten
Endlose, sinnlose Dialoge, permanente Wort- und Satzwiederholungen, Sexszenen, die so lange beschrieben werden, dass sie zum Schluss ekelig und langweilig statt erotisch wirken... Wollte die Autorin die Spannung mit alldem erhöhen, hat sie nur das Gegenteil erreicht.
Das war eins der wenigen Büchern, die ich nicht zu Ende gelesen habe.
Gabriel - ein gefallener Engel
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Das ist die Fortsetzung zu Michaels Geschichte "Im Zauber der Verführung" und ich kann nur sagen, dieser Roman war noch tiefgründiger, bewegender, als sein Vorgänger.

Gabriel könnte man hier schon fast als gefallen Engel bezeichnen. Auch wenn er in seiner Vergangenheit seinen Körper verkauft hatte, wurde ihm dennoch Gewalt angetan. Seit 14 Jahren führt er nun sein Freundenhaus immer in der Hoffnung der zweite Mann wird erscheinen, damit er endlich Vergeltung üben kann. Doch stattdessen taucht Victoria Childers auf. Eine Frau, die auf der Flucht vor einem unbekannten Mann ist und nur eins hat, was sie verkaufen kann, um zu überleben - ihre Jungfräulichkeit. Damit beginnt das Spiel um Tod, Verrat und die Schatten der Vergangenheit holen nicht nur Gabriel ein.

Robin Schone hat ein Werk der Extraklasse geschaffen, denn hier geht es nicht nur um einen Erotikroman. Die Dialoge sind treffend, fügen sich hervorragend in die Rahmenhandlung ein und regen einen zum Nachdenken an. Das ist keine Lektüre für Zwischendurch und nichts für Zartbeseitete, die mit einer Thriller ähnlichen Handlung nicht zurecht kommen.
Mir hat dieses Buch sogar noch besser gefallen, als die Geschichte von Michael und ich konnte es nur schwer aus der Hand legen. Robin Schone hat wirklich die Gabe des Wortes.
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